Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 37 (14.9.1928)
- Date
- 1928-09-14
- Page
- Seite 519 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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I Gaurisarrkar an Fakta, — aber Friedell meistert ihn, beherrscht ihn, placiert ihn elegant vor uns wie ein geübter, versierter Verkäufer sein Sbjekt. Das Borwort Babs zeigt schon, daß er sich etwas ganz Unmögliches — unmöglich in diesem Nahmen — vorgenommen hat: er will „das Rutsche Theater" im „Zusammenhang der abendländischen Kultur betrachten" (auf 240 Seiten, Bilder eingerechnet, mit detaillierten Schilderungen einer Masse von Schauspielern und Regisieuren!). Tie Betrachtung bleibt alsdann nicht beschränkt auf Teutschlaud; El^gland, Frankreich, Italien, Rußland, die Bereinigten Staaten werden herangezogen — Bab entschuldigt sich beinahe, dich Spanien un.d Holland fehlen. Ach nein, es war scholl so genug. Man erkennt, daß eine kritische Besprechung eines solchen Buches ganz unmöglich ist. Wenn dies Buch wirklich ein Versuch sein sollte, „alle politischen und kulturellen, sozialen und geistigen Erschütterungen" des Zeitraumes von 1870 bis 1028 „in ihrer umgestaltenden Wirkung aus die Kunstform des Theaters zu geben, zugleich aber eine Vorstellung von allen schöpferischen Kräften zu geben, die sich während dieser Jahrzehnte in dem zeitlosen Eigensinn dieser Kunst entfalteten" — so ist dieser Versuch gtatt mißlungen. Was nicht mal ein schwerer Tadel ist. Tenn wer sich solchen Kloß in den Mund stopfen will, der kann zufrieden sein, wenn er ihn wieder ransbringt. Für die rituelle Haushaltung em »fehlen wir unfere anerkannt unübertroffenen Fabrikate tferqaJdi’I unter Aufsicht l! Srlhrtfctes Herrn Citerreti. / / Dfi.CbrtdkjdiAltona* I / . f { f) HZ ^aschig ujniidilg- OllSvbn IDzsrckutsdie hl Nahrungsmittellücrkem.b.H.vuisburga/ßht iKefwatMi© Wie Eie Zuckerfrei und nieder ar-eiksfZHls Werden, sagt jedem Krönten unenLge!Uich k'sr-Zrrr^NirrdLäsÄ 82. RSckeriitrsesaS. ActtwsrS, eslarni, KochSürZ rmd ßrdöner. Epezialirät: Streichwurst. VerpaLmg frei! Jfh Wurstfobrrk, Hildesheim, Annen straffe 1. — Telepkon2!.3L Unter Aufsicht Er. Ehrw. Landrabb,!)r. L e w i n s t y. Branuschweiger Sonig?uchen höchst DOhlschrnec5rnd u. nahrhaft, 1 Posttolls, 9Pfd. Inyalt, M. fr. Rachnahme« Jeder Versuch führt AU dauerndem Bezüge. August MaDn. äiteste Brattnschweiger HoniLkucheusadrik, VrüLNschWelg. sn Ich kann ans dem dick- und vollgestopften Buch nur einiges herausgreisen und davon sprechen. Voran, für diese Zeitschrift interessant: der Verfaffer, Julius Bab, ist Jude; das Buch ist Siegfried Iakobsohn gewidmet, auch einem Juden; im Mittelpunkt einer Hauptepoche steht ein Jude, Reinhardt; ein anderer Jude löst ihn ab, Jeßner; voran ging beiden Brahm. Tie Mitwirkung des Judentums am deutschen Theater wird einem frappant klar, wenn man hier und da in dem Buch blättert. Ich sehe nicht, daß die eigentlichen Einleiter und Anreger einer „Bewegung" Juden waren: ^Meiningen nicht, der Naturalismus, von Norden und aus Frankreich lanciert, nicht. — der Expressionismus nicht. Aber beim Durchsetzen und Ausbreiten spielen, jedenfalls am Theater, die Juden eine imposante Rolle. Heute schreiben noch Month Jacobs und Kerr ihre Theaterkritiken, oben spielt, unter anderen, Kortner, Granach, Elisabeth Bergner: andere Juden führen Regie, es ist ein wirklicher Prozentsatz wirklicher Talente. Ter ethnologische Grund ist nicht schwer zu finden, ist allbekannt: Ter Jude wird zur Anpassung, Verstellung, Maskerade gezwungen, er kann jetzt aus dem Vollen schöpfen, zwei Jahrtausende Elend haben ihn geschult; das ist schon mehr als^ Schule, das ist Seminar, Universität, sie haben die I '^chauspielprofepur im Leibe. (Eine andere Frage ist, ob grade s i e jetzt schauspielern wollen. Ich sehe voraus eine Periode der fc; J\‘V. Ms ■ B! & <■ i -4öiT