Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 11 (15.3.1929)
- Date
- 1929-03-15
- Page
- Seite 135 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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135 In dem „Archiv für Religionswissenschaft", XXV, Heft 1/2 (Verlag Teubuer, Leipzig) schreibt L. Treitel in einem Aussatz „Das Judentum als geistige WeLtrcligion, wie es als solche Eingang in die Kulturwclt Noms gefunden" u. a.: „Es ist längst in Fachkreisen anerkannt worden, daß sich das Judentum von nationaler Grundlage zur Höhe geistiger Weltreligion entwickelt hat- Ein Anfang davon ist bereits im Mosaismus da, so viel auch von Nationalreligivn im Gesetze Moses niedergelegt ist, entsprechend den Zeitverhältnissen des großen Gesetzgebers, die solches zur Volkserziehuug verlangten. Treffend ist dafür von A. Deitzmann in seinem Buche „Licht vorn Osten" die Bezeichnung „Weltjudentum" eingesührt. Weltjudentum stellt sich uns gleich aus dem Gebiete der Ethik dar, indem in der bekannten Pent.-Stelle Levilicus e. 19 das Gesetz von Nächstenliebe den Mitmenschen gegenüber, ohne Unterschied des Glaubens, des Volkes und der Abstammung, ausgestellt wird, ein Universalismus, der um so leuchtender bei einem Vergleich mit attischem und römischem Recht hervortritt. Römisches Gesetz kennt kein Fremdenrecht, wie dies der Rechtsgelehrte Jhering in seinem Buche „Geist des römischen Rechts" dargetan, es kennt solches nicht bis ZU der Zeit, da das Gebot der Nächstenliebe aus jüdischer Lehre Aufnahme in römischer Kulturwelt gesunden. Philo, der große Alexandriner, ist es, durch den solches unter dem Namen „Philanthropie" eingebürgert worden, auch der Name, wie er bis aus den heutigen Tag dafür geblieben, rührt von ihm her. Man darf nur an Stellen bei Philo, wie de Hum. 119 in de Virt. (ed. L. Cohn V p. 247) denken, deutsch: „Eines hauptsächlich wollte Moses durch seine Gesetzgebung auf Erden gründen, es ist Eintracht, Zusammengehörigkeitsgefühl, Zusammenstehen im Leben der Menschen untereinander." . . . Um zum Kardinalpunkte religiösen Denkens, zum Gottesbegriffe überzugehen, wie er fid> im Judentum entwickelt hat, darf wohl gesagt werden, daß hier der Aufstieg zu geistiger Weltreligion besonders eminent hervortritt. Solches äußert sich bereits im Mosaismus, wie Exod. c. 8 bei der Offenbarung am Dornbüsche, wo Gott von sich spricht: „Ich bin der Ewige." Hier noch verbunden mit dem nationalen Gottesbegriffe, indem daselbst gelehrt wird, daß der Ewige zugleich Gott der Väter Israels sei, womit die Belehrung von Gott als zum Zweck der Volksbelehrung beginnen mußte. Auch in der nachfolgenden Periode, der Zeit der Propheten nach Mose, ist der partikularistisch-nationale Gottesgedanke noch nicht aufgegcben worden, nur daß es auch da nicht gänzlich au Universalismus des Gottesbegrisfs fehlt, indem Benennungen wie Gott des Himmels, Gott der Erde hinzutreten,- meist vorangehend, wie in dem Weihegebete Salomos I. Kön. 8,15. Noch fehlte die Berührung nach außen mit den Hauptfäktoren der allgemeinen Bildung des Altertums, mit Griechen und Römern, daß der Zug zum Universellen alles Partikularistische hätte Zurückdrängen sollen. Weltjuden, mit Deißmann zu reden, als völlig denationalisiertes Judentum ist draußen erst, in der Diaspora entstanden, in der Zeit nach Zusammenbruch von Staat und Tempel von Jerusalem, da das jüdische Volk in den Ländern des römischen Imperiums lebte. Was die Propheten geschaut, daß eine Zeit kommen werde, da die gesamte Menschheit sich in dem Glauben an den Ewigen als den einen, alleinigen Gott zusammenfindet, in der Diaspora Hai es sich erfüllt, eine Erkenntnis, die auch den Rabbinen, den Lehrern im Talmud, nicht fremd geblieben, wie ein Ausspruch im Traktat Pess. 871) bezeugt. Es ist dies die Kulturarbeit des jüdischen Hellenismus, insbesondere das Werk Philos von Alexandrien als des Hanptvertreters derselben . . ." . BRD rtAUHEIH/PflRKHOTEL — ERÖFFNUNG 24. ttäÄRZ — Marcus