Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 34 (23.8.1929)
- Date
- 1929-08-23
- Page
- Seite 449 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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444 ^Utjüüisches Schrifttum. Neben „unserer", das Skelett der Talmude bildenden Mischna steht, mit der gleichen Würde hohen Alters bekleidet, die, wenn man von vier fehlenden Kapiteln und einigen sonstigen Einzelheiten absieht, ihr im inneren Ausbau völlig Parallele „Hinzufügung", die Tosephta. Dieses wichtige alte Werk der Rabbinen bildet nach Herkunft und Entstehung, ganz besonders aber wegen seines eigentümlichen Verhältnisses zur Mischna ein Objekt, an dem sich der Scharfsinn der Gelehrten oftmals versucht hat. Allgemein abgelehnt wurde die Annahme M. S. Zucker rnandels, die Tosephta sei ein völlig selbständiges Werk und als solches die Mischna des Palästinensischen Talmud, während der Ursprung unserer Mischna in Babylonien zu suchen sei. Nach Zacharias Frankel soll die Tosephta dagegen erst nach Abschluß des babylonischen Talmud aus den beiden Baraita- Sammlungen, des Chijja und des Hoschaja, zusammengesetzt sein. Und Adolf Schwarz sieht in ihr eine Sammlung derjenigen Lehrmeinungen, welche in die, in unserer Mischna als Quelle benutzten Mischnajot des Rabbi Akiba und des Rabbi Meir keine Aufnahme gesunden haben. Schon Strack hat darauf hingewiesen, daß genaue, die ganze Mischna und die ganze Tosephta umfassende Untersuchungen angestellt werden müßten, um in dieser Frage festen Boden unter die Füße zu bekommen. Diese Untersuchungen liegen nun endlich vor in dem neuerschienenen Buch „Das redaktionelle und sachliche Verhältnis zwischen Mischna und Tosephta" von Dr. Alexander G u t t m a n n *). In diesem Buch sind die beiden Schriftwerke an den Stellen, wo sie Beziehungen zu einander aufweisen, mit peinlichster Sorgfalt Satz für Satz in der Art einer Konkordanz miteinander konfrontiert, und dabei sind Art und Grund der Übereinstimmungen oder Abweichungen nach den sich ergebenden Gesichtspunkten systematisch geordnet. Im zweiten Teil stellt dann der Verfasser die Ergebnisse seiner vergleichenden Analyse heraus, ganz vorsichtig und nichts behauptend, was nichts in dem tatsächlichen Befund eine gute Stütze hätte. Was die Mischna betrifft, kommt er zu dem Schluß: Sie ist der kurze, systematisierte Lehrinhalt der Tannaitenzeit, bei dessen Darstellung die Halakha besonders betont, alles Beiwerk jedoch beiseite gelassen wurde. In der Tosephta dagegen sieht er nicht einen Gesetzeskodex, freilich auch nicht einfach eine Sammlung übriggebliebenen Traditionsmaterials, sondern ein nicht näher definiertes Mittelding zwischen beiden. Guttmann hat somit den Schleier noch keineswegs endgültig über dem Problem Mischna-Tosephta gelüftet. Aber er hat den Spaten an *) Breslau. 1928, Verlag von M. & H. Marcus. Achtung! Gross-Berlin! Landeswerbandstagung am Sonntag, den 1. September 1929, vormittags 11 Uhr pünktlich, im Gartensaal des Logenhauses, Kleiststrasse 10. Tagesord nung: 1. Dr. Ludwig Holländer, Direktor des C.V., spricht über: „Was leb tvon MosesMendelssohn in uns und für uns?“ 2. Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Dr. Heinrich Marcuse (Stettin), Vorsitzender des Landesverbandes Pommern—Grenzmark, Mitglied des Hauptvorstandes: „Interessantes aus der schwer umkämpften Provinz Pommern.“ Mit Rücksicht auf die besondere Bedeutung der beiden Vorträge haben nicht nur die Delegierten und deren Angehörige Zutritt zu unserer Landesverbandstagung, sondern es sind auch unsere Mitglieder aus allen Ortsgruppen herzlich willkommen. Schluss der Tagung spätestens i Uhr. Dr. Bruno Glaserfeld, Vorsitzender des Landesverbandes Gross-Berlin des C.V. der richtigen Stelle angesetzt und in Zahlreichen Einzelheiten Fundamente bloßgelegt, auf denen diejenigen sicher Weiterarbeiten können, die sich zu solchem Werk berufen fühlen. Der unseren Lesern durch seine Bestrebungen, das Judentum und seine Literatur im Kreise christlicher Studien einzubürgern, auch sonst schon bekannte Leipziger Privatdozent Paul Fiebig läßt neuerdings ein Heft ausgehen unter dem Titel: „R a b b i n i s ch e Gleichn i s s e". Darin bietet er 34 aus der Mischna, der Tosephta und den alten Midraschim gewählte hebräische und aramäische Stücke mit Anmerkungen und einem Verzeichnis der nachbiblischen Wörter, aus denen auch mancher Jude, der sich mit diesen Dingen beschäftigen möchte, bei einigen sprachlichen Vorkenntnissen ohne Lehrer Anregung und Belehrung schöpfen kann. Windfuhr. «••L. i JAHRE ch % <K)#7l n Der Name Rosenthal, den Philipp Rosenthal vor 50 Jahren seinem Porzellan gegeben hat, ist zum Inbegriff für feinstes Qualitätsporzellan geworden. Rosenthal-Porzellan in den erstklassigen Geschäften der Porzellanbranche