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Central-Verein-Zeitung · 1928-12-21 · 51-52 (21.12.1928) · p. Seite 730

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
51-52 (21.12.1928)
Date
1928-12-21
Page
Seite 730 (sequence 10)
Language
German
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730 den Juden der Neumark, in dem umfassendsten aller bisherigen Privilegien einen Beweis seiner Gnade geben. Da entfesselte die große Pest von 1348/49, der schwarze Tod, einen schauerlick-en Ausbruch des Hasses. Vom Rhein, von den Städten der Kultur aus flog das unsinnige, von einem verzweifelten Volke tlind geglaubte Gerücht durch die Lande, die Juden hätten die Brunnen vergiftet, trügen Schuld an t>em furchtbaren Sterben. Was folgte, ist nur zu bekannt. Aus lange hinaus wurde die Stellung der deutschen Juden gerade in den Gebieten vernichtet, in denen sie am glänzendsten gewesen war. Auch die Mark erreichte der Sturm. Zwar suchte Markgras Ludwig, suchte der Rat einzelner Städte, das Unheil abzuwenden. Noch im November 1349 befahl der Markgraf dem Rat von Spandau, die Juden vor ungerechten Angriffen zu schützen: der Rat von Prenzlau verhieß im gleichen Jahre gemeinsam mit den Meistern der Innungen den jüdischen Mitbewohnern seinen Schutz. Aber schon im nächsten Jahre brachte der Markgraf selbst die Judengemeinde im neumärkischen Königsbergt>cr Bolksleidenschaft zum Opfer. Was im einzelnen in Berlin geschehen ist, wißen wir nicht, wissen auch nicht, ob die Kämpfe zwischen den bayerischen Markgrafen und dem Prätendenten Waldemar dazu beigerragen haben, die Stellung der Juden zwischen den Parteien noch unglücklicher zu gestalten, als sie es ohnehin schon war. Wer daS Berliner Urkundenbuch durchblättert, wird darin eine Urkunde vom 21. Oktober 135V finden, die nähere Ausschlüffe zu gervähren scheint. Sie enthält eine Schenkung Markgraf Ludwigs an den Dekan von Soldin, Dietrich M o r n e r, und feine Brüder, denen er „das Haus, das einst der Jude Metzer"' in Berlin bewohnte, mit der Synagoge schenkt. Sicher ist die Urkunde ein Zeugnis der Vertreibung der märkischen Juden, die in diesem Jahre erfolgte, allein sie bezieht sich nicht auf unser Berlin, sondern auf das kleinere Berlin chen in der Neumark, das im Mittelalter Neu-Berlin und manchmal auch nur Berlin genannt wurde. Daß aber auch die Juden Berlins ihren Anteil an der Tragödie ihres Volkes erleiden mußten, dafür zeugt eine spätere Urkunde vom 22. Juli 1351, durch die der Markgraf seinen Frieden mit Berlin und Kölln schloß, die so lange der Fahne des falschen Waldemar gefolgt waren. In ihr versprach der Fürst, der sich nun wieder als der Schirmherr seiner Juden auffpielte, „alle Geschichten, die an den Juden geschehen waren, aus seinem Herzen zu tilgen"'. Er war damals ernsthaft gesonnen, die judenfreundlrche Politik seines Daters fortzusetzen. Im nächsten Jahre erließ er den Befehl, die Juden wieder in seine Lande aufzunehmen, freilich nicht aus humanitären Gründen, die seiner Zeit noch sehr fern lagen. Ihn leiteten nackte wirtschaftliche Jnteresien, denen er naiv-offenen Ausdruck verlieh. „Ilm des Gebrechens willen, das im Lande gewesen um Geld seit der Zeit, als die Juden verderbt sind', befahl er ihre Rückkehr in seinen Staat. Noch waren die Juden als Vermittler des Geldverkehrs unentbehrlich. Gegen ßfü+QH Apotjc|.p> Potsdamer Str. 84; Apotheke, Paui-SLagei-Str. 04, Ecke Krantstrasse; Simons-Apotheke, ßpandaaer Str. 17. — Wo nicht ertiil tUch, kaufen Sie nichts anderes. Schreiben Sie Postkarte direkt an uns. (^ *q * * Zusendung portofrei per Nachnahme. — Prospekt kostenlos. Br.raed« Joerre^s Cj.m.b.H«) Berlin -Treptow 2S. Tel«: HorltzpSsSx 1645$. M Lagerist, Anna, das Mädchen ans Da- Ume..o.5L 7,— £r$d, Zanberrelch der Liebe.. .H. 7,— Bessssss, Gcerrera, H. 7J5Ö Leese«. Der Dieb K. QßO TeehnlsIty.DasLSchela der Mona Lisa SL 7,50 Polgar, Schwärs auf treues.M. 8»— Drei Bücher Lachens....... des ..ML 5.- Eipper, Tiere »eben dich an...AL 8*50 - Beter. 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