Ehrenpreis, Das Land zwischen Orient und Okzident. Spanische Reife eines Inden. Mit einem Brief an den Versager von Alfons Paquet. Verlag: Der Heine-Bund, eine jüdische Buchgemeinde, Berlin W. Nachdem dies Buch, gewissermaßen ein jüdischer Baedeker durch die Phrenäenhalbinsel, vorliegt, wundert man sich, daß es nicht schon längst geschrieben wurde. Der Verfasser, vor dem Kriege bulgarischer Obcrrabbiner, seither in Stockholm tätig, früher auch in der nationaljüdischen Bewegung hcrvorgetreten, übertrug selbst die schwedische Originalausgabe seines Werkes ins Deutsche. Vorangeht ein stilistisch und gefühlsmäßig sehr schöner Brief aus der Feder des deutschen Dichters Alfons P a q u e t, der hohe Erwartungen weckt. Sie werden im ganzen vollauf gerechtfertigt trotz mancher Längen und Allgemeinheiten, die, weitschweifig abirrend, sich ohne Bedauern entbehren ließen. Aber selbst das verzögernde Pariser Literatengespräch am Anfang, ebenso wie die Audienz bei dein spanischen Diktator nimmt man mit in Kauf im Flusse der sortreißendcn Reisebeschreibnng, die etwas von Grund aus anderes ist, als diese trockene Bezeichnung vermuten läßt. Jüdisches Empfinden und Wissen reichen künstlerischer Darstellungsgabe die Hand, um aus denn heutigen Spanien die jüdische Blütezeit des Mittelalters hervorwachsen zu lassen, die in der Nacht der Inquisition versank. Wohin auch der Wanderer gelangt, was er auch betrachtet und durchforscht, überall begleiten ihn die Gestalten der Vergangenheit, die Dichter und Denker, die Staatsmänner und Fürsten, die Dulder und« ihre blutigen Henker. Die nmgewandelten Stznagvgen erstehen zur einstigen Pracht; in den späten Nachkommen der Moränen regt sich das alte jüdische Blut. Obgleich die beigefügten Reproduktionen nicht durchaus einwandfrei ausfielen, darf man dem Heine-Bund für die Uebernahme dieses Buches ein dankenswertes Verdienst zuerkeuncn. Zn ihm wird jeder greifen müssen, der das stolzeste Kapitel des jüdischen Mittelalters in seinem Glanze wie in seinem Niedergange nach den heutigen Resten und Spuren zu lebensvoller Anschaulichkeit emporzaubern möchte. Reiuhold Lewiu (Königsberg i. Pr.). L. W+ Claus;; Von Seele und Antlitz der Raffen und Völker. Mit 231 Abbildungen auf 86 Kurrstdrruktafelrr. Verlag I. F. L e h ui a n n, Al ünche n. Preis 10 Mark, gebunden 13 Mark. Ein Forscher mit den Augen eines Künstlers sieht die Menschen des Orients und vergleicht sie mit denen des Abendlandes. Er vertieft sich in die Ausdrucks- und Bewegungssormen ihrer Körper und Gesichter und bildet sie in „mimischen Reihen"" ab, da er erkennt, daß nicht das ruhige, zur anthropologischen Messung ftillhalteude, sondern nur das in Sprache und Gebärde bewegte Antlitz Einblicke in das Seelenleben seines Trägers gewährt. An ausgeprägtesten Vertretern der Bevölkerungen findet er, daß den „Stilltwen" des Körpers ebensolche der seelischen Struktur entsprechen. Er nennt sein Verfahren: „vergleichende Ausdrucks s o r s ch u n g". Von anderer wissenschaftlicher Forschung unterscheidet sich aber seine Arbeit darin, daß sie nicht Tätigkeit des Intellekts allein, nicht objektiv logische Analyse eines Vetrachtungsmaterials ist, sondern aus einem ganz individuell höchst Simson - Supra - Sechszylinder 12/60 PS Der einzige deutsche Wagen; dessen Besitzer das Internationale Fahrerdiplom I. Klasse verliehen wurde, weil er seinen SIMSON-SUPRA allein an Bord,'ohne Mithilfe, über die schwierige Strecke der Internationalen Alpenfahrt 192S brachte Waffenfabriken Simson & Co., Suhl 17 i.Thür. Abt. Automobilfabrik Qkclanf können Sie sich zu jeder Zeit verschaffen. Sie 1 können Schlankheit, Elastizität, I klaren Teint und Jugendfrische ge- I winnen auf einfache, unschädliche, iärztlich empfohlene Weise durch. , jfden Genuss von Dr. Ernst Richters l Frühstücks* Kräutertee. Frau M. H. in A. schreibt: In 1 Woche 5 Pfund, abgenommen. Fühlte mich vom zweiten Tag an wohler und leichter. 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