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Central-Verein-Zeitung · 1930-05-30 · 22 (30.5.1930) · p. Seite 291

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
22 (30.5.1930)
Date
1930-05-30
Page
Seite 291 (sequence 11)
Language
German
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291 MW MH MI# W«te in Ser Ausstellung „fllies öerlin". Die große Sommerschau „Altes Berlin", die soeben in den Ausstellungshallen am Funkturm eröffnet wurde. Zeigt in einer besonderen Abteilung eine kleine, aber ausgewählte Ausstellung von Berliner Judaica. Die Kunsts a m m l u n g der Jüdischen Gemeinde und das Gefamtarchiv der deutschen Juden haben diese Schau mit Dokumenten von großem kulturhistorischen Interesse beliefert, so daß man ein ebenso umfangreiches wie interessantes Bild von dieser Abteilung der Ausstellung mit nach Hause ninrmt. An erster Stelle bei Erwähnung der Kultgegenstände aus alter Zeit steht der Thora- Vorhang aus der Alten Synagoge, ein Gobelin, der 1590 signiert, sich als Geschenk Friedrich Wilhelms I. aus dem Jahre 1718 erweist. In oer Farbengebung herrscht ein liebliches Rosarot vor, deutsch und lateinisch ist die Inschrift „Initium sapientia timor domini — in allen Dingen fürchte Gott" — zu lesen. Ganz in der Nähe dieses Thoravorhanges steht — ebensalls aus der Alten Synagoge — der messingne Chanukkaleuchter, der um 1714 entstanden, ganz den Geist der Barockzeit atmet. Starke Gravierung und Reliefierung als Dekor herrschen vor, der sehr hohe Leuchter ruht aus drei Lowenfüßen, die ebensalls reich verziert sind. Die Malerei des 18. und 19. Jahrhunderts ist mit mehreren Porträts berühmter Berliner Juden vertreten. Das Bildnis Moses Mendelssohns, das sich im Besitz der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde befindet und das schon die Mendelssohn-Ausstellung der Staatsbibliothek weiteren Kreisen zugänglich machte, hängt jetzt neben dem Porträt von Jsaac Daniel Jtzig, dem Direktor der Berliner jüdischen Freischule. Auch der Sohn dieses bekannten Bankiers, Daniel Jtzig, ist von einem hiesigen zeitgenössischen Maler dargestellt worden. In spätere Zeit weist das sehr dekorative Bild, das Cordine Bardua im Jahre 1821 von dem Stadtrat David Friedländer schuf, italienisch stilisiert durch die Landschaft mit den Palmen im Hintergrund, während die Statue des Moses von Michelangelo und die Bibel daneben wohl die große Umsicht und Klugheit symbolisieren sollen, die diesem bekannten Berliner Juden eigen gewesen. Er war wie jener Jsaac Daniel Jtzig Direktor der jüdischen Freischule, und die Konzessionsurkunde Friedrichs des Großen zur Anlegung einer B u ch d r u ck e r e i und Buchhandlung für dieses jüdische Institut (1784) läßt diesen königlichen Befehl zu Händen dieser beiden Zodvad TeSr. KllkWWll AllMllll Preisen das Beste an Unterkunft und Verpflegung. Direktoren gehen. An dies Dokument aus friderizianischer Zeit reiht sich ebenfalls aus dem Gesamtarchiv der deutschen Juden die „K o n z e s s i o n zur A n s e tz u n g a u f das Recht des ersten Kindes" und eine Quittung vom Jahre 1 7 79 über geliefertes „Judenporzellan". tWährend es noch der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. war, der das Privileg für die Berliner Judenfchnft vom 20. Mai 1714 Unterzeichnete. Das 19. Jahrhundert tritt vor die Seele des Besuchers dieser reizvollen Ausstellung, betrachtet man die K a b i n e t t s o r d e r, die F r i e d r i ch W i l h e l m III. in Potsdam 1807 Unterzeichnete, und die die Anlage des neuen Friedhofes vor dem Schönhauser Tor betrifft. Das Kassenbuch' der jüdischen Gemeinde aus den Jahren 1804 bis 1812 ist ausgestellt und eine Innenansicht der Synagoge in der Heidereutergasse, eine Tuschzeichnung, die verrät, wie sehr die Schinkelzeit auch diesem Bau ihr Gepräge gibt. Speziell die Berliner Ab Laaer lieferbar! Ml- «l M » i «« ß Leipzig 1938 31. Mai bis 30. September auf dem Gelände am Völkerschlachtdenkmal. DieWsrlsialisroL unserer M — der IPA-Gast erlebt sie. Die Ilmweit einer mit so reichlichen Mitteln grossartig' organisierten Ausstellung hat etwas Begeisterndes an sich. Hier sind erstmals an einem Ort vereinigt, durch Zeiten und Räume zusammengefasst, die Leistungen der Menschheit in allen Zweigen von Pelz und Jagd, den beiden daseinsbejahenden Kuiturgebieten. 3Ta6e 1P AWosagnenge aai flsr IPA das ist ein Programm, das sich lohnt. Fordern Sie das auf zahlreiche Vergünstigungen hinweisende Reisemerkbiatt von der Geschäftsstelle, Leipzig Cl, Brühl 70. owa Wellblech, Stahl oder Beton Schuvven leder Art Fahrradständer zerlegbar, feuersicher, billige Bauweise. — Angebote mit Prospekten kostenlos. Hebr.Menbarb G.m. b. H. Eisenu.Wellblechwerke Weidenau (Sieg) Postfach Nr. 126. 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