Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 48 (30.11.1928)
- Date
- 1928-11-30
- Page
- Seite 677 (sequence 9)
- Language
- German
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der nun, als junger Verleger, für die Verbreitung und Anerkennung Sudermanns unermüdlich arbeitete? Nannte man ihn doch, und er lieh sich den scherz wie einen Ehrentitel £efallen, „die A:unie 3ubcrntannsT. In seinen Werken hat Sndermann zur Iudcnfrage nickt Stellung genommen. Er liebte, als Schüler der iranllstij'ch-cn Sittendramnttker, die .cknute volee" mit Grafen und Baroiicn. Er stieg auch in die bürgerliche Welt, und dann hat er seine satirischen Beobachtungen ans allen ihren Schichten geholt. Gewiß, anch^aus den jüdischen, das u-ar sein Recht als Dramatiker, aber nicht mit besonderer Akzentuierung. Wenn sich durch „Sodoms Ende" Juden aetroffen fühlten, das heißt solck^ Inden, die sich alle Mühe gaben, ihr Judcnium zu verstecken, so lag das nicht im Willen 'Ludermanns. Wenn er später Schiebertunr, erotische Entartung und andere Symptome der sozialen Dekadenz unter die Lupe nahm, hat er stets den allgemeinen gesellschastlick-cn Zustand rur Auge gehabt. Bei der Benennung der handelnden Personen hat er streng vermieden, den V^russauti'sermten Gelegenheit Zum basta llspcndondcn Geschrei zu geben. Nur in jenem ^Stnrmgcsellen Sokrates" führt er einen Rabbiner 'und dessen <^ohu mitwirkendein. Ter Rabbiner Markuse. Duzkamcrad mit anderen altem chrrstlichen Achtundvierzigern — das gab es einmal! —, ist mit großer Liebe gesehen. ,^erl. lieber," sagt der Bundesbruder Hartmeyer, „du bleibst doch der einzig Gescheite unter uns." Markuse ist m der Erregung ringsum der klug Uebcrlcgene und menschlich Verstehende. llnd sein Sohn Siegfried, jetzt Student, sagt seinem früheren „Gut Heil'." rufenden Lehrer, er habe Eouleurstudent werden wollen: „Aber man hat die Gnade gehabt, mich abzuwirnmelrr*. Jöarinn denn?" „Weil ich. wie auch Sie eben so liebenstvürdig betonten, Markuse heiße". Aus der Bitterkeit dieser Bühneusigur spricht der Hohn ihres Dichters gegen jede Unterdrückung der einzelnen Persönlichkeit und eines ganzen Volksteiles, spricht der Zorn über die Flachheit antisemitiscker „Weltanschauung". Warm jetzt, bei allein Recht zu kritischer Einstellung, Denvchland rmd England, Frcnckreich, Italien und Amerika Hermann Sudermaurr ehren, dürfen auch die Juden seiner als eines Freundes gedenken. Dtto Geismar, Berlin. Dir nehmen mH Hesonderem Interesse Kennt« vis davon, daß Sie an der flrtlil Ihrer SiLtetWbd tu Nr. 46 der V.- tntun^ vom 16. November 1928 Anstoß nc^ncji und stellen, hiermit i>te zum Uten abweichende Meinung anderer Zntungeu über Ihr Buch fest. Wir rönnen aber nicht c-tüuTrn, daß Sie mit Dsrrcn, wie „nicht von einem Fach, mann peschriebin*, ,Ziun!vser Inhalt", „»irres Zeug", „Geschmier" u. dgl., gegen Liese Kritik zu Felde ziehen. Auch daß Sie unserer Schriftleitung „ünverantroortliche Fahrlässigkeit" und „Unanständigkeit" rorrverfen und ihr „die gute Kinderstube"' «rbsPreö-crr, vermag uns noch nicht von der Güte Ihres Buches jit überzeugen. Die Besprechung ist von der gleichen Zuverlän'.gen Mitarbeiterin K. I>. ver-aßt, die auch dir in der gleirben Nummer reröffeut« lichte Kindermärchen-Aritik geschrieben hat und die als Mutter und als geübte Tagesschriftstcllcrin den Eindruck dieses Buchrs auf unverbildete Kinder sehr gut zu beurteilen roeiß. Verlag u. Schriftleitung: Centralverein deutsch. Staatsbürger jüd. Glaubens e. V„ Lindenftc. 13. Drk^Adr.: .-Cenriakglaubeu Berlin". Postscheck: Beriiu 3-1472. Für die Schrifrleitung verantwortlich: Tr. Ludwig Lolländer, Berlin SW 68. — Unverlangte Mcrnuskr-ivte werden nur zurückgrsandt, wenn Freiumschlag dcilicgL. — VcrLntDort!ich für Len ÄnzernenieU: Paul Bnrgh a r d r, Charlottenburg. Truck: Rudolf M o 's s e, Berlin 8W 166. > Ml pJL.., .*Jf Nur aus cusgesucht guten Tees der bekannten Anbaulander zusammengestelll \V -§-r ] f f) f;} - i i i 0!? ■! ■ Gemme - Obst - and Gmkjemiomeryeri, Konfifiii'en#Ma3Traeladeu, Gelees und iiUcMsärfe «2_ KonseiVenfabrils. Gxt>fS-£xera*i Aki.-Ges. ECHT MEISSNER PORZELL Kunst- und Gebrauchsgegenstände für den gepflegten Haushak. STAATLICHE PORZELLAN -MANUFAKTUR MEISSEN — Eigene Niederlagen: — DRESDEN-A.1,S*hloss$lr.36. BERLIN WBO,BudapesterStr.9a(HansamZoo). LEIPZIG C1,Goeihestr.6. Zu iezleheu aatft tiurii» «llo JQhrer.der. PorzcUanhandluHgni