Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 9 (1.3.1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 113 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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113 Prälat Dr. Karl Sonnenschein (Berlin) gestorben. In. der Blüte des Mcnmesakters wurde in diesen Tugen der Prälat Dr- Karl Sonnenschein (Berlin) in die Ewigkeit berufen. Mit ihm geht ein Priester dahin, der ob seiner echt religiösen Gesinnung und ob der Liebestaten, die er als wahrer Diener seines katholischen Glaubens im reichsten Maße übte, allgemeine Achtung in der katholischen Welt, aber darüber hinaus auch in unseren Reihen genoß. So manchmal hat Dr. Sonnenschein uns gegenüber feinen Schmerz über den Haß und die Leidenschaften, die unser deutsches Volk zerwühlen, ausgedrückt, und er hat ein warmes Verständnis für die Gerechtigkeit unserer Arbeit, besonders wenn sie sich in der Zurückweisung der Angriffe aus unsere Religion bewegte, bewiesen. Eine solche Einstellung entsprach keineswegs irgendeiner besonderen Vorliebe für das Judentum, sondern der Gerechtigkeit und der menschlichen Güte, die sein Wesen und sein Lebenswerk bestimmten. Möge den überaus zahlreichen Studenten und Studentinnen, und den Akademikern überhaupt,^ denen Dr. Sonnenschein seine fördernde Hand und sein warmes Herz besonders Zugewandt hatte, eine gleich edle Persönlichkeit als Freund erstehen- Auch in unseren Reihen wird das Andenken an diesen Diener der Liebe, der aus diesem Grunde auch ein hilfsbereiter Freund unserer Sache war, svrtleben. Gymnasialprofeffor Dr. Heinrich Saible (Rothenburg ob der Tauber) wurde, 77 Jahre alt, am 15. Februar zur letzten Ruhe gebracht. Mit ihru ist einer der bedeutendsten christlichen Gelehrten Deutschlands auf dem Gebiete des Talmud dahingegangen. Aus Grund eines tiefschürfenden Wissens — er hat einige Werke zum Talmud geschrieben — vermochte er Anfeindungen gegen das Judentum mit objektiver Wissenschaftlichkeit entgegenzutreten. Auch uns war es vergönnt, mehrfach Aufsätze aus seiner Feder zu veröffentlichen. Eine nur idealen Interessen zugewandte, von wahrhaft religiöser Gesinnung erfüllte Perfönlichkeit, fühlte er stets das Bedürfnis, der Wahrheit zu dienen und für Vorurteilslosigkeit und Duldsamkeit zu wirken. Lehrer L i f f g e n s widmete im Namen der israelitischen Kultusgemeinde und der Ortsgruppe des Centralverbandes dem Heimgegangenen am Grabe dankbare Worte. Kleine Chronik. Unser langjähriges Mitglied, der hervorragende Dermatologe Professor Dr. Ernst D e l v a n c o (Hamburg) vollendete am 21. Februar sein 60. Lebensjahr. Herzlichen Glückwunsch! — Am 3. März feiert Frau Dora Löwenthal, geb. Jordan, zurzeit bei ihrem Schwiegersohn, unserem Mitglied Hermann Leß (D o b r i n, Kreis Flotow, Grenzmark), in Gesundheit und geistiger Frische ihren 94. Geburtstag. Wir gratulieren! — Am 16. Februar starb in Berlin-Dahlem unser treues Mitglied Salomon Hertmann, früher Luckenwalde. Er gehörte 40 Jahre lang der Verwaltung der jüdischen Gemeinde an und stand 20 Jahre an ihrer Spitze als Vorsteher. Sein Andenken wird bei uns fortleben. — Der Chordirigent an der neuen Synagoge in Königsberg, Louis B a d r i a n, feiert am 1. März fein 25jähriges Jubiläum in den Diensten der Königsberger Synagogengemeinde. -Schweiz 7//ilÄüA\>^ Moderne phys.