Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 22 (30.5.1930)
- Date
- 1930-05-30
- Page
- Seite 292 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Juden betrifft die „Denkschrift" für die Juden Preußens, besonders für die Juden Berlins gedacht, mit der „gründlichen Darstellung der den jüdischen Vorständen zustehenden Rechte in religiöser, politischer und gesetzlicher Hinsicht". Man bedauert, daß all diese Dokumente sorgsam hinter Glasscheiben ruhen, wie gern möchte man hineinblicken in das Edikt, das die bürgerlichen Verhältnifle der Juden im preußischen Staate betrisst, verkündet um 1856, gedruckt in Breslau. Ein sehr eindrucksvolles Material von Photos reiht sich diesen archivalischen Dokumenten an. Man steht das Grab Moses Mendelssohns auf dem Friedhof in der Großen Hamburger Straße, den Grabstein Mono Burgs in der Schönhauser Allee, mehrere Grabdenkmäler früherer Jahrhunderte, die wirkungsvoll in der Gesamtansicht ausgenommen sind. Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhänge das Denkmal der Märzgefallenen auf dem Friedhof in der Schönhauser Allee, ein kulturhistorisches Denkmal der alten Berliner Judenschaft. .In unsere Tage hinüber weist dann die M-armorbüste Abraham Geigers, die man in der Ausstellung zeigt, und die im Jahre 1910 von Max Levi geschaffen wurde. Dr. Olga Bloch. Der Zoll Drepfus. Die Aufrollung des Drehfus - Prozesses in Theaterstücken und in Büchern hat die deutsche Oeffentlichkeit aufs neue für diesen Kampf um Recht und Wahrheit begeistert. Das bewies auch eine Versammlung, die die Liga für Menschenrechte am 26. Mai im Haus der Deutschen Presse in Berlin über dieses Thema veranstaltete. Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden der Liga, Hellmut von G e r l a ch, legte Professor Walter Steinthal die geschichtlichen Tatsachen des Falles Drehfus dar. Professor Steinthal hat den Fall Drehfus in einem soeben bei Oesterheld u. Co. erschienenen Buche „Drehfus" in säst protokollarischer Schlichtheit dargelegt, und ebenso spannend wie sein Buch wirkte auch sein Bericht in der Liga für Menschenrechte über diesen größten politischen Prozeß der Jahrhundertwende. Dr. Bruno Weil ging in einer glänzenden Rede aus die deutschfranzösischen Beziehungen während des Drehfus- Prozesses ein. Er kritisierte entsprechend seiner Stellungnahme in seinem von uns bereits angekündigten und eingehend gewürdigten Werk „Der Prozeß des Hauptmanns Drehfus" (Verlag Walther Rothschild, Berlin-Grunewald) Vülows Verhalten, und Zeigte, wie nahe die Gefahr eines Krieges zwischen Deutschland und Frankreich damals war. Dr. Weil erzählte, wie er vor wenigen Tagen in dreistündiger Unterhaltung mit Oberst Drehfus und seiner Gattin selbst den Fall Drehfus besprochen habe, und wie die ungeheure Ueberlegenheit dieses Menschen, der über jedes Matz in seinem Leben gelitten hat, ihn erschüttert habe. Der Oberst Drehfus sei ihm wie ein zeitloses Symbol des Kampfes um das Recht erschienen. Die überfüllte Versammlung lauschte den Vorträgen der beiden Redner voller Spannung, und bewies durch ihre lebendige Anteilnahme an diesem Prozeß der Vergangenheit, daß der Kampf um das Recht tatsächlich zeitlos und eine Pflicht der Menschen auch der Gegenwart ist. Dr. U. E. Statt KartenI Irene Lauber-Dahlheimer Franz Steinhardt Verlobte. Kitzingen Bismarckstr. 