Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 34 (24.8.1928)
- Date
- 1928-08-24
- Page
- Seite 473 (sequence 9)
- Language
- German
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473 von Mischen Hoxesn- ^-er Borsport. als Faustkampf einer der ältesten athletischen Ncbunaen überhaupt, hat sich in den Jahren nach dem Kriegsends auL in Deutschland jene bevorzugte Stellung errungen, der er r.& %o\ der internationalen Sportgemeinde bereits \eii Dezennien e*freut Ai'- der Entwicklung dieses jüngsten WelrsporLs waren \c'ü iester Europäer unb Amerikaner jüdischer Abstammung maßgebend beteiligt, ja. ein j u n g e r e n g L i s ch e r Jude Daniel Merrdoza, hat den modernen Boxsport — so paradox dar»klingen maa — überhaupt erst aus der Taufe gehoben. Die Zeit fernes ersten'sportlichen Auftretens (um 1780 herum) fällt in eine Niedersanasveriode des damals in.England bereits ziemlich populären Boxsports. Schiebungen, schlechte Kümpfe und dergleichen hatten das öffentliche Interesse am Boxen stark herabgemindert. , Erst Mendozas faszinierende Persönlichkeit, seine harten und interessanten, dabei doch sportlich sauberen Kämpfe, nicht zuletzt auch ferne propagandistische Meisterschaft gaben dem Boxsport in Eng- Land wieder seine angesehene Stellung zurück, die er in diesem Mutterlande des Sports von nun an unverändert bewahrt hat. Mendozas berühmte Kämpfe mit Hurnphreys i:n Jahre 1789 erfüllten ganz England mit einem in diesem Grade bis dato unbekannten SportenthusiasmuZ. Nach seinem Siege im zweiten Kamps brachte ihm die vornehmste englische Jugend, an der Spitze der Prince os Wales, Huldigungen dar, die fast an die Ovationen erinnern, mit denen heute unsere Ozeanhelden überschürtet werden. Mcndoza war — und dies ist vielleicht sein Hauplverdienst — nicht nur ein hervorragender Kämpfer, sondern auch der erfolg reichste Propagandist des jungen Sportes. Er war der' erste Boxer von Forlnat, der nicht nur Wettkämpfe austrug, sondern auch in ganz England Schaukämpfe vorsührrs und so in allen Teilen des Landes dem Boren neue Anhänger arwann. Mendozas Tradition haben Hunderte von jüdischen Borern innerhalb des angelsächsischen Sprachgebietes fortgesetzt. Eine stattliche Anzahl von Weltmeistern ging aus ihren Reihen hervor. Um nur die bekanntesten hervorzuhcbcn. seien Harry Greb, Kid Kaplan, Benny Leonard, Ted Kid Lewis, Lew Tendler, Nat Siegel. Joe Benjamin, Kid Wolse. Dave Rosenberg, Eddie Kid Wagner. Jack Bernsteirr, Battling Levinskh, Abe Goldstein, Jimmy Dufsh, Leach Groß, Abe Attell genannt. Erst in der zweiten Junihälfteschlug der jüdisch-amerikanische Boxer Maxie Rosenbloom in einem sensationellen Kampfe in England einen der besten Boxer. Die hervorragenden Leistungen jüdischer Sportsleute auf fast allen Gebieten sportlicher hervorbringt als irgendeine andere Tätigkeit des Körpers und des Geistes", wie einer der besten Kenner englischer Verhältnisse kürzlich seststellte. Gegenüber persönlicher Tüchtigkeit und sportlichem Können muffen sogar die Erinnyen des Rapenhages' verstummen. Wie wäre es sonst möglich, das; gerade Ungarn als Trainer für seine Nationalmannschaft zur Amsterdamer Olympiade einen amc- MsM C::2l fcj&Ei EK& (bei rimue) Direkt am Meer. PJUnello Rüe&e. — II! £ euer Betsaal. — Gottesdienst im Hause. Alle Zimmer mit Loggia oder Balkon. Fliessendes Kalt- und Ys armwaeser. 'Wan^-j/asserlieLzuag. Telephon iaterurban. See-und Sässvrasserbader. Mecr- 'Wauiserdu^che. Appartement?. Frivatbadezunmer« Küche auch für ^iiaDetiüer. 