Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1928-07-06 · 27 (6.7.1928) · p. Seite 391

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
27 (6.7.1928)
Date
1928-07-06
Page
Seite 391 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2277379-2277781-2277808--04597-2285226
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

m < < ' ** * fc-I^ST - * ^ms Professor Dr. Gerhard M e u z hak im Verlage M. & H. 2/1 « r * (US, Breslau, soeben ein Werk, betitelt: „Irrationales in der Nationalisierung, Mensch und Maschine"^, erscheinen lagen. Wie weit der Nahmen des Begriffes „Nationalisierung" schon. i-tzt gesteckt ist, geht daraus hervor. Laß es nach Menz > *,für das Wesen der Nationalisierung völlig glciä'güliig bleibt, ob ihr Lbjekt in einem Falle der vovkomlncnstü Eottesbegriff ist oder in anderen Fällen etwa der Zrcakkalendcr, das richtige Recht oder die MusrerunLernehmung. Ammer handelt cs sich 'um Ltonftruttionen rein aus der ratio heraus nach ihren Kategorien und logischen Rchgcln". Aber hauptsächlich wird der Begriff Nationalisierung heute in der Wirtschaft gebraucht. Es handelt sich hier darum, „nicht nur alle Lebenserscheinungen zahlenmäßig, meß- und wägbar zu machen", sondern um Nachprüfung, inwieweit nach dem Prinzip des kleinsten Mittels in der Wirtschaft gearbeitet werden tann. Menz hat das außerordentliche Verdienst, in einer klaren liebersich über die Rationalisierungscrscheinungen nicht nur das Zweckmäßige, sondern auch das Unzweckmäßige vieler angeblicher Rationalmerungsmetboden zu kennzeichnen. Mit allzu viel Klugheit und allzu viel reiner Vernunft kann unter Umständen mehr geschadet als genützt werden, weil die arbeitenden Subjekte, d. h. die Menschen, in ihrem Willens- und Gemütsleben durch klüglich erdachte Methoden nicf}t immer Zn solchen Nutzeffekten angetrieben werden können, wie man cs sich gedanklich, vorstellt. io hat die unseren jüdischen Freunden so Außerordentlich gefährliche Tendenz, jedv Vermittlung im Handel ausznschalten, den Grossisten Zu „ermorden", aus der einen Seite unendlich viel Unglück geschaffen und auf der anderen Seite nichts genützt. Tenn hier ist der Einzelhändler vielfach gezwungen Wörter, 'sich über das Matz des für ihn nicht übersehbaren Notwendigen eiuzudecken und so zu schließlich schwer verwertbaren Ncstbeständen zu kommen, welche nur der Grossist gut verwenden konnte. Die immer größere Tendenz der Beseitigung von Vertretern erschwert das Ausfinden neuer Kundenkreise und die Erweckung notwendiger Bedürfnisse. *) Zu beziehen cud> durch Philo-Verlag, Berlin SW 68. Preis ged. 8,50 Mark. 15/e^4p5}_F*^«r>/ssS *!?. h ff SIBW/aTÄf?? 5 3 5H f/Ä DL ■:b fi SJ a § J «a* t( a 9 & dku H; U-J 3 c J I V. ■ >' snter Aufsicht Sr. Elirw. Dr. Ehrentr Bietet das Bester an TJnterknnit und Verpflegung. X \ / Menz hat in den Erscheinungen des Nationalisierungswerkes das N a u m ze i t p r ob l e m, das Kausalitätsproblem, das Autonomieproblem und das K a P i t a l P r o b l e m besonders behandelt. Er hat hier dargelegt, wie die größte Leistung in - der kleinsten Zeiteinheit das Ziel sein muß, und wie man naturgemäß in jeder Wirtschaft auf eine zweckmäßig? räumliche Anordnung Wert zu legen gezwungen ist. Tie Erwägungen, die Menz zum Kausalproblem anstellr, werden von vielen Führern unseres öffentlichen jüdischen Lebens mit besonderem Nachdruck gelesen werden muffen. Wenn wir an einer Ueberfülle von kleinen Vereinen und Organisationen leiden, und wenn dadurch bei selbstverständlich bester Gesinnung dem Zwecke dieser Vereinigungen nicht immer gedient ist, so liegt das daran, daß nicht immer „alles Hemmende und Entbehrliche ausgefondert wird, schon um die wesentlichen Ursachen klar und restlos zur Wirkung gelangen zu lassen". Wenn einmal im öffentlichen jüdischen kleben Deutschlands eine große „Vereinsöereinigung" stattfinden würde, indem nach den Gesetzen von Ursache und Wirkung die zu behebenden Zustände zum Vergleich gesetzt werden würden zu dem Aufwand?, der zu ihrer Behebung notwendig wäre, der aber in viel größerem Umfange geleistet wird, so würden die Ergebnisse beweisen, an welcher" Verschwendung wir wenigen Hunderttausende Mensche:: leiden, wie aus diesem Gebiete mehr und mehr gesündigt wird. Hier wäre eine Nationalisierung besonders notwendig. ' Aber ha naht sich schon das auch von Menz als mächtig dargestellte A u ton o m ieproblem. Menz weist nämlich darauf hin, daß die Wirtschaft in sehr vieler Beziehung gar nicht mehr selbständig ist, daß durch die Gesetzgebung namentlich rn bezug auf die Steuervcrhältnisie, die Abhängigkeit des einen Unternehmens' von anderen Unternehmungen so stark geworden ist, daß die Autonomie, d. h. die Selbstbestimmbarkeit, nur noch aus dem Papier steht. In unseren Organisationen ist es vielfach jo, daß man unter allen Umständen bestrebt ist, neue / LJ \ I i / 3* >''Xüi :1z * fr; Alleinige AazcigCE-Annainne Rudolf Moss SW ly, Secufalcmt-c Strafe 46 49. 3k«Icw, Lhemrüir. S~-Cfe6cbi;c;j, Maunhcüu, Münchcn, Nirrrröcrg, Eretrin. Stutlg. rür' G&miU Leitung c 12 i>e ts C Ix.1 &&d 5 iS r? d Au.* ss$*u, Ccsur:, Frauisi'.rt a.L?.. Halle (EscNe). Hamburg-, Hcmn^orr, Karrsrirhe, Kcl:r a.N: TmLrsrdmrr, Larreletta, Basel, Budapest, BLkerrst, Lswoo;:, Dtalland, KeV Dar?, Prag, QaeschLU, Ws Anseiges-Asasiuu | V

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.