17. Fürth Nürnberger Str.31. Statt Karten I Mariechen Grünstem Dr. med. Hermann Kaufmann Verlobte. Eisenach Hamburg 43 Schmelzerstr. 1. Probsteierstr. 23 Juni, Pfingsten 1930. j F«stdichtu»g«n'K»„°°>LÄ"»'?: merlitt sw61, Planufer 63. / F6 Bärwald 7580. Hiermit erfüllen wir die traurige Pflicht, von dem Hinscheiden unseres Ratsmitgliedes Herrn Hugo Ostberg Kenntnis zu geben. Der Verstorbene hat sich mit grösstem Eiter und unter Verwertung seiner reichen Erfahrungen in den Dienst unserer Sache gestellt und ist besonders als Dezernent für Wohlfahrtsangelegenheiten und stell vertretenderFinanz« dezement tätig gewesen. Seine tatkräftige Mitarbeit und seine lautere Gesinnung sichern ihm ein dauerndes Andenken in unserer Mitte. Prenssischer Landesverband Jüdischer Gemeinden. Wolff. Barlln-CiiarlotteiitinrS, 22. Mai 1930. Statt jeder besonderen Anzeige! Am Freitag, dem 16. Mai, entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit sanft mein innigst geliebter Vater Kantor 3. Baum in Bonn« Im Namen der Trauernden: Rechtsanwalt Max Baum. Bonn, Mozartstrasse 35. Mein innigst geliebter Gatte, unser treubesorgter Vater, Schwiegervater, Grossvater, Schwager und Onkel Herr Leopold Niedermaier ist am Samstag abend im Alter von 80 Jahren nach zweitägigem Krankenlager sanft entschlafen. Nürnberg, 26. Mai 1930. Im Namen der tief trauernd Hinterbliebenen: Ida Nie dermaler geb. Fuchs. tvo ist 23 jährigem MOkWMM aus israelitischer Viehhandelsfamilie Gelegenheit geboten, den Vieh- Handel von Grund auf zu erlernen? Zuschriften unter M.B.11333 befördert Rudolf Äloffe» München. Erholung während der Sommermonate finden vier bis fünf Kinder bei la Verpflegung und liebevoller Aufnahme in Familie. S. Meher Aeuenhagen b. Berlin Bahnhofstraße 58. Nächster Anzeigenschluss am Montag, dem 2. Juni, für die Nummer 2Z vom 6. Juni. Am heutigen Tage ist Herr Direktor Hugo Ostbers verstorben. Er gehörte in den letzten Jahren der Repräsentanten Versammlung der Jüdischen Gemeinde an, in der er sich an hervorragender Stelle betätigte. Das grosse Ansehen, das er durch sein hohes Interesse für alle Angelegenheiten des Judentums, durch seine lautere Gesinnung und seine reiche Lebenserfahrung sich in der Gemeinde erworben hat, sichert ihm ein dauerndes, ehrendes Andenken in unserer Mitte. Berlin, den 22. Mai 1930. Vorstand und Repräsentanienversammlung der Jfldiscüen Gemeinde zu Berlin. Am 23. Hai verschied unser langjähriger lieber Kollege Herr Emil Königsberser. Mit wahrer Herzensbildung und echter Frömmigkeit hat er seine reiche Lebenserfahrung und die wertvolle Kraft seiner Persönlichkeit selbstlos für die Interessen unserer Gemeinde eingesetzt. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Vorstandsmitglieder der israelitischen Kultusgememde Limburg a. d. Laba. uchvertreter . deTPrkü» «PerS V *'£e- ' Deutsche wev*«' Tuch-Manufaktur S.m.b.H., Berlin C2, Spandauer Str.39 Sn ßmMidl und Geschäft an selbständiges Arbeiten gewöhntes junges Möbel, Mitte zwanzig sucht in Berlin oder nächster Umgebung passenden Wirkungskreis, eventuell vertretende Führung und Beaufsichtigung des Haushaltes, mit oder ohne Vergütung. Offerten unter J. O. 15167 befördert Rudolf Moffe, Berlin sw ioo. 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