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Central-Verein-Zeitung · 1929-08-09 · 32 (9.8.1929) · p. Seite 424

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
32 (9.8.1929)
Date
1929-08-09
Page
Seite 424 (sequence 12)
Language
German
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424 Sanatorium Rebhaus Freiburg I. Br. für Innere, Nerven- und Stoffwechselkranke. Pensionspreis einscMiesslicli lautender ärztlicher Be. handlung ab JUl 14,—. 1929 vollständig renoviert- Leitender Arzt: I)r. Ii. Man». — Prospekte. Leopold I., der streng katholischen spanischen Prinzessin Eleonore, wurde die Hauptschuld an der gehässigen Stimmung zugeschrieben, die schließlich zn einer Auswanderung der Juden führte und unzählige Familien nach Ungarn und Mähren, aber auch nach Deutschland übersiedeln ließ. Daß es aber um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert jüdische Einwohner von respektabler Macht in Wien gab, läßt sich Z. B. daraus ersehen, daß zum Bau der Karlskirche eine Familie Hirschel den ansehnlichen Betrag von 150 000 Florins spendete, vermutlich um sich dadurch das Recht einer sonst unzugänglichen Freiheit zu erkaufen. Erst der Wiener Kongreß von 1815 und die Revolutionstage des Jahres 1848 räumten den Wiener Juden volles Bürgerrecht ein. Rudolf Schmidt: Zur Geschichte unserer heimischen jüdischen Gemeinden. Im S e l b st v e r l a g. Rudolf Schmidt aus Eberswalde hat im November 1928 im dortigen Verein für jüdische Geschichte und Literatur einen außerordentlich beachtlichen Vortrag: „Zur Geschichte unserer heimischen jüdischen Gemeinden" gehalten, der nun im Druck vorliegt. Die Arbeit gibt ein aufschlußreiches Bild über Leben und Schicksale der Juden in der Provinz Brandenburg und auch innerhalb der Stadtgemeinde Eberswalde. Die Lektüre des im Selbstverlag erscheinenden Vortrages kann unseren Freunden sehr empfohlen werden; sie wird aber auch sicher dazu beitragen, ehrliche und belehrbare Gegner davon zu überzeugen, daß die Juden ein durch die Jahrhunderte begründetes Heimatsrecht im Vrandenburgischen besitzen und zu ihrem Teil an Wohlergehen, Aufschwung und Blüte in Stadt und Land treu mitgearbeitet haben. H. Thkoeinski: Die gaonäischerr WerordnnnSen (Takkanot). Akademieverlag, Berlin, 1929. Etwa um das Jahr 500 unserer Zeitrechnung wurde der babhlonische Talmud von den Letzten Talmudlehrern, die man mit dem Namen der Saboräer, der Nachdenkenden, zu benennen pflegt, abgeschlossen. Mit diesem literarischen Ereignis kam selbstverständlich das geistige Leben der Juden^auf religionsgesetzlichem Gebiet nicht völlig zum Stillstand. Wie früher forderte auch fernerhin das ewig wechselreiche Dasein eine stete Anpassung des überlieferten Rechtsmaterials an die durch Ort und Zeit bedingten Notwendigkeiten, und das um so mehr, als mit dem Auskommen und der Ausbreitung des Islams für die Juden weithin eine neue Blüte- Periode eintrat, die sich vor allem in der staatsrechtlich anerkannten Stellung des Gaonats im Zweistromland bemerkbar machte. Die Gaonen als Vorsitzende der babylonischen Akademien wirkten mit ihren Entscheidungen über die ganze damalige Welt bis nach Frankreich hinauf. Gleich den Talmudlehrern schufen auch sie eine Anzahl Takkanot, Neuverordnungen, die über den Rahmen des bis dahin Tradierten hinausgingen, auf ihre eigene Autorität hin. Der mühseligen Ausgabe, diese gaonäischen Verordnungen, soweit sie irgend noch erfaßbar sind, aus einer großen Masse zum Teil weit