Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 37 (14.9.1928)
- Date
- 1928-09-14
- Page
- Seite 518 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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i 51$ bisher vor. Seine Darstellungen sind in zahlreiche andere Schriften übergegangen. Nach Schumachers Tode hat Professor Wahinger die schwierige, entsagungsvolle Ausgabe der gründlichen Bearbeitung und notwendigen Einordnung der Schumacherschen Untersuchungen und Funde übernommen. Der Gelehrte hatte sich in feinem Bortrüge eine zweifache Aufgabe gestellt: zunächst einmal die Funde als kunstgewerbliche Erzeugnisse Zu betrachten, sie dann aber „auf ihre besondere Eigenart aus ihre Beziehung zu anderen, uns erhaltenen Monumenten und auf ibre Entstehungsart zu prüfen". Dieser Wertung folgte eine erneute'Untersuchung der Hauptepochen der Baugejchichte von Me^dclo. Die Aufgabe Professor Watzingers war dadurch sehr crschivert. daß die Tagebücher wie das Fundjournal Schumachers verlorengegangen sind. Gesunden hat Schumacher gewaltige Bnrganlagen mit Toren und Türmen, mit Gräbern und Schatzkammern. Sie lassen sich im Alter durch die verschiedenen Schichten in großen Zügen bestimmen. In den verschiedenen Schichten traten wertvolle, einzigartige Kleiufuude ans Tageslicht. Das ^rühmte Lebema-Siegel mit der althebrmschen Inschrift: ..Siegel des Schema, des Dieners Jerode a rn s" (wahrscheinlich Jerobeam II., etrva 78o bis 743 v. Ehr. König von Israel), ein Siegel mit munteren Trerdarstellungen, einen liegenden Löwen, wohl ein Parfümgesäß, eine Mauerecke des Palastes bilden wir hier al?). Aber all diese Mauern und Graben, die dem Laien auf den ersten Blick so wenig zu sagen scheinen, werden in ihrer Bedeutung auch dem Nichtgelehrten klar, wenn er erfährt, daß Schichten, Scherben, kunstgewerbliche Erzeugnisse eine Datierung dieser Bautenreste mit einer gewipen Sick)erheit durchaus versrattcn. Hier spricht Borisraelitisches zu uns, diese Anlage stammt etwa aus der Blütezeit Israels und Judas. Vielleicht geht jene Burg sogar auf den großen Salomo unmittelbar zurück; denn Steinmetzzeichen an den Quadern erinnern deutlich an gleiche, die die salomonisä-e Tempelmauer in Jerusalem ausrveist. So erzählen uns diese Funde von Kriegs- und Friedenszeiten, von Brand und Zerstörung — zwischen der vierten und fünften Schicht ist eine umfangreiche Brandschicht eiugelagert —, sie illustrieren nicht nur die biblische, auch die vorderasiatische Geschichte. Sie lehren uns die Technik des Festung?-, des Palast- und des EraberLaues in diesen alten Zeiten. And die kunstgewerblichen Funde, Jahrtausende in Erde gebettet, können es — wie staunen wir? — mit den letzten Erzeugnchen der „Deutschen Werkstätten" an Gehalt wahrlich aufnehmen. *Rrnfofinr DvVtfetnnpr fintte besonders narfi der kumtaesibi^ Megiddo, wo jetzt neuerdings amerikanische Gelehrte weitergraben, die auf dem Internationalen Orientalistenkongreß in Oxford "soeben ülxw neue, aufsehenerregende Entdeckungen berichteten, ist man berechtigt, mit großen Erwartungen entgegenzusehen. Wer sich ohne 311 eingehende Fachgelehrsamkeit über diese verklungenen Zerteu gut unterrichten will, wird bei T h o m s e n : „ P a l ü st i n a u n d r e i n e Kultur in f ü n f Ia h r La u s e n den " (Ans „Natur und Geistcswelt", Nr. 260) mit Bewunderung und Bereicherung die Ergebnisie der verschiedenen Grabungen und Forschungen im Heiligen Laude genießen. Und wer dauernd — und das mögen recht viele tun_ sich wichtige und weiterführende Untersuchungen über Land und Leute Palästinas zu eigen machen will, der fördere ]ür billiges Geld als Mitglied des Deutschen Palästina-Vereins dessen segensreiche wissensihastliche Tätigkeit. Das ist ein bescheidenes Zeichen der Liebe für das Land der Väter jenseits aller Politik. Aber es ist eine, ivenn auch mir ganz winzige Tat; und wir sollen Palästina nicht mit Worten, sondern mit Taten lieben. Dr. Alfred Wiener. Eine Theatergeschichte öer Gegenwart. Professor Watzinger hatte besonders nach der kunstgeschichtlichen Seite hin eine Zahl wichtiger Vergleichsbilder aus dem Kreise der orientalischen und Mittelmeerkultur beigebracht. Seinem Werke über *) Professor Watzinger (Tübingen) hatte die Güte, uns die Aufnahmen zur Verfügung zu stellen. _^ ADLERWERKE VORM. HEINRICH KLEYER A.-G. FRANKFURT a. M. FILIALE: BERLIN BELLE-ALLIANCE-STR. 6 s?\ "" IW O'Ä 633 10/45 PI ¥1ISS1¥ o . 12/ZS ps sEciissrriii OSN „ AD L ER STANDARD 6 a ist der neuzeitlichste deutsche Wagen, der alle yoJwert’Qsrs Ncuarungen, die letzten Errungenschaften der Technik, Wissenschaft Hraxis aufv/eisi fc-r ist mit hochwirksamer Original - Lockheed - Celdruck -Vierradbremse, Original - Bowen - Einpedaldruck - Zentralschmierung, Oe!-, Betriebsstoff- und Luftfilter, GanzstahS-Karosserie usw. ausgerüstet Angezeigt von Dr. ALfrev Döblin. Hans Heinrich Borchardt, Karl Holl und Franz Rapp geben illustrierte theatergefchichtliche Monographien heraus. Als erster Band ist erschienen (bei I. I. Weber, Leipzig) „Das Theater der Gegenwart", Geschichte der dramatischen Bühne seit 1870, von Julius B a b. Das Buch ist dem Andenken Siegfried Jakobsohns gewidmet. Es gibt den Sah: Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen. Aber was Bab bringt; — das ist doch Zu viel. Alan stelle sich vor, was er sich in seinem Buch auf knapp 240 Seiten, wobei 78 Abbildungen noch Raum verschlucken, vornimmt, und wird mir recht geben.. Es wird begonnen mit der „Erstarrung und Erneuerung" des Theaters 1870—1885, darauf gibt der ziveite Teil den naturalistischen Vorstoß 1885—1900, dann fällt in die Jahre 1900—1914 ein „Romantisches Zwischenspiel", und wir landen im vierten Teil (1914—19-5, der „Expressionistische Ausbruch"). In diesem Kapitel wird nun unendlich vieles abgehandeli. und es gibt fast nichts, was nicht berührt wird. Das ist der Grundfehler dieses, wie sich bei Bab versteht, sehr fleißigen Buches: er grenzt sein Thema nicht ab. berührt Tausenderlei, vermag es natürlich nicht zu entwickeln. Das Ganze ist nur zum Nachschlagen, man sieht, wieviel Themen es auf diesem Gebiet gibt, gelesen kann es nicht werden. Da mache ich Bab auf das Buch eines anderen Historikers aufmerksam: auf Egon Friedclls ganz famose Kulturgeschichte. Hier ist ein viel ungefügerer Stoff, ein wahrer Kilimandscharo, ein