Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 37 (13.9.1929)
- Date
- 1929-09-13
- Page
- Seite 501 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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501 Kleine Chronik. Unser Freund und Mitglied SLudienrat Max P a r ä d i e s, B e r l i n, ist, wie wir hören, in Wölfclsgrund, wo er Erholung suchte, plötzlich gestorben. - Vor kurzem feierten S a l o m o n Tannenb a u m und Frau, Hannover, in geistiger und körperlicher Frische die goldene Hochzeit. Wir gratulieren herzlich. — IvanRothgießer (Pforzheim) feierte Anfang dieses Monats fern 25jähriges Jubiläum bei der A K G, Berlin, als erster Beleuchtrmgs-- ingenieur. Er wurde seitens der Firma mit der Rathcnau-'Mcdaille und einem Diplom ausgezeichnet; auch seine Mitarbeiter ließen ihm eine reiche Spende zugehcn, ein Zeichen von guter Zusammenarbeit. Ivan Rothgießcr stammt aus einer ölten Handwerterfamilie.. Der Jüdische Frauenbund schreibt uns: „Im Interesse einer genauen Berichterstattrmg für Ihre Abonnentinnen, die als Frauengruppen des E. V. dem Jüdischen Frauenbünde angeschlossen sind, bitten wir höflichst um nachstehende Ergänzung zur Notiz in Ihrer letzten Nummer: Der Jüdische Frauenbund (nicht Frauenverein) ist auf reiner Neutralität gegründet und durch sein Programm darauf verpflichtet. Die Auswahl der Vorstandsmitglieder erfolgt lediglich nach der Voraussetzung persönlicher Eignung, nicht nach politischen Nichmngen. Demgemäß, setzt sich der Vorstand des Jüdischen Frauenbundes auch nach den letzten Wahlen aus Frauen jeder Richtung, auch aus überparteilichen und zionistischen, zusammen. Achtet auf die Schulbücher! Wir freuen uns, mitteilen zu können, daß Professor Dr. Otto L l e m e n, der Verfasser des in dem Aufsatz „Achtet auf die S ch u l b ü ch e r", C. B.- Zeitung Nr. 28 vom 12. Juli 1929, beanstandeten Artikels im Lehrbuch für den evangelischen Religionsunterricht an höheren Schulen „Glaube und Lebe n", Verlag Disterweg, Frankfurt a. M., die gerügten Stellen bereits in der neuesten Auflage des Buches gemildert hat. Niederlaffungsmöglichkeit. Nr. 223 für tüchtigen Rechtsanwalt im Westerwald. — Nr. 224 für tüchtigen Augenarzt in Ostfricsland. Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Arbeitsnachweise. Einem Elektro-Ingenieur oder Elektrophysiker mit guten mcßtechnischen Kenntnissen kann eine Stellung in SUddentschland u-achgewiesen werden. Des weiteren haben wir eine Stelle für einen Lack-Chemiker oder .Techniker in Westdeutschland zu besetzen. Sanatorium Rebhaus Freiburg i. Br. für Innere, Nerven- und Stoffwecbse’kranke. Pensionspreis einschliesslich laufender ärztlicher Behandlung ab JUl 14,—. 1929 vollständig renoviert. Leitender Arzt: Br. L Mann. — Prospekte. Nachtrag und Berichtigung unseres Bäder- und Gaststättenverzeichnisses. Gasthos „Goldener Hahn" in Waldsafsen (Opf.) kann jüdischen Kurgästen und Reisenden nicht empfohlen werden. Todtmoos - Rütte (füdl. badischer Schwarzwald)». Landhaus Bobsien versieht fein Inserat in nationalsozmlistischen Blättern mit einem Hakenkreuz: will also offensichtlich damit seine judengcgnerischc Einstellung bekunden. Berichtigung. In dem in Rr. 34 unserer Zeitung veröffentlichten Aussatz „David Gruby" mutz es im letzten Absatz auf Seite 448 heißen: 1. Grubys Tod im Jahre 1898 (nicht 1848) . . . 2. Um so mehr sei Professor Rille (nicht Kille) . . . Betr. Inserat Weiten sec. Das Inserat ist aus Versehen veröffentlicht worden. Wir haben Vorsorge getroffen, das; solche Versehen bedauerlichster Art sich nicht wiederholen können. Das Draht- und Blechverarbeitungswerk Edesheim (Pfalz) teilt uns durch seinen jetzigen Inhaber August Berger mit, „daß es mit den Nationalsozialisten absolut nichts zu tun habe". Damit entfallen alle früher an dieser Stelle gegen die Firma vorgcbrachten Angaben. Engelbert Dirr, Auto-Zentrale, I m m c n - st a d t. bezeichnet sich in einem Rechtsstreit mit einem unserer Mitglieder als „allerersten Judenfeind". Warnung! Ein Schwindler, der sich Dr. ing. H. Sommerfeld aus Curityba (Brasilien), nennt, treibt fein Unwesen in Berlin. Er spricht bei jüdischen Geschäftsleuten vor und zeigt Bankakkreditive von einer englischen Bank, die er nicht verwerten könne, weil die Bank geschlossen sei. Wir warnen auf Wunsch einiger geschädigter Mitglieder vor diesem Schwindler. Bekanntmachung. In der Privatklagesache Dr. Max Mainzer und Dr. Martin Marx in Frankfurt a. M. gegen den Redakteur Klaus Selzner in Worms a. Rh. wegen Beleidigung hat die kleine Strafkammer des Landgerichts zu Mainz in der Sitzung vom 6. April 1929 für Recht erkannt: Auf die Berufung der Privatkläger wird das Urteil des Amtsgerichts Worms vom 6. September 1928 aufgehoben, der Angeklagte wird wegen Vergehens nach § 185, ß 73 RStGV. zu einer Geldstrafe von fünfzig Reichsmark, im Falle der Uneinbringlichkeit zu verbüßen mit drei Tagen Gefängnis, verurteilt. Gemäß § 200 RStGB. wird dem Privatkläger die Befugnis zngesprochcn, den erkennenden Teil des Urteils binnen einem Monat nach Behändigung einer mit der Bescheinigung der Rechtskraft versehenen Urtel lsabschrist in der Zeitschrift „Tie Faust" und im Organ des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens auf Kosten des Angeklagten einmal zu veröffentlichen. Der Angeklagte hat die Kosten der Privatklage in beiden Instanzen zu tragen einschließlich der den Privatklägern erwachsenen notwendigen Auslagen. gez. Cordes. Aus die Revision des Angeklagten gegen das obige Urteil hat der Strafsenat des hessischen Oberlandesgerichts in Darmstadt in der Sitzung vorn 21. Juni 1929 für Recht erkannt: Tie Revision wird zurückgewiesen. Der Angeklagte hat die Kosten der Revision einschließlich der dem Privatkläger erwachsenen notwendigen Auslagen zu tragen. Die Rechtskraft des Urteils bescheinigt Mainz, den 31. Juli 1929. gez. Curschmann. Für die Richtigkeit der Abschrift: gez. Dr. Marx. 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