abliegender Literatur zusammenzusuchen, hat sich H. Tykocinski unterzogen, der das Ergebnis in den „Veröffentlichungen der Akademie für die Wissenschaft des Judentums", Historische Sektion, 5. Band, unter dem Titel „Die gaonäischen Verordnungen (Takkano t)", Akademieverlag, Berlin, 1929, veröffentlicht. Im ganzen konnte er neunzehn solcher Verordnungen seststellen, die das Eherecht, das Zivilrecht, den Eid und die Prozeßordnung betreffen. Allein der. Boden, auf dem er steht, wird um so unsicherer, je später die Quelle äst, aus der er schöpft, und das besonders deshalb, weil der Begriff Gaon selbst unsicher wird, indem man ihn später auch aus bedeutende zeitgenössische Gelehrte in Europa anzuwenden sich gewöhnt. Auch hatte das Ansehen des Gaonats doch nicht mehr die Kraft, seine Verordnungen überall zur Anerkennung zu bringen. Aus alledem ergibt sich, daß das gute Buch nur dem Spezialisten auf den Gebieten der Geschichte und des Religionsgesetzes wird nützlich sein können. Winhfichr (Hamburg). Neue büch«. Dü Besprechmig der Werke behält sich die Schriftleitiing vor. g b F. Bernstein: „Der zionistische Gedanke & auf Irrwegen", 1929, Verlag Die neue Welt, a Wien. — Alfred Wolfenstein: „Die Nacht z vor dem Beil", 1929, Deutsche Verlagsanstalt, StutN g gart. — „Jahrbuch der Bodenreform", Herausgeber r A. Damaschke, 1929, Gustav Fischer, Jena. -- „Monats-- i schrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums", j Herausgeber I. Heinemann, 1929, I. Kauffmann, * Frankfurt. — Dr. Carl Schmitt: „Verfassungslehre", J 1928, Duncker u. Humblot, München. — Ludwig f Strauß: „Der Reiter", 1929, Rütten u. Loeinng. — I Jürgen Rickletz: Lefsings Theorie vom Lachen J und Weinen. 1927. Frommansche Buchhandlung, z Jena. — Eh. Mandelbaum, E. Mayer, K. Roth. : schild: Hebräische Fibel. 1929. M. W. Kaufmann, Leipzig. — Ludwig Tiegel: Der Wieder. : ganger.. 1929. Rütten u. Loening, Frankfurt ' am Main. — Robert Michels: Der Patriotismus. 1929. Duncker & Humblot, Leipzig. — Handbuch des deutschen Staatsvechts. Herausgegeben von Gerhard Anschütz und Richard Tborna. 1929. I. C. B. Mohr, Tübingen. — Georg v. Velow: Die italieni. sche Kaiserpolitik des deutschen Mittelalters. 1927. R. Oldenbourg, München. — Isaak Breuer: Programm oder Testament. 1929. I. Kauffmann, Frank, furt a. M. — Samson Rothschild: Aus Vergangen, heit und Gegenwart der israelitischen Gemeinde j Worms. 1929. I. Kauffmann, Frankfurt a. M. —! Jakob Siwson (Joske Burstein): Jüdische Provinz, I bilder aus Litauen. 1929. T. W. Siebert, Memel. — f Die deutsche Bevölkerungsfrage im europäischen Raum. Herausgeber H. Harmsen und H. C. v. Loesch. * 1929. Kurt Vowinckel, Berlin. — Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Heraus, geber I. Heinemann. 1929. I. Kauffmann, Frank, f furt a. M. — Franz Kobler: Gewalt und Gewalt, f losigkeit. 1929. Rotapfel-Verlag, Zürich. — F. I. z Schneider: Der expressive Mensch und die deutsche j Lyrik der Gegenwart. 1929. I. B. Metzler, Stuttgart. — | John dos Bassos: Manhattan Transfer. 1928. S. Fischer, Berlin. — Judaeus: Der Raw. 1929. | Hermon-Verlaa. Frankfurt a. M. — Else Schubert- 1 Christaller: Jüdische Legenden. 1929. Eugen Salzer, f Heilbronn. | Alle in diesen Blättern angezeigten Bücher sind § auch durch den Philo-Verlag und Buchhandlung, J G. m. b. H., Berlin SW 68, Lindenstraße 13, zu be> js ziehen! p DSNMM ffl€MBRSND BERLIN HANAU KCELN l Äsneiendorrs i. Mseb. 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