Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 1 (3.1.1930)
- Date
- 1930-01-03
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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9 Teil nun in falscher und zweckloser Richtung und mit falschen Mitteln vorgetragen . . . Er ist aus der vollkommen berechtigten Abwehr des Antideutschen in einen so nicht berechtigten Antisemitismus geraten, den gerade der, der vieles an der bisherigen Arbeit des Verfassers schätzt, nicht mitmachen kann ..." Wilhelm Stapel führt in diesem Buch einen erbitterten Kampf gegen die Literaten . . . Indem er ohne Gefühl für Unterschiede auf alles losschlägt, zerstört er die Ansätze zu einer Verständigung zwischen den anständigen Elementen hüben wie drüben und treibt die Menschen, die innerlich durchaus auf unserer Seite stehen, gegen ihren Willen wieder in die Gemeinschaft mit jenen zurück, die sie gleich uns zu bekämpfen und abzulehnen bereit sind. Der Maler Ludwig Meidner, selbst überzeugter Jude, hat hier vor kurzem aus Anlaß des Falles Mehring scharf Stellung genommen gegen die ständigen dummen und geschmacklosen Angriffe, die aus bestimmten Bezirken des Berliner Literatentums dauernd gegen alles, was deutsch ist, gerichtet werden. Er hat energisch den Trennungsstrich gezogen gegen die jüdischen Kreise, die gewerbsmäßig das treiben, was oben Antigermanismus genannt wurde. Er ist nicht der einzige aus den Reihen der deutschen Juden... Die Verständigung unter den anständigen Leuten aber ist eine Notwendigkeit; sie muß kommen als ein Zentleman agreement von hüben und drüben — unter gleichen Voraussetzungen. Wir müssen dazu ganz scharf unterscheiden Zwischen der notwendigen Abwehr des Antigermanismus, bei der wir die ordentlichen Leute von drüben als selbstverständliche Bundesgenossen ansehen und fordern — und einem Antisemitismus, der selbst wieder aggressiv wird, und demgegenüber nun wieder mit gleichem Recht die Angegriffenen von unserem Anstandsgefühl Sukkurs verlangen können. Der Dr. Stapel hat diesen Unterschied nicht gesehen; er hat nicht erkannt, daß der Kampf gegen den Antigermanismus gut und richtig ist, weil er die Einheitsfront der anständigen Leute schaffen Hilst, daß aber seine Umkehrung — etwa nach dem Satz des Buches: „Haust du meine Märchen, haue ich deinen Moses" — diese Einheitsfront nicht nur zerstört, sondern unsere eigene deutsche Front noch mehr zersplittert, als das schon der Fall ist. Kampf ist gut, wenn es ein vernünftiges Ziel gilt: hier wird ein Kampf geführt lediglich mit dem Resultat des allgemeinen Krachs. Von dem haben wir genug." Druckfehlerberichtigung. In dem Aufsatz „Gedanken zu unserem Werke" muß es aus der ersten Seite in Nr. 52 „E. V.-Zeitung", zweite Spalte, sechste Zeile ff. heißen: „Ab-er verständlicherweise glauben sie im politischen Kampf wesentlichere Aufgaben erfüllen zu müssen, als den zwar Krankheitsstoffe bildenden, aber bestimmt innerlich an seiner eigenen Unfähigkeit einmal zugrunde gehenden Nationalsozialismus zu bekämpfen." Seite 694, erste Spalte, Zeile 15 ff., muß es heißen: „Denn wir treten für die religiösen und sittlichen Güter des Judentums, für Vaterland und vaterländische Werte, für Freiheit im Sinne des Aufbaues, für den Frieden im Sinne der Bibel, für Erhaltung und Anerkennung der im deutschen Volke schlummernden Kräfte unbedingt ein." Zeitgemäße Geschichtsschreibung. Von Ludwig Holländer. Arno Holz beklagt in einer seiner frühpoetischen Schöpfungen, betitelt „Weltgeschichte", die Art und Weise, wie vielfach der suchenden und fragenden Welt die Lehren der Vergangenheit dargeboten werden: „Also sitzt er und schmiert und schmiert tote Zahlen und trockene Berichte, bis er dann endlich „Schluß" drunter kliert und auf das Titelblatt „Weltgeschichte". Weltgeschichte! O blutiger Hohn! Uralter Hymnus auf die Borniertheit! Wann, o wann kommt des Menschen Sohn, der Dich erlöst aus Deiner Vertiertheit?" Die hier bezeichneten Mängel der Geschichtsschreibung zu beseitigen, unternimmt die im Prophläen-Verlag, Berlin, erschienene „P r o - Pyläen-Weltgeschichte". Der Herausgeber ist der bekannte Leipziger Professor Walter Goetz, der früher dem Reichstag als demokratischer Abgeordneter angehört hat. Nach dem Anlageplan dieses auf zehn Bände berechneten Werkes werden die einzelnen Teile der Gesamtdarstellung jeweils von einem Aufsatz aus der Feder von Goetz eingeleitet. Die bedeutendsten Geschichtsschreiber der Gegenwart behandeln den Stoff in einzelnen Abhandlungen, so daß sich das Bild der Vergangenheit im Lichte der Auffassung der verschiedensten großen Gelehrten unserer Tage zu einem Sdtwab’s Brezeln Sthwab’s Zwiebadt Schwab’s Schnitten wundervoll im Geschmack! Fabrik; Bad Homburg v. d, Höhe• Die Gefahren der Fleischnahrung d. h. Anhäufung giftiger Bakterien und Fäulnisstoffe im Leibe, werden wesentlich gemindert bei zeitweisem Gebrauch von DiKlebs Joghurt-Tabletten mit Acidophilus. Meist gebraucht: Einfache, abf Ohrende oderVitajocur- (d.s. vitaminhaltige) Tabletten. Tägl. Aufwand: 15Pf. Kostenlos: Glänzende Anerkennungen von Aerzten und Publikum beiVerdauungsleiden, seit 18 Jahren erprobt. Dr. E. Ktebs loghurtwerk, Manchen, Schillerstrasse 28 C. In Apotheken, Drogerien und Reformhäusern vorrätig, wo nicht, direkte Lieferung. Schiaabs g^JDe/iAafessbin ich in kurzerZeit 20 Pfd. leichter geworden durch ein eins. 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