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Central-Verein-Zeitung · 1929-10-18 · 42 (18.10.1929) · p. Seite 568

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
42 (18.10.1929)
Date
1929-10-18
Page
Seite 568 (sequence 8)
Language
German
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SöS Die Welt ehrt Heine — Unö deutsch!anöl Vor 20 Jahren schloß Herbert Enlenberg sein Schattenbild Heinrich Heines mit den Worten: „Und darum hat er, dessen Ehre es ist, in unserer denkmalwütigen Zeit kein öffentliches Monument in Deutschland zu haben, sich einen Denkstein um uns verdient." Der Dichter, der nach Richard D e h m e I s Ausspruch seine Muttersprache mächtiger gesprochen hat als alle deutschen Müllers oder Schultzes, wurde in seiner Heimat, die er trotz aller Kritik ihrer Politischen Zustände so sehr liebte, nur spärlich mit Ehrungen bedacht. Knapp vier Wochen nach dem Tode des hervorragenden dänisch-jüdischen Schriftstellers Georg B r a n des hing sein lebensgroßes Porträt int Ehrensaal der erlesensten Geister des dänischen Volkes, im Nationalmuseum Schloß Fredericksborg — an H eine erinnern in Deutschland nur wenige Stätten. Es soll nicht verschwiegen werden, daß auch bei uns hierin in letzter Zeit manches besser geworden ist. Selbst der eingesessene Berliner wird!aum wissen, daß neuerdings sogar in Berlin zwei Stätten Heines Namen tragen — eine unbebaute Straße in Mahlsdorf und ein Platz in Bohnsdvrs bei Köpenick. Es mag dahingestellt bleiben, ob diese Ehrungen des Dichters würdig sind, immerhin zeigen sie den guten Willen der Berliner Stadtverwaltung. Diese Behandlung des Dichters durch seine Landsleute hat häufig die Kritik, ja den Spott des Auslandes herausgesordert. Vor wenigen Monaten wurde in Paris am Sterbehause Heines in der Avenue Matignon durch den Stadtrat von Paris eine Erinnerungstafel angebracht. Bei den Einweihungsfeierlichkeiten hat man das Fehlen offizieller 'deutscher Vertreter viel bemerkt und kritisiert, und Pariser Zeitungen meinten ironisch, „der deutsche Dichter habe wohl versäumt, seine Karte bei den deutschen Behörden abzugeben". Besonderer Beliebtheit hat sich der Dichter stets in England erfreut. So hat einst einer der wärmsten Freunde, die Deutschland in England besaß, der Vi8coimt Haldane, früherer englischer Kriegsminister und Lordkanzler bei Kriegsansbrnch, ein Verehrer Kants, Schopenhauers und Einsteins, der einmal Deutschland als fehle „geistige Heimat" bezeichnete, in einem Bortrag „Oreat Britain and Germany“, a study in national eharacteristics, vor Oxsorder Studenten über Heine folgendes ausgeführt: „Wenn ich Düsseldorf besuche, bemerke ich stets voll Draller, daß kein Zeichen daran erinnert, daß diese Stadt stolz auf ihre Verbindung mit Heines Namen ist. Er war zeitweise sehr kritisch, er lachte über feine Landsleute. Aber dann lachte er über uns Engländer ebenso, und vielleicht spottete er am mciften über die Franzosen. Er kannte Deutschland genall und liebte es ehrlich. Und doch hat gerade Deutschland ihn faimt gewürdigt, obwohl gerade er deutsche Prosa wie kaum ein anderer geschrieben hat. Wir haben gelernt, den jungen Goethe zu bewnndern, der einige seiner größteil Werke, den Ursaust, Goeh, Werther und einen Teil feiner besten Lyrik vor Vollendung seines sechsnndzwanzigsten Lebensjahres schuf, aber voll Heine hört man lvenig in Deutschland. Ich glaube, daß es ein Mangel an Vorurteilslosigkeit ist, der Delltschland diese einzigartige Persönlichkeit nicht gebührend würdigen läßt — diesen Mann, der so viel wußte und es so klar und mit so erlesenen Worten zu sagell vermochte. In Heine hat 8i. Beuve einen ebenbürtigen Rivalen in der Feinheit des Ausdrucks gesunden. Die Sprache Uenans ist nicht schärfer, zierlicher