200 Betten- Pensionspreis inkh Zimmer 8 32ajrk. aufwärts. ri5aurschen JÖcrec jüdischen Glaubens, den früheren Weltmeister Ted Kid Lewis verpflichtete. Auch m Deutschland sichc man Juden unter den besten im Ring, sowohl bei den Amateuren wie bei den Professionals. Namen wie Harry 'ctein, Jeirr Friede mann, Buchöaum, Preis haben einen guten Klang. Ter jüdische Boxklub Maccabi leistet erfolgreiche Arbeit, und geaenwärtig verteidigt ein K. C.er den Titel eines Schwergewichtsmeisters der Berliner Hochschule n. Noch viel mehr interessante Einzelheiten dieser Art finden wir in einem kür^ich erschienenen Buch') „Boren" — der Weltsporr" von „Kosmopolit", ein Pseudonym, unter dem sich ein im Borchristtum bekannter und geschätzter Autor verbirgt. Ter sehr ächkundige Verfasser untersucht jedoch nicht nur die historchche^und portlich-technische, sondern auch die anchropologisch-biologische Seite eines Themas. Er kommt zu dem Schluß, dah zwar „der Box- .fport jedem etwas für Gesundheit und Charakter zu bieten habe", 'anderseits jedoch nicht zu verkennen sei, dah zur Vollbringung hervorragender Kampfleistungen eine gewiffe Veranlagung Borausseüung sei. In diesem Zusammenhänge untersucht er auch die borsportlichen Qualitäten der Juden unb kommt aus seiner reichen Erfahrung heraus zu sehr intereyanten Feststellungen, die in extenso auch hier wiedcrgeaeben seien: In Deutschland gilt der Jude im allgemeinen als für den Kampf untüchtig und wurde meist auch als ‘ eolbat wenig geachtet. Im Ring zeigt es sich jedoch, dag dies Vorurteile sind, die durch nichts begründet werden können. Ich habe bei den Kämpfen, die ich von Juden gesehen habe — und ich glaube, daß ich mehr davon gesehen habe als sonst ein Kritiker Deutschlands —, noch nie erlebt, daß ein Jude aufgegeben Härte. Er nahm lieber eine klare Niederlage hin, als daß er sich vor dem Kämpfende geschlagen bekannt hätte. Das beweist aber m. E. wirklichen persönlichen Mut. Des weiteren bringt der Jude durchschnittlich mehr Intelligenz in den Ring als die Vertreter anderer Rapen. Drittens kann man gerade beim Juden etwas beobachten, was sehr vielen anderen Boxern abgeht: Sie gehen mit absolutem und unbeirrbarem Ernst und mit dem Bewußtsein der vollen Aufgabe, der sie sich unterziehen, sowie mit einer allgemeinen, die jüdische Raffe auszeichncnden unbeugfirrnen Zähigkeit au die Ausübung des Boxsports und damit auch ans Training heran. Diesen Ernst, das seriöse inr Denken und Handeln von der ersten Minute des Trainings bis zum letzten Gongschlag des Kampfes, kann sich jeder andere zum Beispiel nehmen/es' wird ihm nur zum Vorteil gereichen. Dr. Werner §?osenber§. r) „Deren--Verlegt Gcs. m. 5. H-, Berlm-Steglitz L. 1F. 17. CGxMZssM § Berlin W 8. Französische Strasse 47/48 Sonderangebot vnizr St.??srt!ner.. 12 kl. 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Ltl-$st «Ich das nicht billiger machen, wenn wir gimachsf 4Ie Füisc verjüngen «Bas konnea Sie allerdfag« büli&er haben durch 'ne Schachtel „Lebewohl"*) für 75 Pfennig.** *) Gemeint ist n-iförlleh das berühmte, von sielen Acriien empfohkne Huhseracgett«Leb«vrchl und Lebewohl -JäuIIeGscheSben, Edechdoje (3 Fdaster) 75 Pt, Lelscwohl-Fu&sbad gegen empLndliche Fü-is« und Fuss* «hweTss, Schächte! {1 bSder) 50 Pf. £jhÄliiich In Apotheken und D/ogerien. Wenn Sie keine Bnüeusdrangen erleben vollen,, valangen Sie eusdruddich das tdiis L^ebew’clii Ln SUchdosco und weisen andere, «ngebUdi .eb-esjo ^uiftT Mlüd zurück. ^ÄCgw^ö^aaRarfteajsa kurei^eti-AGiialjmc für ^“»«^«n-Annaliiac Rudolf Mos3cs »ejmSW 19, Sccufolcm«? ‘ ririRisw]') - -* ---- santL Zeitnngeu Deutsciilaads saü des A^slsjids, Moadcd"ra 16~49' Breslau, Chemnitz, DcrsLen, Düsblöorf, Erfurt, Frankfurt S.Ä., HLlr (Saals), Huniöurg. Hrunsoer, rtarlsrune, Kein s. Nh.. Leipzig, :,r, J li^ Lunchen, Nürnberg. 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