Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 32 (10.8.1928)
- Date
- 1928-08-10
- Page
- Seite 441 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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❖ fl -A,"" I, <W<LM» in, IS.August 1923 II. Jahrgang ♦ Nr.^22 Einzelnummer 10 pfe^nniz MMS'ÜWk 1ch>>D>V ch ÄrlÄ-vL *%> < ■' .--^4i» »j V v».J^ V fl »' •~"- .J^-v-i^ Vv\ y «» V'-? »s« ‘•-•*•<5 BierteljabrSaborrrrLment 1,20 RM. (Zuzügl. Lcsiellgeld). s allgemeine Zeiiun^ des Judenrums De klag u. LchrisUeitung: Berlin 3^V 63, Lindenstr. 13 .:. Fernsprecher: Amt Dönhoff 3534,3383. .:. Aostscheckkonto: Berlin 50472. .:. DanUonto: Dresdner B^nk, Vechfel» . ftuhe G, Berlin SW 63, Lindenstr. 7, und ron Goldschmidi-Rorhschitd L Co.. Berlin W8. Alleinige Anzeigenannahme: Annonccn.Lxpedition Rudolf Mc-sse, Berlin SW 19, und deren Filialen. Anzeigenpreise: V,0Ü J?Jt für die 7gespaltene Zeile nach Rudolf Mosirz Srormalzellenrneffer Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche (nicht Stellenangebote) sür Mitglieder d. Cevtralvereins 0,45 J2M, die 50 rnni breite ReNamezeile 4,89 JIM. j jjjl f M l\Y M t J e j/ f 1 f \\ J S\ 6 \ rA Tf t) A (\ ku, KhJwÜ!H Af'A /s*>!!;; i;! I ‘■vQ SW KW« SÄkÄWM «S t! m v *■ “VV v 5 -rHf %y ^4% fr*iV<V & **/•&* I. Die in den letzten Wochen in einer Reihe jüdischer Zeitungen erschienenen Abhandlungen über eine innere Befriedung des deutschen Judentums, veranlaßt durch einen Aufsatz in diesen Blättern, haben sicherlich in den meisten Kreisen der jüdisch fühlenden Männer und Frauen dadurch eine gewisse Befriedigung ausgelöst, daß der Versuch gemacht würde, einerseits die Wahrheit zu sehen und Zu verbreiten und anderseits durch möglichste Beseitigung unfruchtbarer, das Ganze schädigender Erörterungen Zu einer inneren Kräftigung unserer Reihen Zu gelangen. Dabei ist der Unterschied zwischen Eentralverein und Zionismus in einem größeren Aufsatz der „Jüdischen Rundschau"" („Zum Thema Innere Befriedung""") von Dr. Rudolf Samuel (Breslau) ausführlich behandelt worden. Der Gegenstand ist wichtig genug, um ihn aus dem bloßen Bereich unklarer Gefühlswallungen, unbestimmter Urteile und schädlicher Vorurteile, aus dem großen Bezirke falscher Einstellung in tatsächlicher Hinsicht, aus der Verkennung wissenschaftlicher Grundbegriffe herauszunehmen und einer Betrachtung Raum zu geben, die zu einer wirklichen Klärung dienen kann. Diese Klärung wird die Arbeit des Eenträlvereins ebenso befruchten wie die Einsicht der jüdisch-national empfindenden Kreise über ihre Praktische und gedankliche Stellung zu den uns heilte beschäftigenden Fragen. II. Rudolf Samuel schreibt: „Der wahre Gegensatz zwischen Eentralverein und Zionismus ist der zwischen Reaktiv und Aktiv, zwischen Beharren und Erneuern, zwischen Saturierkheit und Revolution." . Der ehrlich überzeugte Gegner hat Anspruch, daß man seine ^Aufsagung in seinem Sinne nachprüst, und daß eine zutreffende Beurteilung auch ohne irgendeine Rücksicht das eigene Gewissen schärst. Gewiß sind die Begriffe, die Rudolf Samuel gegenüberstellt, nicht eindeutig. Aber man wird ungefähr aus der Gesamtdarstellung erkennen können, um was es Samuel geht, . wenn man insbesondere die jüdisch-nationale