Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 3 (17.1.1930)
- Date
- 1930-01-17
- Page
- Seite 33 (sequence 9)
- Language
- German
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33 w SdIahre Leonharü Tietz Wenn von den Großunternehmern im Einzelhandel gesprochen wird, werden diese Unternehmen ohne Ausnahme als großkapitalistische Einrichtungen bezeichnet, die vom mittleren und kleineren Einzelhandel bekämpft werden müssen, weil sie ihnen die Existenzmöglichkeit erschweren oder gar untergraben. Und doch ist an der Tatsache nicht zu rütteln, daß diese Großunternehmungen durchgängig aus kleinsten Anfängen entstanden sind und ihre Ausdehnung nur dem eisernen Fleiß, der Tüchtigkeit und der Gewissenhaftigkeit der Unternehmer verdanken. Alle bekannten großen Warenhäuser sind auf die gleiche Art entstanden und haben sich in der gleichen Weise entwickelt. Die Firma Leonhard Tietz, die heut als große Aktiengesellschaft in der Hauptsache im westlichen Deutschland domiziliert, ist im Jahre 1879 in Stralsund von Leonhard Tietz mit einer Verkäuferin und einem Lehrling als Kurz-, Weiß- und Wollwarengeschäft begründet worden. Leonhard Tietz stammte aus Birnbaum, einem kleinen Städtchen an der Warthe gelegen, das eine ganze Reihe von Warenhaussachmännern eigentümlicherweise geliefert hat. Die von Leonhard Tietz, der im Jahre 1850 geboren und 1914 gestorben ist, eingeführten Geschäftsgrundsätze, feste, möglichst niedrige Preise bei sofortiger Kasse, stellten die damaligen Geschäfts- Methoden im Einzelhandel direkt auf den Kopf. Billig einkaufen, Massenumsätze erzielen mit kleinem Gewinn, das war dasjenige Mittel, das die Ausdehnung und Ausbreitung des Unternehmens besonders stark beeinflußte. Im Jahre 1888 verlegte die Firma ihr Haupttätigkeitsgebiet ins Rheinland. Aus dem Kurz-, Weiß- und Wollwarengeschäft entwickelte sich dann langsam das Warenhaus durch Hinzunahme anderer Textilwaren, Haushaltungsartikel und dergleichen. Im Jahre 1905 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. * Wir haben uns an dieser Stelle mit dem Warenhausproblem nicht zu beschäftigen. Aber wir dürfen doch feststellen, daß die Firma Leonhard Tietz nicht nur nach dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit, sondern vor allem auch in sozialem Geiste gearbeitet hat. Was z. B. an Fürsorge für die Ausbildung des Personals geleistet wird, ist von so großzügigem und sozialem Geist getragen, daß es nur wenige Firmen in Deutschland gibt, die sich nach dieser Richtung an die Seite der Finna Leonhard Tietz A.-G. stellen können. Auch für das leibliche Wohl der Angestellten hatte die Firma bereits lange vor dem Kriege in vorbildlicher Weise ein Erholungsheim geschaffen, das allerdings während des Krieges seine Pforten schließen mußte. Trotz der überaus schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse hat es die Firma verstanden, aus dem Gebiete der Sozialfürsorge immer mit an erster Stelle zu marschieren. Ihre segensreichen Einrichtungen sind Tausenden von Angestellten und Angehörigen zugute gekommen. Wir beglückwünschen die Firma zu ihrem 50jährigen Bestehen und wünschen ihr eine weitere Entwicklung zum Wvhle der Gesamtheit. 0. B. Die Uundgebung des Jüdischen Kriedenrbundes. Die Kundgebung am Sonntag in der Hochschule für Musik mußte schon lange vor Beginn wegen Ilebersüllung geschlossen werden. Direktor Wassermann wies in seiner Erösfnuiigsrede auf die Notwendigkeit der Beschaffung von Geldmittelnhin, einer Aufgabe, die in der „Friedensbotschaft" von Albert Einstein durch eine jährlich von jedem einzelnen Juden zu entrichtende Friedenssteuer von 1 Mark gelöst wurde. Mit großem Beifall wurden die Referate von Lion Feuchtwanger, Dr. Nossig und Dr. Prinz ausgenommen, die auf die Idee der Erziehung zum Frieden hinleiteten. Auch die jugendliche Rednerin Frl. Vorchardt fand in den Reihen der zahlreich vertretenen Jugend Beifall. Meisterhaft waren die Vorträge von Frau Herrnstadt-Oettingen, die mit dem von Fritz Enge! verfaßten „Friedensprolog" und der Friedensbotschaft aus dem Propheten Jesaia einen unvergeßlichen Eindruck hinterließ. Staatlich genehmigte» streng rituell geführte auf dem Lande Wolfratshausen b. München (580mü.M.) (Gründung d. Züd. Frauenbundes, Ortsgr. München) bildet junge Mädchen aus zu tüchtigen Hausfrauen und schafft die Grundlage zum Wirtschaftsberuf, zum Sozialberuf und zum Lehrberuf. Prospekt,Auskunft,Anmeldg.: Leitung d.Schule, Hannah Vodenheimer» Wolfratshausen b.München, Frau Recha Stark» München, Rauchstr. 12,1. Beginn des neuen Schuljahres: Anfang Mai. 0 MWWMtMWMWMM Telephon 825 Hohe Straße 9 Spezialinstitut für alle ErMungsu. Gchulschwlerigketten auf völlig neuzeitlicher Grundlage. Herrliches Anwesen in Coburgs schönster Höhenlage. Großer Park. Sport. Gymnasium und Oberrealschnle am Platze. Eigene Vorbereitungsklassen. TöchterprnsimatWieler Konstanz a. S. * Villa Seegarten. 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