-diät. Kuranstalt und Erholungsheim. Nähe Strandbad. Arzt. Deutsches Haus, das ganze Jahr besucht. Pension von M.8,—-an. Prospekt. Der Eentralverein spricht seinem langjährigen treuen Mitglied die herzlichsten Glückwünsche, aus. — Der linksrheinische Landesverband hat am 17. d. M. in einem kurzen, aber würdigen Feierakt seinen scheidenden Vorsitzenden, Bernhard Feilchenfeld (Köln), geehrt. Vormittags versammelten sich die Kö.ner Mitglieder des Arbeitsausschusses, sowie Bürtreter der auswärtigen rheinischen Ortsgruppen in der Wohnung des Herrn Feilchenfeld, um den Dank für die neunjährige Verbandstätigkeit zum Ausdruck zu bringen. Nachdem eine Zueignung überreicht worden war, hob Rechtsanwalt Dr. Heinrich Frank (Kölnin herzlichen und warmen Worten die Leistungen des verdienten Mannes her-- vor und sprach den Dank aus, den alle Anwesenden mit empfanden. Er überreichte ihm eine künstlerisch ausgeführte Adresse, in welcher die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des Verbandes zum Ausdruck gebracht worden war. Nach anschließenden kurzen Worten unseres Laudesverbandssyndikus, Eugen I a c o b i (Köln), und des Rechtsanwalts Dr. Reiß (Krefeld), der für die rheinischen Ortsgruppen sprach, nahm sodann Herr Feilchenfeld selbst zum Dank für die Ehrung das. Wort. Er zog Vergleiche zwischen den Jahren des beginnenden modernen Antisemitismus vnd der heutigen Zeit und brachte das Gelöbnis zu weiterer treuer Mitarbeit am großen Werk zum Ausdruck. Fast alle Ortsgruppen hatten Worte des Dankes und Grußes gesandt Geschäftliche Mitteilungen. Freie jüdische Volkshochschule« Sonntag, 3. Marz, abends 8 Uhr, Berliner Brüderverein, Kurfürstenstraße 115/116, Liederabend Leo G o l l a n i n. Einleitender Bortrag: Dr. S. Hildesheimer Uber das ostjüdische Volkslied. Karten zu 2 Mark und 1 Mark an der Abendkasse. Siebe auch Inserat dieser Nummer. Dev Meraner Wetterbericht verzeichnet für Meran schon seit Wochen wieder traditionelles ständiges Reklainewetter: Sonnenschein bei tiefblauem, wolkenlosem Himmel und windstiller Atmosphäre mit Mittagstemperaturen auf südlichen Veranden bis 26 Grad Celsius. Diese günstige Wetterlage verdankt Meran seiner glücklichen topographischen Lage im großen, durch hohe Bergwände geschützten Bergkcssel am Südabhange der Ostalpen, welcher als Sonnenstrahlenfänger und Wärmeakkumulator sich besonders günstig auswirkt. Verlag u. Schriftleitung: Eentralverein deutsch. Staatsbürger jüd. Glaub-ens e. V., Lindenstr. 13. Tel.--Adr.: „Centralglauben Berlin". Postscheck: Berlin 36472. Gesamte redaktionelle Leitung: Dr. Ludwig Holländer. Verantwortlich: Dr. Margarete E d e l h e i m. Berlin SW 68. Unverlangte Manuskripte werden nur zurückgesandt, wenn Freiumschlag beiliegt. -- Verantwortlich für den Anzeigenteil: Paul Burg Hardt, Eharlottenburg. Truck: Rudolf M o s s e, Berlin SW 100. Sprachlos bin ich über den Erfolg von „Lebewohl“, Hühner augen-Lebewoh! u. Lebe wohl-Bailenscheiben, Blechdose (8 Pflaster) 75 Pf.. Lebewohl - Fns&bad gegen empfindliche küsse und Fass* schweiss, Schachtel (2 Bäder) 50 Pf., erhälilich in Apotheken und Drogerien. Wenn Sie keine Entäuschungen erleben wollen, verlangen Sie ausdrücklich las echte „Lebewohl* in Blechdosen und weisen andere, angeblich «ebenso gute" Mittel zurück. Wollen A gut W. gehen Sie zu Grün neben eeni s.tw. Mittag-. Abendgedecke — EpeztalMen Berlin- Ansbacher Str.18. Bavaria 3596. Im Westen Berlins bestens empfohlen. Wurst* febrik Hildesheim iJ H. Icrvelat-, Salami* u. Modmui'Sfc in unübertroffener (Jute. Korpulenz! 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