und die zionistische Literatur des In- und Auslandes, wenigstens in groben Zügen, innerhalb der lebten dreißig Jahre verfolgt. Wer seit dem 1. Baseler Kongreß allen diesen Fragen der inneren Entwicklung der deutschen Judenhert ohne Voreingenommenheit gefolgt ist, weiß, daß Samuel im wesentlichen das alte Bild des nichtzionistischen deutschen Bourgeois des letzten Vürrtels des vorigen und des beginnenden neuen Jahrhunderts vor Augen steht, dem das Jmentum eine Last ist, der sich seiner am liebsten entäußern mochte, der nichts glaubt, nichts liebt und nichts anderes wünscht a!s^ seine Beguemlichke'^. dem jede Auseinanderjer-ung. nut seiner Umwelt lästig ist, und der eine Erlösung sucht von allen diesen Schwierigkeiten, wofern es nur eine solche Erlösung überhaupt geben kann. Das sind die Gesättigten im Judentum, das sind die geistig Verfetteten, das sind diejenigen, die mit Redensarten vorhandene Streitfragen und Difserenzpunkte aus der Welt schassen möchten. Alle diese finden nach der national-jüdischen Auffassung, die vielleicht nicht in ihren letzten Folgerungen, aber im wesentlichen Samuel und seine Freunde teilen, im Eentralverein ihre Vereinigung. Ter Eentralverein soll angeblich dazu dienen, das Leben recht bequem zu machen, den Judenhaß aus eine Weise zu bekämpfen, die von den Juden möglichst wenig Gesinnung verlangt, und die sich immer nur nach den anderen richtet, v&o ist das Bild, das namentlich in der Zeit vor etwa fünfundzwanzig Jahren in jüdisch-nationalen Kreisen der Heranwachsenden Jugend von den „Eentralvereinlern" gegeben wurde. Im Grunde genommen ein verächtlicher Verein, ohne „positives Programm", lediglich negativ wirkend, schließlich ohne Charakter, um bloßer Behaglichkeit willen nur aus Aeußerungen der Außenwelt eingehend. Lautet die Beurteilung so, so muß allerdings die Nachprüfung doppelt ernst genommen werden. III. Geht man auf die Entwicklung des Zionismus wie auf die des Eenträlvereins ein. so zeigt sich zunächst: Beide Begriffe sind in ihrem Inhalt einem steten Wandel unterworfen'). Heute ist der Begriff „jüdisch-national" und „Zionist" nicht mehr eindeutig. Als das Baseler Programm geschaffen wurde, wurde die Erundsorderung „S ch a s f u n g einer ö f s e n t l i ch r e ch t l i ch gesicherten H e i m st ä t t e für das jüdische Volk in Palästina" viel schärfer und N Uebcr die Aenderuugcn in den gesamten soziologisch 2ii_ verstehenden Schichtungen äußert sich Präses,or Alfred Vierkandt (Berlin) in einem Aussatz der „Boisischen Zeitung"' vom 4. August d. I. „Ernste Nrisis unserer N e ch t s p r e ch u n o," u. a. wie folgt: „In diesen Beziehungen unterscheidet sich also das Gebiet der Rechtsprechung grundsätzlich^ nicht von anderen Gebieten unserer Kultur: den Charakter der Krisenhaftigkeit hat cs mit ihnen allen und mit unserer gesamten modernen Kultur als einer Einheit gemeinsam. Der Geist unserer Zeit wirkt sich grundsätzlich in gleicher Weis» in allen Einzelgebieten aus. Und überall hat lener Zustand auch die entw<±/ify 4s uuä/lM/^/Jsb m ||§ Das schzvarze Ätsio» Von Dr, J. Jacoho- W ||| tviiz (Reuthen). — -st 6 10 ~{~ lö 1|| W 3 X iS. — Bern iiinhig$äk?!gen M H| Älired Bohiin. Von Leo Hirsch (Berlin). |||