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Central-Verein-Zeitung · 1930-02-07 · 6 (7.2.1930) · p. Seite 68

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
6 (7.2.1930)
Date
1930-02-07
Page
Seite 68 (sequence 8)
Language
German
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Ado!plieMeiu,i>er$egriini>er der Alllante Mille. (Zum 50jährigen Todestag am 10. Februar 19S0.) Nicht von dem glänzenden Advokaten und Verteidiger, nicht von dem Politiker, der zweimal unter dem Bürgerkönig Louis Philipp und unter der Präsidentschaft von Thiers Justizminister war, soll im folgenden die Nede sein, sondern nur von dem beredten und tatkräftigen Anwalt der Judenheit. Orömloux war der Sohn eines talmudisch und modern gebildeten fephardischen Juden aus Nimes (Südsrankreich); hochdetagt, im Alter von 84 Jahren, verschied er vor 50 Jahren, nachdem ihm seine wackere Lebensgefährtin acht Tage vorher im Tode vorangegangen war. Sein Name war als der des Begründers der A11 i a n c e Israelite Universelle vor zwei Menschenaltern jedem Juden geläufig; nächst Montefiore war er der populärste Jude in Westeuropa und darüber hinaus bis tief iu den Orient allgemein bekannt. Hat er doch stets gehalten, was er in der Generalversammlung der Alliance Israelite Universelle 1866 öffent lich aus sprach: „Und wenn einst der Moment meiner Abberufung aus dem Leben herannaht, so werde ich ruhig mit dem Bewußtsein scheiden, daß ich 50 Jahre lang mein mir in frühester Jugend gestecktes Ziel, alles in meinen Kräften stehende zur Gleichberechtigung meiner Brüder mit den übrigen Staatsbürgern zu tun, eifrigst verfolgt habe, und solange mich der himmlische Vater am Leben erhält, werde ich mich diesen: heiligen Berufe hingeben/' Als kaum einundZwanzigjähriger Advokat suchte Cremieux das Bollwerk des entwürdigenden Eides more judaico zu erstürmen, was ihn: erst nach zwölf Kampfjahren gelang. (Bei uns in Preußen dauerte es über ein halbes Jahrhundert.) Ferner setzte er als Vizepräsident im jüdischen Zentralkonsistorium 'die ^erfolgreiche Petition für Gewährung von Staatsmitteln für den jüdischen Kultus und das Eingreifen der französischen Staatsregierung zugunsten der Gleichberechtigung der jüdischen Bewohner in der Schweiz durch. Alles das waren Glanzleistungen des Dreißigjährigen. Im Jahre 1840 unternahm er mit Montefiore gemeinschaftlich eine Reife zürn Khediven von Aegypten, um erfolgreich der Osterblutlüge, die wieder einmal in Damaskus unter Folterungen unschuldiger jüdischer Bürger frech triumphierte und nahe daran war, weiteres, unabsehbares Unheil anzurichten, energisch entgegenzutreten. Irr der Kairoer Synagoge hielt er eine glänzende Rode. Ihm lag nicht bloß das körperliche, sondern ebensosehr das geistige und seelische Wohlergehen der fremdländischen Juden am Herzen. So gründete er die erste jüdische Elementarschnle im Orient. Als Napoleon III. auf dem Gipfelpunkt seiner Macht ,,Die Geschichte Caesars", ein übrigens herzlich unbedeutendes Machwerk, herausgab, worin sich die durchaus überflüssige Bemerkung von der Kreuzigung Jesus' durch die Juden befand, ruhte Cremieux nicht eher, als bis die vorhandene Auflage eingestampft und in, allen späteren Ausgaben die anstößige Stelle beseitigt wurde. So wirkte Oremieux getreu seinem feierlichen Gelöbnis bis an sein Lebensende. 0. 