Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 21 (24.5.1929)
- Date
- 1929-05-24
- Page
- Seite 278 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Wie der Mann nämlich alt geworden war — und als Junggeselle fand er sicherlich Muße genug, seine srühere Produktion wieder Zur Hand zu nehmen —, siel es ihm schwer, aus der Welt zu gehen, ohne auch diesen Teil seines Lebenswerkes aus sein Konto zu schreiben und sich damit seinen Platz in der Literaturgeschichte Zll sichern. Darum verfaßte er ttx sehr schlechten Versen, in demselben albernen Jüdi.sch-Deutsch, das weder jüdisch noch deutsch ist, einen „Essay", in dem er sich aus sehr eitle und geschmacklose Art zu seinen Werken bekennt. — Er stiftete 400 Gulden für die Kirche, 100 für die Armen und wurde in seiner Nürnberger Familiengruft beigesetzt. Das ist freilich eine kuriose Geschichte. Und wir wollen keinen Stein auf den Bibliophilen werfen, der diesem Nomantiker ganz besonderer Art nicht nur seine eigene Zeit widmet, sondern sogar „eine Auswahl der witzigsten und unverfänglichsten Stücke samt einem ,Auhängerlichh nämlich dem Wörterbuch" (der 'jüdischen Geschäftsnud Umgangssprache) ganz gern neu gedruckt sehen würde. Bibliophile kommen in der Wertlehre selten über das Kapitel hinaus, das vom Seltenheitswert handelt. Aber auch so ist dieser Zeitgenosse Hebbels, Grillparzers, Grabbes und Büchners näherer Betrachtung wert. In gewissen Orlen des Nürnberger Gebiets, so in Altdorf und Gräfenberg, war den Juden damals die Ansiedlung verboten. Es blieb ihnen also nichts anderes übrig, als sich in den umliegenden kleinen Ortschaften niederzulassen. Auch in und um A n s b a ch und wo H o l z s ch u h e r sonst noch seinen Veamtenpflichten nachkam, gab es jüdische Kolonien. Von klein auf — Fürth war eine alte Judenstadt — hatte Holzschuher Gelegenheit, jüdisches Wesen, jüdische Gebräuche kennenZulernen. Er war aber Antisemit und konnte sich nicht damit absinden, daß man den Juden aus seinem Ghetto herausgelassen hatte. Anscheinend fühlte er sich auch durch seinen Beruf als Richter nicht dazu verpflichtet, Menschen anders als nach ihrer Sprache und ihren gesellschaftlichen Talenten zu beurteilen. So fand er es durchaus in der Ordnung und überaus witzig, die Geschichten und Anekdoten, die er im Verkehr mit Juden hörte, und die ihm durchweg furchtbar komisch vorkamen, zum Stoff seiner literarischen Betätigung zu machen. Der Gedanke, daß er so die Juden mit ihren eigenen Waffen schlug — dies ist ja der Sinn feines Pseudonyms — scheint ihn immer von neuem begeistert Zu haben. Und nur ein einziges Mal verrät er schon in einem seiner weitläufigen Untertitel seine eigentliche Absicht; in bestem Hochdeutsch und allen verständlich ist da nämlich zu lesen: „Die Spitz- UülllrHeheL MisÄus55er Für die Gesundheit! Fachingep Versands teile, Berlin SAV 11, Schöneberger Strasse 16a. Telefon: Lützow 8260 / 61. bübereien und Gaunerstreiche der Juden und ihre verderblichen Umtriebe unter den Christen." Ob der Absatz dieses Buches größer oder kleiner als der der maskierten Pamphlete war, ist mir nicht bekannt. Der Gewährsmann der „Zeitschrift für Bücherfreunde" aber definiert diese eigentliche Absicht folgendermaßen: „Es spricht aus den Schriften ein Mann, der jüdischen Witz und jüdische Schlagsertigkeit laut oder stillschweigend anerkennt, der Behagen an jüdischen Sitten und Gebräuchen, vor allem aber an ihrem Rotwelsch empfindet, der aber jüdische VordringlichkeiL und Großtuerei verhöhnt, jüdische Gerissenheit und Skrupellosigkeit im Geschäft haßt und bekämpft. Es spricht aus ihnen die Verachtung des Ariers gegen den fremdstämmigen Semiten, der sich durch schnöde Behandlung desselben schadlos halten will dafür, daß der andere zu Wohlstand und Reichtum gelangt, eine Verachtung, die auch der einfältigste Bauer gegen den ihm geistig und kulturell überlegenen ,Jtzig< hegt." So die „Zeitschrift" für Bücherfreunde" — die sich hier wie immer dadurch auszeichnet, fern von der Welt und der Gegenwart in verstaubten Manuskripten herumzustöbern. Das ist ein Sport wie jeder andere, nur ungesünder. Aber gibt es nicht zu denken, wenn dieser Bücherfreund weiter schreibt: „Alles deutet darauf hin, daß er diesem Verkehr (mit Juden) nicht nur nicht ausgewichen ist, sondern ihn sogar — schon um seiner Schriftstellerei wegen — nicht ungern pflegte?" Bei dem anerkannten Witz der Juden sei solch ein Verkehr ja immer amüsant, und was Jtzig Feitel Stern aus dem Gehörten und Ueberlieserten machte, sei eine andere Sache. Hierzu ist zunächst zu sagen, daß die Verkettung von Spitzenleistungen der exakten Forschung und geistigem Tiefstand schon ein gewohnter Anblick ist. Und es liegt im Wesen der Philologen WA KM Leiden und Mängel der Beine sind bei Frauenu. Männern im gleichen Masse lästig. Gentila Gummistrümpfe ^halten selbst starke Krampfadern sicher zurück, regen die Blutzirkulation an, beseitigen Müdigkeit und Schwere, bekämpfen Schwellungen und verbessern die Form durch eine selbsttätige Massage. Sie fallen unterSeidenstrümpfen nicht auf. Wer mit „gummilosen” Kompressionsstrümpfen sdi!echte Erfahrungen gemacht hat, wird an den Gentila Strümpfen Freude haben. Katalog S 96 kostenlos. J. J.Gentii b.'S; Berlin Wp Potsdamer Strasses (am Potsdamer Platz). 8 Anproberäume. 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