Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 48 (29.11.1929)
- Date
- 1929-11-29
- Page
- Seite 640 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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64) Schul- und Erziehungsanstalt für arme jüdische Kinder. Die Schule entwickelte fid) rasch zu einer Anstalt, die in gleicher Weise die BiLdungsbedürfdeutung der Schule, und diese Erkenntnis fand ihren Niederschlag in dem Vertrag, den die Gemeindeverwaltung im Jahre 1843 mit dem Patronat (Schulrat des Philanthropin) schloh, ^uud in dem sie sich verpflichtete, den jeweiligen Fehlbetrag Zu decken. Unter der umsichtigeu^Leitung seiner Direktoren M i ch a e l H e ß, Sigismund Stern, H e r nt a n n B a e r w a l d , S a l o Adler und Otto D r i e s c n verstand es das Philanthropin stets, sich den Erfordernissen der Zeit anzupassen und die mannigfachen politischen und finanziellen Schwierigkeiten, die sich seinem Aufstieg entgegenstellten, zu überwinden. Aus der Privatschule wurde eine öfsentliche Lehranstalt mit den gleichen Berechtigungen wie die entsprechenden staatlichen und städtischen Lehranstalten.^ Zurzeit umfaßt das Philanthropin (Lchulwerk der israelitischen Gemeinde) ein Reformrealghmnasium mit Realschule nebst Lhzeum und Frauenschule und einen Kindergarten. Unter demselben Patronat, aber gesonderter Leitung, steht eine vollausgebaute Volksschule. Die Gesamtschülerzahl beträgt über 800, die höchste seit Bestehen der Anstalt. Mit besonderem Stolz blickt das Mnlantbrovin aus die Reihe von Männern Zurück, die an der schule ihre Lebensarbeit gesunden gaoen und durcy ihre uuterrichtliche oder wissenschaftliche Tätigkeit auch weiteren Kreisen bekannt geworden sind: Michael E r e i z e n a ch , Jako b A u e r b a ch und M a r k u s I o st erwarben sich besondere Verdienste um den Religionsunterrichts Markus Jost außerdem als erster deutscher Geschichtsschreiber der Juden. I. Kracauer schrieb die Geschichte der Frankfurter Juden. Am Philanthropin wirkten die Mathematiker Gustav W e r t h e i m und H e r m et n n Dobriner , der Astronom T h e o - b a l d Epstein, der Naturwissenschaftler I s a a k B l u m (eherualiger Vorsitzender der Senckenbergischen Gesellschaft^. Kurze Zeit waren an der Schule tätig der Historiker Harrh Breslau unD der Literarhistoriker A l bert B i e l s ch o w s k h. Aon ehemaligen Schülern seien erwähnt der Astronom Karl S ch w a r z s ch i l d und der Dichter Ludwig F u l d a. Zwei treue Anhänger der Schule sollten das Jubiläum nicht mehr erleben: Philipp Schiff (Bruder des bekannten New Porter Philanthropen Jakob Schiff) und der bis zum Tode mit der Schule verbundene Bankier H e i n r i ch E nt d e n. Wie zum 106jährigen Jubiläum, so bekunden auch jetzt wieder die ehemaligen Schüler und Schülerinnen .und die Freunde der Anstalt ein lebhastes Interesse an der Feier. Als literarische Festgabe erscheint eine pädagogische Sammelschrist: „B a u ft eine praktischer Pädago g i k" (Verlag Kornsand u. Co., Frankfurt a. Main), ferner eine ausführliche Würdigung der vielseitigen Persönlichkeit Sigismund Sterns von Studienrat Dr. Arthur G a l l i n e r (Verlag Englert u. Schlosser, Frankfurt a. Main) und eine Jubiläumsnummer der von ehemaligen Schülern des Resormrealghmnasiums herausgegebenen Zeit- LUGANO-Castasnola Französisches Töditerinstifut „Caslello Biancov, ...........""r-U ' ..'■■i.i—n— schrift: „Das Philanthropin" (Geschäftsstelle: Frankfurt a.' Main, Hebelstraße 15). Wir wünschen dem Philanthropin, daß es fein segensreiches Werk zum besten der Gemeinde Frankfurt a. Main und darüber hinaus des Judentums und des Deutschtums in gleich vorbildlicher Weise durch weitere Jahrzehnte und Jahrhunderte möge sortführen können. Mr Entgiftung der innerjüdischen Kampfes. Der Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden hat in seiner letzten Sitzung vom 20. November nach eingehender Aussprache über die Aufrufe ,,Hilfe durch Ausbail" und „Erklärung deutscher Juden" und die dadurch innerhalb des - deutschen Jlidentums hervorgetretenen Gegensätzlichkeiten folgende Entschließung einstinunig angenommen: „Der Große Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden gibt der lleberzeugung Ausdruck, daß die Würde des jüdischen Namens und das« Ansehen der deutschell Juden es dringend erfordern, den innerjüdischen Kampf zu entgiften. Die Austragung von Meinungsverschiedenheiten, sei cs vor der jüdischen, sei es vor der nicht-jüdischen Oeffentlichkeit, muß ohne Verlangen Sie die Marke das Zeichen für Qualität! Verkauf in allen guten Porzellanhäusern. Auf Wunsch Nachweis von Bezugsquellen. Porzelianfabrik F. Thomas, Abt. c. Marktredwitz i. 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