8. Kleine Chronik. Am 3. Februar vollendete Lisette L i e p m a n n , die Mutter des Schatzmeisters unserer Ortsgruppe Wesermünde, Henry Liepmanu, ihr 80. Lebensjahr. — Reichspräsident von Hindeuburg sandte unserem Freund Isaae Schoeneberg, Salzkotten, anläßlich seines 85. Geburtstages ein Glückwunschschreiben; der Salzkottener Kriegerverein, dem Schoeneberg seit 61 Jahren angehört, ernannte ihn zu seinem Ehrenmitglied. — Der Verein ehem. Kameraden des Grenadier.-Regiments Prinz Carl von Preußen (2. Brandenbrwgisches) Nr. 12 zu Berlin feierte kürzlich sein Mjähriges Bestehen und ernannte aus diesem Anlaß Moritz Dobrin, Berlin, zum Ehrenmitglied. Auch ein Ehrendiplom des Preußischen Landeskriegerverbandes wurde Herrn Dobrin überreicht. —Benno Nußbaum feiert am 16. Februar fein 25jähriges Dienstjubiläum als Prediger und Lehrer der Synagogengemeinde Neuß a. Rhein. — Am 27. Januar feierte Jakob Rosenbach er-Levy (Hamburg) sein 25jähriges Jubiläum als Mitglied der Verwaltung des Hertz- Ioseph-Levy-Stiftes. — Julius Cohn, Berlin, blickte Ende vorigen Jahres auf eine 25jährige ehrenamtliche Tätigkeit in der Armenkommission seines Bezirkes zurück. Bezirks- und Wohlfahrtsamt überreichten ihm eine Ehrenurkunde. — Die Firma Nathan L e w y, Breslau, deren Inhaber unser langjähriges bewährtes Mitglied Bernhard G r a e tz ist, feierte kürzlich ihr lOOjähriges Bestehen. — Unser Mitglied E u g e n P o l l a k , F r e i b u r g i. Br>, erhielt für treue Dienstzeit beim Roten Kreuz das Ehrenzeichen. — Die Bundesleitung der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener hat Iustizrat Dr. B u ch m a n n (Regensburg) in ihren Ehrenring ausgenommen. — Bei der Einführung der Stadtverordneten in G o l l n o w gedachte dev Vorsitzende besonders der Verdienste unseres Mitgliedes, des Stadtrats und Ehrenbürgers Adolf Glasfeld, der wegen seines hohen Alters kürzlich feine. Aemter niederlegte. — Adolf N e u f e l d, Pattensen (Leine), der über 43 Jahre Vorsteher der Gemeinde und seit vielen Jahren treues Mitglied des C. V. war, ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Wir werden fein Andenken in Ehren halten. — M a x Hirschfeld, Iohannisburg, wurde kürzlich zur letzten Ruhe geleitet. Der dortige Kriegerverein, dem er als Kriegsteilnehmer angehörte, und zahlreiche Freunde erwiesen ihm die letzte Ehre. — In Ober- Roßbach wurde kürzlich Hermann Hammel zur letzten Ruhe gebracht. Bürgermeister und Beamte, ßotel-Pensjon Bremer / Maria direkt am Meer. Große Terrasse u. Naturpark. 200 Betten. Appartements m. Privatbad, fließendes warmes u. kaltes Wasseri.d.Zimmern.Warm.Seebäder,kohlenfaur.Bäder. Diätküche laut ärztlicher Vorschrift. Pensionspreise nach Größe und Lage des Zimmers von Lire 40,— (9 RAI.) an. Jüdische Institutionen Sonderpreise. Eigener Betsaal. christliche und jüdische Freunde geleiteten den allgemein beliebten Mitbürger. ' — Im Alter von 67 Jahren verschied plötzlich das bewährte Mitglied unserer Ortsgruppe Peters Hagen und langjähriger Synagogenvorsteher David Block. — Prediger L e v y, der 18 Jahre an der Leobschützer Synagogengemeinde wirkte, wurden zu seinem.Abschied allseitige Ehrungen zuteil. Bei der Abschiedsfeier fand Alfons Juliusburger namens des Centralvereins warme Worte für den allgemein beliebten Prediger. — Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden hat für die nordwestlichen Gemeinden Westfalens, Sitz Borken (Westf.), eine neue Bezirksrabbi n er stelle geschaffen. Am 19. Januar wurde Dr. Max Köhler unter großen Feierlichkeiten in dieses Amt eingeführt. — Am 2. Februar wurden bei einem Vortragsnachmittag von Baudirektor Dr. Rank iu der Kunsthalle Hamburg die hervorragendsten Entwürfe für den beabsichtigten Tempelbau erläutert. Für die b-esten Entwürfe waren Preise ausgeschrieben, die an Dr. Ascher (Ha rn - b u r g), Dipl.