Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 34 (24.8.1928)
- Date
- 1928-08-24
- Page
- Seite 465 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1 ’rV f ./ k v yO Serttn, 24.Bugust1YZZ VII. Jahrgang ♦ Nr. M Einzelnummer 1- P^mffg ^^i^b7sabon°-m-»t 'W/ß'^^aiT^erneine Zeirunö des Gudentums 1,20 NM. IzuZUg!. LZcsieUgeld). v. SHrMlsitUNL: Berlin 8W 6S, Lindenstr. 13 Frrnsprecher: A2:L DTnhsff S5S4, 3593. .:. PostfchsSkonLo: Berlin 3S472. .r. BarakorrLo: Dresdner BanL. Wechsrl« ftuoe G, Berlin SW 63, Lmdensir. 7, unb vdn CsIdschmidt-RoUrschUd L Co., BerUn W8. Stncinls« Anzeigenannahme: Annoncrn.LxyedrLion S^uirotf Stoffe Berlin SW 19, und deren Filialen. AnZeisrnpreise: V,S2 für dis 7gespaltene Zeile nach Nudols Msssrr 'Vvv^^wv^b1 e^äSa'Il V$ $44^*1I $ »»X XW44|£ C«^4V 4^ 4 4 $ 44'i sl I \Sfc/$ j? * * V W«4/7 ♦ Es ist eine besondere Freude, in diesen Blättern über die erste Tagung des Weltverbandes für das religiös-liberale Judentum zu berichten, die zum erstenmal nach der Gründungsversammlung von 1926 in London, vom 18. bis 20. August 1928 in Berlin stattfand. Eine Freude vor allen Dingen deshalb, weil dadurch wieder einmal Gelegenheit geboten wird, an dieser Stelle, an der man so oft gezwungen ist, sich mit Widerwärtigkeiten ausemanderzusetzen, von einer Arbeit zu berichten, die ausschließlich zur Befestigung des Judentums geleistet wird, bei der einzig der Wille vorhanden ist, die Positiven Werte des Judentums der gesamten Gemeinschaft zu erhalten. Diese Freude wird noch verstärkt dadurch, daß dabei auch der innere Kampf innerhalb des Judentums schweigt. Wir berichten hier nur über den Gesamte;ndruck der Tagung und über das, was ihr Wert im großen und ganzen ist und wie wir Zu ihr aus dem Gedankenkreis des E. L. heraus Stellung nehmen. Einzelheiten über die Tagung wird jeder in anderen Organen der jüdischen Presse Nachlesen können, er wird von ihnen je nach der religiösen Färbung des Blattes unterrichtet werden. Wir dürfen damit beginnen, die Begrüßung der Tagung durch den Vertreter der Reichsregierung, Legationsrat Graf Tattenbach, herdorzuheben, der ausführte, welchen Wert die Reichsregierung darauf lege, daß in einer Zusammenkunft wie in dieser durch die in ihr angeknüpften gemeinsamen Beziehungen über die Grenzen hinaus 'die Sache des Völkerfriedens und der allgemeinen Verständigung gefördert werde. ' Er hob mit besonderem Nachdruck hervor, tvelche Freude darüber herrsche, daß dies eine Tagung sei, die keinerlei materiellen Zwecken diene, sondern einzig und allein einem religiösen und also einem idealen Zwecke. Warum wirkt die Tatsache einer solchen Begrüßung so erfreulich? Warum empfindet man es als besonders und als wichtig, daß die Tagung begrüßt und in dieser Form begrüßt wurde? Man hat zunächst ein Gefühl der Eenuqgehabt, von außen und von verantwortungsvoller Seite her Worte zu hören, die, indem sie gesprochen werden, eine Anerkennung der Gleichberechtigung der jüdischen Religion inmitten der gesamten religiösen Gemeinschaften bedeuten. Unser Selbstgefühl liegt selbstverständlich in unserer eigenen Ueberzeugung und irr unserem eigenen Bewußtsein dessen, was unser Dienst an der Welt und an der Menschheit ist. Es bedarf zur Hebung des Selbstgefühls rernerter Anerkennung von außen, aber kommt sie zum Aus- JCvll5 Pe un§ tief und ehrlich. Es ist aber noch ein un§ an der Begrüßung wichtig und wertk.em Ätschst der gegen uns geführt wird, spielt st das —ort eme oiuile, daß der Jude international fei, und daß infolgedessen der deutsche Jude keinen vollen Beitrag zum Gedeihen des Deutschtums und des deutschen Landes leisten könne. Es ist hier nicht der Ort zu einer Auseinandersetzung hierüber — im übrigen redet ja jedes Blatt dieser Zeitung davon —, aber es darf von dem Gefühl der Genugtuung darüber gesprochen werden, daß in der Begrüßung zum Ausdruck kam, wie sehr man die internationalen Beziehungen, die auf dieser Tagung neu geknüpft wurden, als einen Beitrag zur gesamten deutschen Leistung an dem Werk des Friedens und der Völkerverständigung schätzt. Auch hier wiederholen wir: die Pflege der gemeinsamen"Beziehungen, die über düe Grenzen hinaus uns mit den Juden der Welt verbinden, ist nicht nur ein Stück der besonderen Arbeit für die Religonsgemeinschaft, sondern vaterländische Arbeit im Dienste der Dölkerversöhnung und der Bölkerverständignng. Nicht ein gemeinsames politisches Interesse kam hier zum Ausdruck, sondern ein gemeinsames ideales und religiöses. Wenn man von dem Verlauf der Tagung besonders Eindrucksvolles herausheben will, so wäre von folgendem zu reden: Eine Herzerguickung war es, Claude G. Montesiore in die Augen zu sehen: die Persönlichkeit dieses kindlich reinen, wahrhaft adligen Menschen ergriff und riß fort, bei jeder Ehrung, die man ihm erwies, empfand man sich selbst als geehrt. Man empfand, was es für das Ansehen des Judentums in der Welt bedeutet, wenn Menschen solcher Art die Tiefe ihres religiösen Bewußtseins in all ihre Lebensarbeit hineinlegen. Derjenige, der die Londoner Tagung von 1926 mitgemacht hatte, konnte deutlich erkennen, welch anderes Gesicht die Tagung hier hatte. In all ihrer Großartigkeit war die Londoner Tagung doch nur getragen von dem Interesse der besonderen liberalen Gemeinde Londons. Wenn man das Wort nicht zu wörtlich nimmt, könnte man sagen, ein wenig stand dort die Tagung im Schatten. Sie war eine Angelegenheit der religiös-liberalen Juden aller Welt, pe war getragen von dem lebhaften und aufopfernden Interesse der liberalen Gemeinde Londons und ihrer Mitglieder, aber die . / ff _ a & CI/ /.6ao; «i i <iU/wwsfo* H Zur Pariser Reise Stresemanns, — W „Juden“ in Meyers Lexikon. Von M B. Jacob (Dotimtmd). — Von jüdisdien ||| Boxern. Von Dr. W. Rosenberg (Berlin). M