Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 30 (26.7.1929)
- Date
- 1929-07-26
- Page
- Seite 397 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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AY7 Gesucht wird das Werk von Friedrich Frank: „Die Kirche und die Jude n". Erschienen bei Manns, Regensburg 1892. Sollte einer unserer Freunde dieses Buch besitzen, so wären wir für frdl. Ueberlassung dankbar. Angebote unter Angabe des Preises an das Büro des Centralvereins, Berlin SW 68, Lindenstraße 13. Kleine Lhronik. InKönigsberg verstarb plötzlich das vieljährige treue Mitglied des Centralvereins Justizrat Albert S t r i e m e r, ein Mann, der in weitesten Kreisen als Mensch wie als Anwalt sich des größten Ansehens erfreuen konnte. Im jüdischen Leben betätigte sich Albert Striemer vielfach als Redner. So ist er auch in Centralvereinsversammlungen oft hervorgetreten. — In der vorigen Woche feierte der Schatzmeister unserer Ortsgruppe G r o ß - S t r e h l r tz, der Kaufmann Adolf S ch ö n g u t h mit seiner Gattin das Fest der Silbernen Hochzeit. Mögen dem Jubelpaar noch viele frohe Jahre gemeinsamen Schaffens beschieden sein. — Fräulein Marie I a n g o r, die Heimverwalterin des dem Landesverbände Ostpreußen gehörenden Jüdischen Jugendheims, Königsberg, beging dieser Tage ihren 60. Geburtstag. Der Centralverein spricht seiner treuen Angestellten seine herzlichsten Glückwünsche aus. — Kürzlich entschlief in Heidelberg Max Meyer, ein treues Mitglied unseres Vereins. Sein Tod bedeutet allen denen, die ihn kannten, einen unersetzlichen Verlust. Durch seine große Wohltätigkeit hat er sich ein bleibendes Andenken gesichert. Unser Mitglied Kommerzienrat Eugen Waller st ein, Offenbach, ist am 7. Juli entschlafen. Die Zeitungen widmen dem Verstorbenen als einem hervorragenden Förderer der deutschen Industrie ausführliche Nachrufe. Auch wir werden das Andenken des bewährten Mannes in Ehren halten. — Am 19. Juli starb in Breslau der 92 Jahre alte Getreidehändler Simon M u g -> d a n, der Vater unseres langjährigen Mitgliedes Leo Mugdan. — Am 20. Juli verstarb unser Mitglied Oberkantor Felix A s ch von der Synagoge in der Lützowstraße. Oberkantor Asch genoß in seiner Gemeinde wie unter seinen Kollegen großes Ansehen. Ehre seinem Andenken. — Am 1. August erreicht der Direktor des staatlichenGymnasiums in D u r l a ch (Baden), Dr. A u g u st M a r x, die Altersgrenze und tritt in den Ruhestand. Ein ausgezeichneter Schulmann, einer der besten klassischen Philologen an den badischen Gymnasien, aber auch unseres Wissens der erste jüdische Direktor einer staatlichen höheren Lehranstalt in Deutschland, scheidet mit ihm aus dem praktischen Schuldienst aus. Vis zum Jahre 1919 war er am Karlsruher Gymnasium als Professor tätig gewesen. Auch in dem liberalen Baden wurde es erst nach der Staatsumwälzung möglich, ihn als Juden an die gebührende leitende Stelle zu setzen. — Der Senat der Stadt Hamburg hat den Pastor D. Walther Windfuhr zum Honorarprofessor in der philosophischen Fakultät der Hamburgischen Universität ernannt. Wir gratulieren unserem hochverehrten Mitarbeiter 31t dieser wohlverdienten Ernennung. — Der zweite Vorsitzende unserer Ortsgruppe Reckling- Hause n, Oberstabsarzt d. L. a. D. Sanitätsrat Dr. L ö w e n st e i n erhielt bei der Festsitzung des Roten Kreuzes, die anläßlich des 25jährigen Jubiläums der Ortsgruppe Herten stattfand, das Kriegerehrenkreuz vom Kyffhäuserbund 1. Klasse und wurde außerdem zum Inspekteur des Bezirks 3 Westfalens vom Provinzialverein des Roten Kreuzes Münster berufen. Wir gratulieren herzlich. — Die 16lldährige Tochter Ilse unseres Mitgliedes Max A l b e s h e i m, Soest i. Westf., hat bei dem westfälischen Turnierreiten in Hamm am 6. und 7. Juli in der Jugend- und Neulingsklasse den zweiten Platz, in der Gruppe Damenreiten, Dressurprüfung, den dritten Platz errungen. Wir freuen uns über diese gute Sportleistung. — Anläßlich des 15. Stiftungsfestes des Kriegervereins West-Wacht in Barmen- Langerfeld fand am 30. Juni eine Gefallenen-Ehrung statt. Bei dem Fcldgottesdienst sprachen Pastor van den Bruck für die evangelische, Kaplan Berger