-Jng. Landauer (München) und Dipl.-Ing. F r i e d m a n n (Ha m bürg) verteilt wurden. — Am 13. Januar wurde in Frankfurt a. Mai n auf Anregung einiger führender orthodoxer Persönlichkeiten eine Gesellschaft zur Verwirklichung und Verbreitung der Ideen des Rabb. S a m son Raphael Hirsch gegründet. Zuschriften an die S. R. Hirsch-Gesellschaft, Frankfurt a. M., RUckertstraße 50, erbeten. Wohltätigkeitskonzert in der Neuen Svnagoge, Berlin. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde zu Berlin, veranstaltete am Mittwoch, dem 29. Januar, ein Synagogenkonzert zum Besten des Wohlfahrts-- und Jugendamtes. Zn der vollbesetzten Reuen Synagoge, Oranienburger Straße, sang Hermann Jadlowker und entzückte die Hörer mit seiner überaus gepflegten Stimme. Der verstärkte Chor der Neuen Synagoge unter Janot S. R o s k i n leistete Vorzügliches. Zwei Geigenvorträge der Professoren Albert E i n st e i n und Alfred Lewandowski bereicherten das Programm. Vortrefflich war Arthur Z e p k e an der Orgel. Rc>. Freie Jüdische Volkshochschule. Unser Mitarbeiter Dr. Kurt Zielenziger, stellvertretender Pressechef der Stadt Berlin, liest Mittwoch, abends 8 Uhr, in den Räumen des K. C., Kurfürstendamm 202, über „Vom Ghettohandel zur modernen Wirtschaft". Geschäftliche Notizen und Gäöernachrichten. Die italienische Stratzenmiliz. Man kann heute, sechs Monate nach ihrer Gründung, - eine sehr beredte Uebersicht über die Tätigkeit der Straßenmiliz, der jüngsten unter den vom Faschismus geschaffenen Milizen mit Sonderausgaben, aufstellen. Aus dieser Uebersicht gehen die prachtvollen Leistungen und der unbestreitbare Nutzen dieser Truppe hervor, die sich auf dem Wege zu immer größerer Leistungsfähigkeit befindet und für die nicht nur die Italiener, sondern auch die Ausländer, die Italien im Automobil be- Achtung! Lesep dieses Blattes erhalten POtSddinCf Stf* 8 (am Potsdamer Platz) Theater-Karten-Dienst Achtung! G. m. i Telephon: b. H. / Lützow 9363, 9800 Billetts zu bedeutend eMUaSSlßten PreiSCtt gegen Vorzeigung dieses für folgende Theater: Theater In der Behrenstrasse Theater des Westens Zentral-Theater Lustspielhaus „Vater sein dagegen sehr“ „Hotel Stadt Lemberg“ „Der Soldat der Marie“ „Die Liebe auf den zweiten Blick“ Lessins-Theater, „Affäre Dreyfus“ Komische Oper Kleines Theater Theater am Schiffbauerdamm Thalia-Theater, „Drei alte Schachteln“ „Hülla di Bulla“ „DerWalzer von heute nacht“ „Die Gartenlaube“. * Nur für M. 1,50 bis IVl. 8," s t att M. 4,— bis Interessenten bitten wir um Angabe ihrer Adresse, um sie fortlaufend über die uns zur Verfügung stehenden Theater und Spielpläne zu orientieren. Dadurch ermöglichen wir ihnen ohne jede Verpflichtung, als Mitglied des Theater-Karten-Dienstes,Potsdamer Strasse8, Karten regelmässig zu ermässigten Preisen zu beziehen. Name: Ort: Alleinige Inseraten-Annahme: Annoncen-Expedition Rudolf Mosse Berlin SW 100, Bielefeld, Bremen, Breslau, Chemnitz, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt a. M., Halle a. d. S., Hamburg, Hannover, Karlsruhe i. B., Köln a. Rh., Leipzig, Magdeburg, Mannheim, München, Nürnberg, Stettin, Stuttgart, Wiesbaden, Amsterdam, Barcelona, Basel, Belgrad, Budapest, Buenos Aires, Bukarest, London, Madrid, Mailand, New York, Paris, Prag, Warschau, Wien, Zagreb, Zürich,

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