Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 51 (20.12.1929)
- Date
- 1929-12-20
- Page
- Seite 688 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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< m Xi ii j o B r e ii 4 a ii o — 85 Jalirc« Bei uns erschien Brentano, „Der Judenhass“. 85 Pf, Philo Verlag und Buchhandlung X*. m. b. II., Berlin SW 08, Isiulenslrasse 13. Die zweite Kurstellung des Breslauer Jüdischen Museums. Der Verein Jüdisches Museum Breslau veranstaltet eine außerordentlich wirkungsvolle Ausstellung im Lichthos des Breslauer Kimstgewerbemuseums. Sie zeugt von der segensreichen Tätigkeit des Vereins, der wertvolle Kultusgegenstände aus Kleingemeinden der abgetretenen Gebiete erhalten hat. Von den Thora-Vorhängen ist ein Stück aus Rawitsch (Posen) aus grauem Atlas besonders bemerkenswert (1751). Dieser sowie ein anderer Vorhang aus dein Jahre 1831 wurden bei der Beschneidungsseier gebraucht und Zeigen in Reliefstickerei Beschneidungsbank und Beschneidungsmesser. Der älteste Thora-Ilnchang stammt aus Glogau (1729) und stellt in schöner Stickerei Moses und die 10 Gebote dar. Gin schön gestickter seidener Gebetsmantel zeigt männliche Figuren. Sehr interessant ist eine hebräische Grammatik aus dem Besch des Breslauer Reformators Johannes Reuchlin „de rudementis hebraici", erschienen 1506 in Pforzheim. Gin alter Stich gibt den Karlsplatz (jetzt Lassalleplatz) wieder mit dem Geburtshaus des großen Breslauer Bürgers Ferdinand Lassalle. Die Ausstellung bringt ferner noch u. a. handgeschriebene Machsorim und handgeschriebene Shnagogenb sicher (Gemeinde Au ras 1765, Sklover Synagoge 1776), die neben künstlerischem Wert vor allem von kulturhistorischer Bedeutung sind. Dieser bereits Zweiten Ausstellung des jüdischen Museumsvereins sind wegen ihres großen Interesses in allen Bevölkerungskreisen weitere Nachfolger Zu wünschen. Gesellschaftsabenü öes Hilfsvereins. Gin erlesenes Programm bot der Gesellschastsabend des Hilssvereins der deutschen Juden, der am 10. Dezember im Kaiserhof stattsand. Professor Albert Ginstein hielt eine Begrüßungsansprache, in der er aus die Bedeutung des jüdischen Hilfswerks hinwies und dessen tatkräftige Förderung verlangte. Dann folgten ein Schubert-Quintett, gespielt von den Herren Kreutzer, De m a n, R e i tz, D e ch e r t, K r ü g e r, Eesangsvorträge von Margnerite P e r r a s und Agnes L e n b a ch , sovoie musikalische Vorträge von Professor Levnid K r e u tz e r. Generalintendant Karl E b e r t (Darmstadt) las eine Novelle von Tolstoi. Zum Schluß trug Lotte L e n j a einige Songs aus der „Dreigroschenoper" vor, begleitet von der Lewis- Ruth-Band unter persönlicher Leitung des Komponisten Kurt W e i l l. Starker Beifall dankte beit Künstlern für die genußreichen Darbietungen. Nach dem Konzert bildeten sich zwanglose Gruppen, und bald herrschte ein reges geselliges Leben. Man sah viele bekannte jüdische Persönlichkeiten, so Legationsrat Professor Dr. Sobernheim, Polizeivizepräsident Dr. Weiß, Eugen Landau, Dr. James Simon, Kommerzienrat G u g g e n - h e i m , Dr. Kahn, Dr. Li e p m a n n (als Vertreter von Professor Leopold Jeßner), Dr. Bruno Weil und Gattin (deren rühriger Tätigkeit der harmonische Verlaus des Abends zu einem guten Teil zu danken ist), Fritz Wallach, Frau Mascha H e r Z s e l d , Berthvld Israel n. a. m. Alle Teilnehnrer gingen in dem angenehme!: Gefühl nach Hause, einen wirklichen Gesellschastsabend und echte geistige Geselligkeit „erlebt" Zu haben. Erfährt man dann noch, daß auch das finanzielle Ergebnis befriedigend gewesen sei und somit das segensreiche Werk des Hilssvereins werter ausgebaut werden kann, so kann rnan dem Vorstand des Vereins Zu dem gelungerter: Abend nur beglückwünschen. Kn unsere Leser! Alle in dieser Zeitung besprochenen Bücher sind auch durch Philo-Verlag und Buchhandlung G. m. b. H., Berlin SW 68, Lindenstraße 18, portofrei Zu beziehen. G. Grosser Sprsialhsus für ferne herren-Wäfche, Trikotsgen usw. BERLIN W FERNSPRECHER: CHARLOTTENSTRASSE65 MERKUR 6330 Dr. h. e. Wilhelm Kleemauu 60 Jahre alt. Das Mitglied unseres Hauptvorstandes. Dr. I:. e. Wilhelm Klee m a n n , Direktor der Dresdner Bank in Berlin, vollertdete am 17. Dezernber sein 60. Lebensjahr. Trotz seiner umfangreichen, allgemein anerkannten Tätigkeit im deutschen Wirtschaftsleben fand Kleemann stets Zeit, sich für jüdische Interessen warm einzusetzen und sie durch tätige Hilfe zu fördern. Dem Centralverein, dessen Hauptvorstand er seit 1921 angehört, stand er ntit Rat und Hilfe bereitwilligst zur Verfügung. Kleemann ist außerden: Mitglied des Hauptvorstandes der Berliner Jüdischen Gemeinde und arbeitet in der Gesellschaft „Ort" und anderen Organisationen. Wir wünschen unseren: Freunde noch recht lange Jahre gesegneter Tätigkeit in seinem Berufe wie in seinen Ehrenämtern, vor allem aber auch in unserem Centralverein, dessen Arbeit er, wie wir wissen, besonders schätzt. Professor Dr. Schneider (Berlin-Friedenau), Ehrenmitglied und Mitbegründer unseres Vereins, ist von der Berliner Turnerschaft in feierlicher Sitzung zun: Ehrenmitglied wegen seines Wirkens „für die turnerischen Ideale und unser deutsches Volkstum" ernannt worden. Wir gratulieren unseren: altbewährten Freunde herzlichst zu dieser besonderen Ehrung! iftafche ■XUtXUn&n Winkelkausen C»r t>a!i»bta d«ut«che W*fnbr«ntf Unter Aufsicht d. Hannoverschen Rabbinats I v£7ÜJ Henry Gotdsdimidt, Hannover ■ (früher Markoldendorf), Scholvinsiraße 4. Empfehle fleisätunä Wmlantrett von hervorragender Qualität. Zur Saison: Gänsewurst und -brust. 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