für die katholische und Prediger Kayser (Duisburg) für die israelitische Gemeinde. — Der Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser e. V. gibt soeben ein neues Heft mit den Adressen der rituellen Gaststätten heraus. Unser langjähriger Mitarbeiter Dr. Alfred Hirschberg ist zum stellvertretenden Syndikus des Centralvereins ernannt worden. Antworten. An die Leser des „Friderieus". Der kürzlich verstorbene Fabrikant Ernst Kiefer aus Kork, über dessen Nachlaß dev Konkurs verhängt wurde, und an dem sehr viele kleine Leute ihr Geld verlieren, war, entgegen der Meldung des „Friderieus", weder Jude noch jüdischer Abstamm u u g. Er gehört einer bäuerlichen Familie des Hanauer Landes an. B. L., Sensweiler. Wir danken Ihnen für die Mitteilung, daß es trotz eifriger Agitation und Nachfrage den Nationalsozialisten nicht gelungen ist, in dem kleinen Kurorte Allenbach ein Lokal zur Abhaltung einer Versammlung zu erhalten, daß beide Hotelbesitzer vielmehr es strikte abgelehnt haben. Hilfsverein der deutschen Juden, vn den letzten Tagen fand eine Sitzung des Gefchäftsführenden Ausschusses des Hilfsvereins der deutschen Juden unter Vorsitz von Dr. James Simon statt. Es waren anwesend: Generalkonsul Eugen Landau, Max M. Marburg (Hamburg), Willy Dreyfus, Rabbiner Dr. L .Bacck, Dr. Moritz Bilefki, Colmar Fehr, Berthold Israel, Direktor M. Ioachimssohn, Dr. Bernhard Kahn, Professor Dr. Eugen Mittwoch, Oberstudienrat Professor Dr. M. Schaefer, Siegbert Seckelsohn, Kammergerichtsrat Dr. Jacques Stern, Alfred Leonhard Tietz (Köln am Rhein), Ernst Wallach, Rechtsanwalt Dr. Walter, Frau Alice Weil. Generalsekretär Dr. M. Wischnitzer berichtete über die Zusammenarbeit mit den großen jüdischen Organisationen des Auslandes: dem American Jewisli Committee, dem American Joint Distribution Committee, der Alliance Israelite Universelle, der Jewisli Colonisation Association (JCA), dem Joint Foreign Committee und der Israelitischen Allianz in Wien. Die Herren Berthold Israel, Dr. Bernhard Kahn und Max M. Marburg wiesen auf die Notwendigkeit der Betätigung des Hilfsvereins auf einzelnen Spezialgebieten in Palästina hin. Besonderes Interesse erweckte die Anregung, das Technikum in Haifa, das noch heute als Symbol der Hilfsvereinsarbeit in Palästina gilt, aufs neue zu fördern. Dr. Wischnitzer referierte hierauf über seine Studienreise nach Rumänien, wo er Gelegenheit hatte, die einschlägigen Probleme mit Vertretern von Regierungsbehörden sowie mit maßgebenden jüdischen Politikern der verschiedensten Richtungen zu besprechen. Nachtrag und Berichtigung zur Bäverliftc. Münzenberg in Hessen. Der Inhaber der Restauration zum Burgsried, Hering, verteilt völkische und nationalsozialistische Hetzblätter und meidet Juden. Wir bitten unsere Leser, die Restauration zum Burgsried nicht mit der Restauration zur Burg Münzenberg zu verwechseln, deren Inhaber Carl Frötsch Gäste jeder Konfession gleich willkommen sind. In Haus Germania, Bad Harzbuvg, sind, wie der neue Besitzer mitteilt, Gäste, gleich welcher Konfession, angenehm. Der neue Inhaber des Parkbotels, Bad Kosen, teilt mit, daß ihm Gäste aller Konfessionen gleich willkommen sind. MERCEDES-BENZ Achtzylinder Typ „NÜRBURG“ Vorbildlich für Eleganz und gediegene Ausstattung der Karosserie! Im ln- und Ausland, in Wiesbaden, Düsseldorf, Wien, Budapest, Sofia, Baden - Baden, erhielt Typ „Nürburg“ in den letzten Wodien bei internationalen Schönheitswettbewerben die höchsten Auszeichnungen. In Budapest erhielten zwei Wagen dieses Typs das Goldene Band als Grand Prix d’honneur. Die Mercedes-Benz-Original-Karosserie ist in der ganzen Welt als ausgesprochene Qualitätsarbeit bekannt. Vollendete Konstruktion, stabiler und zweckmässiger Bau Verwendung edelsten Materials und vom Künstler entworfene Form haben ihr den internationalen Namen geschaffen. Preis der 6- bis 7hitzigen Piillinan-Limousine, RM. 15ooo,- Werk. Vergessen Sie nicht: Mercedes-Benz bietet eine einzigartige Auswahl verschiedener Personenwagen-Modelle, alle in sprichwörtlicher Qualität und vollendeter Ausführung zu günstigen Preisen von 6700>- an. Daimler-Benz Aktiengesellschaft, Stuttgart-Untertürkheim.