Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1929-10-25 · 43 (25.10.1929) · p. Seite 581

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
43 (25.10.1929)
Date
1929-10-25
Page
Seite 581 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2277379-2277833-2277876--05591-2286453
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

SSI halten. Erfüllt hat er dies Versprechen ebensowenig. Auch unter Johanns Nachfolger, unter Joachim I., wohnten die Juden noch in der Mark. Schwerere Wolken als je hingen über ihren Häuptern. Nicht der Fürst war es, den sie zu fürchten hatten. Er zeigte ihnen noch 1509, unmittelbar vor der furchtbaren Tragödie des folgenden Jahres, sein Wohlwollen durch die Erlaubnis, einen Nabbr zu berufen, der über sie nach jüdischer Gewohnheit richten sollte. Er hatte diesem Nichteramt den ganzen Nachdruck seiner kurfürstlichen Macht verliehen. Wer dem Nabbi nicht gehorchen und deshalb in seinen Bann fallen und sich nicht innerhalb 30 Tagen aus ihm lösen würde, der sollte Leib und Gut verlieren. Die Gefahren für die märkischen Juden kamen von anderer Seite, von dem Beispiel, das Mecklenburg und das Erzbistum Magdeburg 1492 und 1493 mit der Vertreibung ihrer Juden gegeben hatten, und von dem nur mühsam unterdrückten Groll der märkischen Stände über den Schutz, den die Regierung den Juden bot. In einer Handschrift über die Einnahmen der Stadt Berlin im Jahre 1505 werden die Zinsen genannt, die von den Bewohnern der Buden im Jüdenhof und in der Jüdenstraße, die hier zuerst genannt wird, an die Stadtkasse gezahlt werden mußten. Im Jüdenhof werden vier Zinsbuden aufgezählt, von denen aber nur eine, die große, sich in jüdischem Besitz befand; in der Jüdenstraße zwei, beide in christlicher Hand. Doch gab es noch andere Judenhäuser, über deren Zins Rat und Juden vor kurzem einen Vertrag geschlossen hatten. Zwei von ihnen gehörten einem gewissen Salomon, der sie damals gerade instand setzen ließ und die Kosten dafür von seinem Zins abziehen durfte, eine andere M o s s e, der wohl mit dem gleich darauf genannten Schwager Salomons namens Mosse nicht identisch ist. In einem Sanatorium Rebhaus Freiburg I. Br. für Innere, Nerven- und Stoffwechselkranke. Pensionspreis einsclüiesslich laufender ärztlicher Behandlung ab SM 14—. 1929 vollständig renoviert. Leitender Arzt: Dr. L. Mann. — Prospekte. weiteren Hause wohnte Kalle, die Witwe eines Mann. Der ganze Judenzins brachte in diesem Jahre nur 278 Groschen ein. Die Zahl der Berliner Juden war wohl gegenüber der Mitte des vorigen Jahrhunderts geringer geworden. Sie waren aber immer noch imstande, eine Judenschule und einen Lehrer zu halten, der 1507 ein Schock Groschen an die Stadt zahlte. Es ist die letzte Nachricht über die Berliner Juden vor der Katastrophe des Jahres 1510. Neue Bücher Die Besprechung einzelner Werke behält sich die Schriftleitung vor. Taufik Eanaan: Dämonenglaube im Lande der Vib-el. I. C. Hinrich, Leipzig, 1929. — Ilse Heringer: Mendel Rosenbusch. Dr. R. Färber, Ostrau, 1929. — Menorah, Jüdisches Familienblatt für Kunst, Wiffensä)aft und Literatur. Wien-Berlin, 1929. — Geschichte der Nauhcimer Juden. Festschrift zur Einweihung dev Synagoge. 