Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 50 (13.12.1929)
- Date
- 1929-12-13
- Page
- Seite 670 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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670 Die spräche des Pentateuch. Ein Bortrag Professor Dr. A. S. Yahudas. Zn der Vvrderasiatisch-Aegyptischen Gesellschaft sprach Professor Tr. A. S. P a h u d a (London) über den „Einfluß des Aegyptifchen auf Sprache und Stil des Pentateuch". In langjähriger Forschung, deren Ergebnisse er in dem Werke „Die Sprache des Pentateuch in ihren Beziehungen zum Aegyptifchen" niedergelegt hat, ist Professor Yahuda zu der Ueberzeugung gelangt, daß das Hebräische ans einem primitiven kanaanäischen Dialekt unter dem Einfluß des Aegyptifchen zu der literarischen Knltnrsprache der Bibel geworden ist. Die Voraussetzungen hierfür waren das Nomadenleben, das das jüdische Volk fast während der ganzen Dauer seiner Geschichte kultursuchend und knlturvernnttelnd geführt hat, und die Tatsache, daß alle Sprachen, mit denen es auf diese Weise in Berührung gekommen war, befruchtend auf feine Sprache gewirkt hatten. Man ist in der Lage, aus der Wandlung der Sprache die Wanderftadien Israels Zu bestimmen. Es ist erstaunlich, welche starke Assimilationsfähigkeit das Hebräische in der Aufnahme fremder Elemente besaß. In der Genesis finden sich Zahlreiche babylonische Begriffe, wie in der Flutsage, der Turmfage und einem Teil der Patriarchengeschichte, aber es zeigt sich auch schon ägyptischer Einfluß, der sich in einer Ueberarbeitung dieser Sagen geltend macht. Vollends im Exodus und den späteren Büchern weift Professor Pahuda eine Fülle von ägyptischen Begriffen und Wörtern nach, die nur in einem engen Zusammenleben beider Völker aufgenominen fein konnten. Tatsächlich ist Israel lange Zeit eine ägyptische Provinz gewesen. Aus diesen Erkenntnissen ergibt sich für Professor Pahuda,* daß der Pentateuch, entgegen der bisher herrschenden Auffassung, vor der Eroberung Kanaans entstanden sein muß. Ebenso wird die Deutung bisher unerklärter Wörter und Begriffe wesentlich erleichtert. Mit zahlreichen Beispielen, vornehmlich aus dem Gebiete des Opfertultus^ belegte. Professor Pahuda feine These. Sicher weift er sowohl der Aegyptvlogie wie der alttestameutlichen Wissenschaft neue Wege, wenn ihm auch aus den Reihen der Fachkollegen noch starker Widerspruch entgegentritt. G. A. Var Herz int Ausverkauf. Novellen. Bon Pani Arischaner. Wien 1929, Paul Zsolnay. Ich kenne Frischauers Dürer-Roman nicht — aber er must um ern beträchtliches schwächer sein als dieses neue Buch: sonst Hütte Frischaners Name heute schon einen ganz anderen Klang. Nun, das wird nachgeholt werden. Ich prophezeie diesem „Herz im Ausverkauf" einen starken und lange dauernden Pulsschlag — soweit man bei Novellen überhaupt und bei menschlich Zarten und psychologisch vertieften Arbeiten im besonderen solche Prophezeiung heutzutage ans sich nehmen kann. „Herz im Ausverkauf" — ein allzu leichter Titel für dieses stille und kultivierte Buch. „Aufruhr der Phantnsire" heißt eine der vier Arbeiten — und so könnten sie alle vier betitelt sein. Denn alle sind sie gewissermaßen fünfundsiebzigprozentig, alle steigern sie sich, aus vielen und melodisch lauteren Quellen kunstvoll und bedeutend zusammenströmend, zu einer Drerviertel-Realität — und bleiben da stehen; das vierte Viertel, die Lösung dieser Dreiviertel-Wirklichkeit in Traum und Gedanke, bleibt (mit Vorzug und Nachteil) Frischauers eigentümlichste Leistung. Und wie dieser Titel „Ausruhr der Phantasie" in einem Buch Stefan Zweigs figurieren könnte, so ist dieser ganze zu einer selten hohen Kultiviertheit durchgebildete Novellenstil an Zweig geschult und steht diesem Dichter in «S. Zur GesHRdfaaltimg! F&chinger Versandstelle, Berlin SW 11, Sehöneherger Strasse 16a. Telefon: Lüfzow 826lY6!. einem Stück wie „Der Dritte" kaum mehr nach. Mancherlei läßt sich noch einwenden. Man begrüßte eine noch pfleglichere Behandlung der Sprache und ihre Entlastung von entbehrlichem Fremdwort („der Gedanke perseverierte in seinem Hirn", steht da etwa zu lesen), man begrüßte da oder dort (und vor allem in der Titelnovelle) eine höhere Oekonomie und Zielgerichtetheit der Komposition — aber alle diese Einwände haben erst statt, wenn man zunächst einmal das hohe Niveau der Gesamtleistung anerkannt hat. Man sollte jeder Kritik den Maßstab beigeben wie einer geographischen Karte — ich weiß nicht, wer mir das einmal gesagt hat. Man lese also: 1: l, in natürlicher Größe: Wir haben einen neuen Novellisten von Rang. lodert Neumann. Siegmund Loeb, Trier, 70 Jahre alt. Am 2. Dezember beging der langjährige Vorsitzende unserer Ortsgruppe Trier, Siegmund Loeb, seinen 70. Geburtstag, ein vornehmer Kämpfer um El re und Recht. Loeb ist einer unserer treuesten und bewährtesten Freunde. Er genießt in allen Bevölkerung kreisen Triers, besonders in katholischen, hohes Ansehen. Wir wünschen dem Jubilar, der 25 Jahre als Etadtrat in Trier wirkte, noch viele Jahre erfolgreicher Arbeitmm M MUH EM am? IST IMMER BEGEHRT £ Keine grauen Saure Leine mehr! Unter Aufsicht d. HannoverschenNabbinats. Henry Goldschmidi, Hannover (früher Markoldendorf), Scholvinstraße 4. jjpH Empfehle Pf fleisdt- und Wursimm S5|fp8 von hervorragender Qualität. Zur Saison: Gänsewurst und -brnst. Verlangen Sie Preisliste! Verpackung freit ich und Munt I sehen Sie schon nach kurzem Gebrauch meineswissenschaftlich erprobten Haarbaisams aus. Garantiert unschädlich! GroßeFlascheM.l',60. Prospekt gratis! Alleiniger Hersteller: FrauM.Schellenbsrg, Berlin Om(8). i WiuMbrik MM Keller. Köln Brüsseler Straße 79, Telephon 57765 empfiehlt Ia WttVfiWavett in vorzüglicher Dualität. Spezialität: Grobgehackte Kochdauerwurst, ab 9U Porto und Verpackung frei. 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