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Von deutsch-jüdischer Jugend · 1929-10-11 · 7 (11.10.1929) · p. Seite 21

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Journal
Von deutsch-jüdischer Jugend
Volume
5 (1929)
Issue
7 (11.10.1929)
Date
1929-10-11
Page
Seite 21 (sequence 1)
Language
German
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nt. 7 ^afyrgang 5 Bellttgt oer £cctin, 11. ©Pt ob er 1929 Führertagung deutsch-jüdischer Jugend Am 28. und 29. September fand in Berlin eine Jugendführet* Tagung des C.V. statt. In seinem Vorbericht in Nr. 40 des Hauptblaiies hat bereits Ludwig Tietz eine kurze Uebersicht über Stoff und Ergebnisse der Tagung gegeben. Zur näheren Begründung der dort festgesielllen Ergebnisse soll heute ein knopper Arbeitsbericht folgen. Der Teilnehmerkreis. Die Abhaltung der Tagung, die von dem Vorstand des Jugendausschiisses des C. V. gemeinsam mit dem Jugendreferenten der Hauptgeschäftsstelle vorbereitet und veranstaltet wurde, war ein Experiment, wie jede erste Zusammenkunft eines bis dahin nur lose verbundenen Kreises. Und das um so mehr, als der Kreis der Teilnehmer weit gezogen war, um der Tagung einen möglichst starken Widerhall zu sichern. Ausser den Mitgliedern des Jugendaiisschusses waren eine Reihe von Freunden eingeladen worden, die uns aus der praktischen C. V.- Jugendarbeit bekannt geworden waren. 50 Teilnehmer (darunter zahlreiche Mitarbeiterinnen) waren dem Rufe gefolgt, etwa die Hälfte aus dem Reiche in guter Verteilung über alle Landesteile, über Gross- und Kleingemeinden. So war es unsere erste Aufgabe, den Kreis durch gegenseitiges Kennenlernen in zwanglosem Gespräch zusammenzuschliessen. Der Sonnabendnachmittag gab dazu in einer ganz formlosen „S prechstund e“ Gelegenheit und zu einer Vorwegnahme mancher persönlichen Wünsche und Anregungen. Der Vorabend. Der Abend vereinigte dann alle Teilnehmer in einem Saale des Zentralhotels zu der ersten Aussprache, die der Abwehrarbeit gewidmet wrar. Der Syndikus des C. V., Dr. Alfred Wiener, gab eine lebendige Uebersicht über die Stellung der Abwehrarbeit im Rahmen der Gesamtarbeit des C. V., über die neueste Entwicklung der antisemitischen Bewegung und die modernen Mittel ihrer Bekämpfung. Seine Ausführungen wurden durch die Ausstellung eines vollständigen Materials über die nationalsozialistische Bewegung unterstützt, die, schon bei ähnlichen Veranstaltungen gezeigt, der Forderung nach Sammlung aller Abwehrkräfte einen starken Nachdruck gaben. Stärker noch als in der folgenden Aussprache kam in späteren Einzel g e s p r ä c h e n zum Ausdruck, wie stark Referat und Bild für die Notwendigkeit einer grosszügigen Abwehrarbeit gezeugt hatten. Wer früher ähnliche Diskussionen in Kreisen der Jüngeren mitgemacht hatte, der wird es als einen wesentlichen Fortschritt buchen, dass dieser repräsentative Kreis deutsch-jüdischer Jugend über die Bedeutung und Notwendigkeit der Abwehrarbeit eines Sinnes war und sich bereit erklärte, tätig mitzuarbeiten, jeder mit den Methoden und auf den Wegen, die ihm am meisten entsprechen. Insbesondere wurde als spezielle Jugendarbeit Fühlungnahme und Aussprache mit der mclitjüdischen Jugend aller Kreise und Berufe gefordert. Das Arbeitsreferat-. Am Sonntag früh fanden wir uns dann im Griinauer Gesellschaftshaus zur grossen Aussprache über die C. V.- Jugendarbeit zusammen, die der Vorsitzende des Jugendaiisschusses, Ernst-Heinrich S e 1 i g s o h n, leitete. Als Grundlage diente ein ausführliches, gedruckt vorliegendes Referat des stellvertretenden Syndikus des C. V. und langjährigen . Jugendreferenten, Dr. Alfred Hirsch b e r g , das noch durch mündliche Ausführungen ergänzt wurde. Plirschberg ging von der organisatorischen Eingliederung der Jugend in den C. V. aus. Um eine stärkere Besetzung von Vorstandsstellen in Ortsgruppen und Landesverbänden zu sichern, ist aktive Teilnahme am Vereinsleben notwendig. Wer in einem Vorstand bereits tätig ist, muss sich einen Kreis jüngerer Mitarbeiter schaffen, der dem Verein frisches Blut zuführt. Die Kreise der jüngeren Angestellten verdienen besondere Berücksichtigung. Methoden und Mittel der Werbung werden besprochen. Mit bereits bestehenden Gruppen Jüngerer muss Fühlung genommen und durch Aussprachen die Ueberführung der aus den Bünden herauswachsenden Menschen in die grosse Organisation vorbereitet werden. Nur wer selber mitarbeitet, kann mit gutem Recht und Nachdruck Kritik üben, kann seiner Ueberzeugung zum Siege verhelfen. Die Lücke, die sich in dem Fehlen einer genügend grossen Zahl geschulter ehrenamtlicher Mitarbeiter, besonders im Lande, zeigt, muss durch die Jüngeren geschlossen werden. Um das heute zu können, ist eine intensive geistige Schulung notwendig. Die deutsch-jüdischen Arbeitsgemeinschaften werden diese Aufgabe am besten erfüllen können. Sie werden den Jüngeren, unabhängig von den Bedürfnissen des Tages, eine gründliche Vorbildung geben können. Um die Arbeitserfahrungen auszutauschen und die Arbeitsmethoden zu systematisieren, ist an die Herausgabe von Blättern des Jugendaiisschusses gedacht, die über alle Gebiete des öffentlichen Lehens und über wissenschaftliche und literarische Vorgänge berichten sollen. Im Rahmen der grossen politischen Arbeit des C. V. werden sich vSondcraufgaben für Jüngere finden, von denen stichwortartig Verhandlungen und Aussprachen mit Gleichaltrigen, Fühlungnahme mit der Parteijugend aller Richtungen, Schulfragen und literarische Aufgaben genannt seien. Eine so mitarbeitende Jugend wird dann auch ihre Forderungen an den C. V. stellen können. Sie wird in erster Linie wünschen, dass die K u i t u r p r o b 1 e m e spezifisch jüdischen Charakters in der C. V.-Arbeit mehr in den Vordergrund gerückt werden. Und sie wird wünschen, dass die notwendige Aus tr a g u n g i nne rj ü dis c h e r Fragen in dem Geiste und in den Formen sich vollzieht, die die jüngere Generation auch bei der Austragung der schärfsten Gegensätze unter sich anzuwenden pflegt. AUS DEM INHALT: W o!f g a ii g M a t z d o r f f : Zur Einigungsfrage. — Erich V u 1 k a u : Erziehung zum deutschen Juden. — Arbeitsberichte : Bissingen, Stuttgart, Hamburg, Brieselang.

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