1929. — Walter Bloem: Held seines Landes. K. F. Köhler, Leipzig, 1929. — Josef Delrnont: Juden in Ketten. Fr. Wilh. Grunow, Leipzig, 1929. — Bertha Badt-Strauß: Moses Mendelssohn. Welt- Verlag, Berlin, 1929. — Kurt Galling: Der alte Orient. I. C. Hinrichsche Buchhandlung, Leipzig, 1929. — Fritz Bamberger: Die geistige Gestalt Moses Mendelssohns. I. Kauffmann, Frankfurt, 1929. — Max Blatt: Eine Schicksalsfrage des jüdischen Volkes. M. A. Wahrmann, Frankfurt, 1929. — Die Weltreligionen gegen den Krieg. Verlag Bauer, Marburg, 1929. — Julius Rieger: Die Bedeutung der Geschichte für die Verkündigung des Amos und Hosea. Alfred Töpelmann, Gießen, 1929. — I. Herzberg: Moses Mendelssohn. M. W. Kaufmann, Leipzig, 1929. Lanöesverbanöstagungen. Pommern-Grenzmark. Sonntag, den 10. November 1929, vormittags IOMj Uhr, in den Räumen der Allem« nia-Loge, Stettin, Friedrich - Karl - Straße 3, LandesverbandPommern-Grenzmark. R.-A. Dr. M a r c u s e, Stettin. . R.-A. Fleischer, Schneidemühl. Max E i s e n st e i n, Stettin. Franz Rosenberg, Flatow, Adolf N u b e n s o h n, Köslin. Vapern. Landesverbandstagung. Sonntag, den 10. November 1929, in Nürnberg, Gemeindehaus, Neuengaffe 12, vormittags 9% Uhr. Tagesordnung: Vertraulicher Tätigkeitsbericht des Syndikus. — Rechtsfchutzbericht des Rechtsbeistandes. — Vortrag Dr. Holländer. — Finanzbericht durch den Schatzmeister und Entlastung. — Aussprache. — Wahl des Vorstandes. — Verschiedenes. Die Ortsgruppen werden um Meldung der Namen ihrer Delegierten, deren Zahl nicht beschränkt ist, bis zum 4. November au den Landesverband gebeten. Hannover. Sonntag, den 3. November, 10 14 Uhr, in den Räumen des Gemeindesekretariats, Hannover, Lützowstr. 3. Tagesordnung: Geschäfts- und Finanzbericht des Landesverbandes. Syndikus Wittelshöfer. — Die preußischen Kommunalwahlen, unter besonderer Berücksichtigung der sächsischen Wahlerfahrungen. Rabbiner Dr. G o l d m a n n (Leipzig), Mitglied des Haupt-. Vorstandes. — Vertrauliche Mitteilungen der Zentrale; Ausbau der Frauenarbeit im C. V. Frau Leibholz (Berlin). — Deutsch - jüdische Jugendarbeit. Leo v. d. Walde (Emden). — Neu- und Ergänzungswahlen des Vorstandes. — Verschiedenes. Die Klavierfirma Beckstein nickt Hitler- Geldgeber. Bei den Verhandlungen des parlamentarischen Untersuchungsausschusses des Bayerischen Landtages über die Vorgänge vor dem Hitler-Putsch war bei der Behandlung der Frage, woher die Gelder für den Hitler-Putsch kamen, auch der Name des Pianofortefabrikanten Bechstein, Berlin, genannt worden. Es handelt sich um Herrn Edwin B e ch st e i n, der der nationalsozialistischen Bewegung von jeher nahegestanden und auch die Blätter Hitlers mit finanziert hat. Gerade wegen dieser Betätigung hat die Berliner Pianofortefabrik Bechstein ihre Beziehungen zu ihrem früheren Mitinhaber schon seit mehreren Jahren gelöst. II eschältsbemahme. Mit dem 1. Oktober 1929 habe ich das altrenommierte Hotel zum Hitschen IN LÖRRACH von der Familie Pflüger übernommen. Ich empfehle meine mit fliessendem warmen und kalten Wasser ausgestatieten und entsprechend eingerichteten Fremdenzimmer sowie die schönen Restaurationsräume, eckte Markgräfler Weinstube und Säle für grössere und kleinere Veranstaltungen, Ausstellungen usw. auf das angelegenste. - Es wird mein Bestreben sein, den alten Ruf dieses Hauses durch zuvorkommende Bedienung, gepflegte und preiswerte Weine sowie erstklassige, jedem Geschmack Rechnung tragende Küche weiterhin zu rechtfertigen. HOCHACHTUNGSVOLL >TTO HUPFER UND FRAU. STOliWERO( Wenn nach Potsdam, da«« nur das führende Weinrestaurant. / Küche und Keller Weltruf! / Tel. 2043. / H. MEYE. I

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.