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Central-Verein-Zeitung · 1930-02-21 · 8 (21.2.1930) · p. Seite 99

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
8 (21.2.1930)
Date
1930-02-21
Page
Seite 99 (sequence 11)
Language
German
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tfggmmm w s Eine öffentliche Kundgebung des weltverbandes schomre Zchabbos für den Zabbatgedanken. Der Weltverband der Schomre Schabbos veranstaltete eine Kundgebung unter der Devise: „Sabbat — Judentum — Menschheit." Sie sollte den Willen großer und geistig bedeutender Teile auch der deutschen Judenhei't zeigen, das große Kulturgut des Sabbats, das vielen Juden im Drange und in der Hast des Erwerbslebens verloren gegangen ist, wieder gedanklich und praktisch in seine alten Rechte einzuselleu. Dieser Gedanke beherrschte die zum Teil trefflichen Ausführungen. Jeder wie immer religiös Gesinnte wird sich dem Wunsch des Weltverbandes nur entschließen können. Aber eine Einsicht in unseren: Staate ist notwendig: die Gesetzgebung nmß sür die Sabbatruhe ebensolches Verständnis wie für die Sonntagsruhe zeigen. Es muß durch eine vernünftige, die Gewissensfreiheit berücksichtigende staatliche Ordnung den j ü d i s ch e n Erwerbstätigen aller Art erlaubt werden, in geschlossenen Räumen am Sonntag die Arbeit zu leisten, welche sie am Sabbat versäumen müssen. Daraus würde niemandem Konkurrenz erwachsen. Die Gewissensfreiheit wäre gewahrt, und vielen, vielen tausenden Juden würde die Erfüllung des religiösen Gebotes ermöglicht. Es ist unverständlich, daß diese eigentlich so selbstverständliche Forderung noch nicht durchgesetzt werden konnte. Ein Gesellschastsabend der hilssverems. Für den Hilfsverein der deutschen Juden veranstalteten Dr. Bruno Weil und Frau Alice Weil in ihrem Heiin in Berlin-Grunewald einen Vortragsabend, bei den: Dr. Wolfgnng von W e i s l über seine Erlebnisse im Orient 1929 sprach. Der Einladung waren zahlreiche Mitglieder des Hauptvorstandes des Centralvereins und viele Freunde des Hilssvereins gefolgt. Unter ihnen sah man Kommerzienrat G u g g e nh e i m, Generalkonsul S ch l e s i n g e r, Generalkonsul Eugen L a n d a u , Dr. James S i - m o n. Dr. Bernhard K a h n, Dr. Ellst ä d t e x , Frau Mascha Herzfeld , Fabrikdirektor Nt a n e s, Professor G l a e ß n e r , Direktor Loewe, Winfried Israel und viele andere. Dr. Weil wies in seiner Begrüßungsansprache auf die großen Verdienste des Hilfsvereins um die Hebung der Not unter den Juden des Ostens und um die Verbreitubng deutsch-jüdischer Geisteskultur auch in Palästina hin. Generalsekretär Dr. Mark W i s ch n i tz e r schilderte die unendliche Not der sieben Millionen Inden tat Osten und lenkte die Aufmerksamkeit besonders auf das Hilfswerk, das der Hilfsverein jetzt zugunsten des abgebrannten Kinderheims in Kowno ins Werk gesetzt hat, zahlreiche Berliner Frauen, unter ihnen auch Frau Alice W eil, haben sich zu einem Ausschuß zusammengefunden, mn diese Kindernot in Litauen zu lindern. Auch Wolfgang von W e i s l begann seinen Vortrag mit der Schilderung des sür unsere Begriffe gar nicht faßbaren Elends der litauischen Inden. Er berichtete dann unter großen politischen Ausblicken über die Zwistigkeiten zwischen Arabern und Inden in Palästina. Er bezeichnete den Anstrag dieser Zwistigkeiten als Pogrour und belegte diese seine Auffassung mit seinen eigenen Erlebnissen, bei denen er selbst eine schwere Verwundung erlitten hatte. Schuld an diesem Pogrom seien die Engländer, die nach seiner Darstellung durchaus in der Lage gewesen wären, die Vorkommnisse zu verhindern. In Wirklichkeit seien sie nicht nur damit einverstanden gewesen, sondern man müsse sogar annehmen, daß ihnen die Vorkommnisse sehr lieb gewesen seien. Nach seinen Erlebnissen sei auch die Art unb Weise der Behandlung in: sogenannten Untersuchungsausschuß mehr als bedenklich gewesen. Diese Pogrome seien ein Teil des großen Komplexes des gesamten englischen Orientproblems, die bewiesen, daß aus England fein Verlaß sei. Trotzdem sei der Optimismus der palästinensischen und Pensionats AsneLsndovf r. Mseb. Landerziehungs-, Erholungs- und Ferienheim Elise Höniger. Ausländerinnen im Sause. EWerWhM ßaushaltskurse für junae Mädchen aus nur guten jüdischen Häusern in AM«. 7 " ' i»Ä Gef!. Anfragen an Frau Hilde Wolfs, Partenkirchen, Hettwegerstratze 7* mmmm Prospekt kostenlos. Erste Referenzen. — Pensionat und höhere Töchterschule gegründet 1872 vorm. Ira« Dr. Setterfan u. Sri. Lonstance Letty Inh. Clara Marruo, staatl. gcpr. Echulvorsteherin. Hannover Hindenburgstraße 8,9,10 Lausanne (Schweiz) Israelitisches Mädclten-Pensionat Villa Sewigne 1908 gegründet. Referenzen. Prospekte durch die Vorsteherinnen: Mmes. MT. Blocli, et B. Blocli. MOCIBT/IOIIOUI«“;»“ Franzos. 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