Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 5 (31.1.1930)
- Date
- 1930-01-31
- Page
- Seite 56 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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5b berliner Kundgebung der Liberalen Vereinigung. Am 27. Januar veranstaltete der Liberale Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde in Berlin eine große Kundgebung im ehemaligen preußischen - Herrenhaus, die so stark besucht war, daß eine Parallelversammlung veranstaltet werden mußte. Der neu gewühlte Vorsitzende, Landgerichtsrat L e s s e r, betonte in seinen einleitenden Worten den Grundsatz des liberalen Judentums, den religiösen Geist stets vor die Form zu stellen. Als erster der Redner sprach Rechtsanwalt Heinrich Stern über den in der jüdischen Religion enthaltenen Dreiklang: Gott, Mensch ltnb Menschheit und erklärte den Friedenswillen des Judentums aus dessen Streben nach Einigkeit und Gerechtigkeit. L i l i H. M o n t a g u, London, berichtete über die Stellung der Frau innerhalb des englischen Gottesdienstes. Als Engländerin wunderte sie sich, daß die deutsche Jüdin in allen synagogalen Angelegenheiten noch immer eine untergeordnete Rolle spielt. Die Erlangung dieser äußeren Gleichberechtigung erscheint ihr für richtige Anleitung der Kinder zum Judentum und zur Lebendigerhaltung der Religion Bedingung. Daß das Judentum eine liberale Religion sein und bleiben muß, und daß die Liberalen den nicht orthodoxen jüdischen Mitbürgern ihre Religion wieder nahe bringen müssen, erklärte in außerordentlich temperamentvollen Worten Rabbi Dr. I. M a t t u ck, London. Direktor Dr. Ir. e. Wilhelm K l eem a n n gab die programmatischen religiösen und sozialen Richtlinien des Berliner liberalen Vereins für die kominende Zeit bekannt. Auf religiösem Gebiete forderte er vor allem neben der Erhaltung der Einheitsgemeinden eine geistige Anpassung des Gottesdienstes an die heutige Zeit. Bankier Wilhelm G r a e tz, Rabbiner Dr. Joses L e h - m a n n , Rabbiner Dr. S e l i g m a n n , Dipl.-Jng. Bruno W o h d a und George Goetz sprachen eindringliche Worte über die besondere Verpflichtung des liberalen Judentums und dessen geistige, religiöse und soziale Mission. Der allen Rednern dankende starke Beifall Zeugte für das lebendige Interesse der Teilnehmer an der Arbeit für das liberale Juden tu in. Kleine Chronik. Der verdiente Vorsitzende unserer Ortsgruppe S t o l p i. Pommern Zahnarzt Dr. Neu m a n n, Vorsitzender der Repräsentanten, feierte am 29. Januar seinen 50. Geburtstag. — Am 24. Januar feierte Rechnungsrat David Groß, Berlin, feinen 70. Geburtstag. Groß stand 46 Jahre im Dienst der Staats- bzw. Reichseisenbahn und leitete bis zu seiner Pensionierung 25 Jahre lang die Güter-, Eilgut- und Zollabfertigungsstellen in Beuthen, Kattowitz und Hindenburg. — Unser langjähriges Mitglied Julius Sack, Berlin, feierte am 23. Januar seinen 75. Geburtstag. —Alfred T i e tz, der Inhaber von Leonhard Tietz, wurde anläßlich des 50jährigen Jubiläums der Leonhard Tietz A.-G. von der wirtschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln zum Doktor h. c. ernannt. Wir gratulieren allen unseren Freunden herzlich. — Unsere Ortsgruppe H i l d e s h e i m hat durch den Tod des Iustizrats Alexander Oppenheimer, unseres jahrelangen dortigen Vertrauensmannes, einen schweren Verlust erlitten. — In Königsberg i. Pr. starb unser treues Mitglied Fabrikbesitzer Salomon Winter, der Vater der Leiterin unserer Königsberger Fraucngruppe, Frau Elsa W o l f f h e i m. Fabrikbesitzer Winter stand im ostpreußischen Wirtschaftsleben an führender Stelle und nahm am kulturellen wie am jüdischen Leben seiner Stadt regen Anteil. Wegen seiner Verdienste um die Förderung der Wissenschaft ernannte ihn die Königsberger Albertus-Univcrsität ün Jahre 1924 zu ihrem Ehrenbürger. Viele Jahre hindurch arbeitete Winter als Repräsentant der Synagogengemeinde mit und noch in letzter Zeit erwarb er sich besondere Verdienste um die Förderung des Baues des jüdischen Altersheims. Die Trauerfeier im Königsberger Krematorium fand unter ungeheurer Beteiligung statt. Rabbiner Dr. L e w i n hielt die Gedächtnisrede. Uner anderem sprach auch der Rektor der Universität am Grabe, sowie Vertreter der „Hartungschen Zeitung" und mehrerer Organisationen. — Am 23. Januar verschied unser Mitglied Geheimer Justizrat Max Fuchs, Berlin. Max Fuchs war der anerkannte Führer der Kammergerichtsanwälte. Er war ein begeisterter Ver> Mur echt mit demMamenszug^ dem naturreinen CocosSpe/sefett L zum Kochen , Braten Bachen Heiraten Sie nicht knüpfen Sie keine Verbindungen an, ohne unauffällige, zuverlässige Ermittlungen über Herkunft (Stand der Eltern), Religion, Vorleben,~Ruf, Charakter, Lebenswandel, Gesundheit, Tätigkeit, Einkünfte, Vermögen usw. durch das seit 24 Jahren hierfür bestehende Spezial-Er- DÄ3 „Welt- Detektiv“ Auskunftei Preiss, Berlin W lila, Kleiststr. 36,1 (Noliendorfpl.), Kurfürst 4543 und 4544 einzufordern. Beobachtungen, HXachforsehungeii sonstiger Art überall. Tausende Anerkennungen! Mäßendorfer Porzeffanfaßriß und Mafereien Gegr. 1882 AßdttßßS Z) Eßef Gegr. 1882 Kaffee-, <Iee=, MoBBaservice, Dejeuners, Vasen, BonBonnieren, Moßßagedecße, Bridgetassen usw. Erßältficß in alten Speziatgescßäften. Bitte nehmen Sie in allen Korrespondenzen mit den Inserenten unserer Wodienschrift auf die Anzeige in der „C. V.-Zeitung” Bezug. Das liegt in Ihrem Interesse. uckerkranke Wie Sie ohne das nutzlose Hungern zuckerfrei werden, sagt jedem unentgeltlich Ph. Hergert, Wiesbaden, Rückertstr. 76. Alleinige Inseraten-An nähme: Annoncen-Expedition Rudolf Mosse Berlin SW 100, Bielefeld, Bremen, Breslau, Chemnitz, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt a. M., Halle a. d. S., Hamburg, Hannover, Karlsruhe i. B., Köln a. Rh., Leipzig, Magdeburg, Mannheim, München, Nürnberg, Stettin, Stuttgart, Wiesbaden, Amsterdam, Barcelona, Basel, Belgrad, Budapest, Buenos Aires, Bukarest, London, Madrid, Mailand, New York, Paris, Prag, Warschau, Wien, Zagreb, Zürich.