und eleganter. Und doch gibt es, soviel ich weiß, in Deutschland keine bedeutende Erinnerungsstätte an ihn — nicht einnlal in Düsseldorf, seiner Geburtsstadt. Nlln kommt aus Düsseldorf die Nachricht, daß ein internationaler Ehrenausschuß, dein die repräsentativsten Köpfe der Weltliteratur angehvren, wie John Galsworthy, Selma Lager lös, Maxim Gorki, Benedetto C r o c e, die Amerikaner M enefen, Theodor Dreiser und Upton Sinclair, Romain Rolland und T n g o r e, sich Zllr Schaffnllg eines Heine- Denkmals gebildet hat. Die Stadt Düsseldorf hat 10 000 Reichsmark zur Verfügung gestellt: durch ein internationales Preisausschreiben will man geeignete Entwürfe erhalten. Im Lause des Winters hofft man die Finanzfrage zu trlidics Für die Gesundheit! Fachinger Yersandstelle, Berlin SW 11, Schöneberger Strasse 16a, .Telefon: Lützow 8266/6!. regeln. Hoffentlich findet der Plan auch bei der Reichsregierung und der preußischen Staatsregierung gebührende Unterstützung. Mußte das deutsche Volk sich erst vom Ausland sagen lassen, was es seinen: großen Sohne schuldig ist? Dr. Werner Rosenverg. Gedenkfeier für Eduard Lasker. Zu Ehren des hundertjährigen Eduard Laster (geboren 14. Oktober 1829) fand am Sonntag, 13. Oktober, an seinem Grabe aus dem alten Friedhof Schönhauser Allee der Berliner Jüdischen (Gemeinde eine schlichte Feier statt, die von der Familie des großen deutschen Politikers ausging. Tie Jüdische Gemeinde, von der Mitglieder des Vorstandes und der Repräsentantenversammlung der Feier beiwohnten, hatte das Grab, in dem Laster und Bamberger ruhen, ausgeschmückt. Ein Kranz der Familie, dem „Stolz der Familie" gewidmet, zierte die Ruhestätte. Der Fortschrittliche Verein „Waldeck" legte durch eine Abordnung, an der Spitze der Landtagsabgeordnete Otto Naschte, einen Kranz mit schwarzrotgoldener Schleife für den „Vorkämpfer für Deutschlands Einheit" nieder. Unser E e n t r a l v e r e i n, vertreten durch die Hauptvorstandsmitglieder Dr. med. I. L o n d o n, Kammergerichtsrat Dr. I. Stern sowie den Syndikus Dr. A. W r e n e r, überbrachte einen Kranz aus dunklem Grün und gelben Herbstblumen mit der Inschrift: „Dem Kämpfer für Freiheit und Recht." Der Neffe Eduard Lasters, Justizrat F e i l ch e n f e l d, zeichnete ein anschauliches Bild vom Leben und Wirken des ausgezeichneten deutschen Mannes, besten gradliniges Ziel ganz dern Wohle des Vaterlandes gewidmet war. Selbstlos, unbestechlich, sich aufopfernd, ging Laster den dornigen Weg zu diesem Ziele. Die gewaltige Teilnahme der Bevölkerung an seinem Begräbnis bewies seine Popularität. Furchtlos und treu hielt er zu seiner engeren Gemeinschaft, wenn es galt, im Kampfe gegen den Antisemitismus der Stöcker- Zeit seinen Mann zu stehen. um rneiimm BERLIN HANAU WMt.M Bitte nehmen Sie in allen Korrespondenzen mit den Inserenten unserer Wochenschrift auf die Anzeige in der „C.V.-Zeitsrng* Bezug. Das liegt in Ihrem Interesse. ist nicht mir unschön, sondern auch lästig. Die geringste Anstrengung wird dem Dicken zur Qual. beeinträchtigt die Lebensfreude und die Leistungsfähigkeit. Werden Sie wieder schlank auf ärztlich empfohlene, unschädliche und gesunde Weise. Trinken Sie Dr »Ernst Richters Frühsiüdkshraaieriee» Dr, mecLA. W. in Kr. schreibt: vOhne Diät habe ich 14 Pfand abgenommen und empfinde diese lenksame Entfettung äusserst angenehm.r 1 PaketM.9—, Kur 6PaketeM. 10- In Apotheken, und Drogerien; wo nicht vorrätig: „Hermes“, Fabrik pharm.-j kosm. Präp., München 173,GüllstTasse7. lieber Palästina unterrichtet sachlich Wiener, 3. Auflage 1927 Broschiert M. 2,40, gebunden M. 3,40 In wert über 100 Zeitungen ausführlich besprochen. Philo Verlag und BucMiandiung G.m.b.H. 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