Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 27 (6.7.1928)
- Date
- 1928-07-06
- Page
- Seite 381 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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L VIL Jahrgang - Ne.^7 Einzelnummer 10 Pfennig .V 1 J i L a I . Aussprschs tnil dem Gegner , Von'£udn>ig''$oftinöet* i * m * di l I Durch die Annahme der Resolution Mecklenburg auf der Hauptversammlung des C. B. und durch die auf der Breslauer Zionistentagung angenommene ' Gegenresolution ist von neuem die Erörterung über ein Erundprobtem unseres inner/udifchen Lebens in Deutschland angeregt worden. In der „Jüdischen Zeitung für Ostdeutschland" versucht unser Frermd Dr. Felix Hei mann in einem Aufsatz: „Friedensliga der deutschen Jude-nheit" diese Auseinandersetzungen auf eine neue Grundlage zu stellen. - Der Gedanke der inneren Befriedung des Judentums ist an dieser Stelle bereits am 24. Dezember 1926 ausführlich behandelt worden. Meinungsverschiedenheiten, so war^ der Sinn der damaligen Ausführungen, werden und müs;cm immer sein. Unser Leben müßte erstarren, wenn Alle in allen Punkten gleicher Auffapung wären. Aber es sei notwendig, daß die Erörterungen der verschiedenen Ansichten in würdiger Form, unter Währung der Ehre ehrenhafter Persönlichkeiten, unter unbedingter Anerkennung der anständigen" Gesinnung des Gegners, unter Würdigung der großen verbindenden Gemeinsamkeiten und endlich unter 'Herausarbeitung dlr Gesichtspunkte, welche die Menschen in ihrer Auffassung voneinander scheiden, geführt würden. I. „Wer von denen, die sich gleichfalls zum jüdischen Glauben bekennen, auf anderem Boden steht, wird von rrnö als Mensch und Jude gleich geachtet und geehrt." ' . (,,E> V.-Zeitung" vom 24. Dezember 1926.) l- L «£ } X [ Die jüdische Zeitung für Ostdeutschland" hat über die : Heimannschen Ausführungen, deren Inhalt wir im wesent- : lichen zustimmen, eine Aussprache eröffnet, in der zunächst seiner der schärfsten Vertreter des Zionismus, Rechts-! anwalt Max Jacodsohn, das Wort ergreift. Leider muß festgestellt werden, daß der Verfasser in dem i Augenblick bereits den Boden der Sachlichkeit verlassen hat, in dem er schreibt, er stimme Dr. Hei mann zu, wenn er Ritterlichkeit und Sachlichkeit auf dem Boden möglichster ' Achtung verlange.' Man stutzt, wem; man das Wort „möglichst" tieft, und man erstaunt, wenn kurz daraus Jacobsohn folgende Forderlmg erhebt: r\ J „Karnpi gegen - Unwahrheit und llnechtheit! Kampf gegen die Scheinyeitigkeit! Kampf gegen die Denunziation! - Kampf dagegen, das; Juden durch Preisgabe anderer Juden sich selbst ins bessere Licht setzen wollen." Diese ohne Zweifel — was der Zusammenhang ergibt — gegen bm E. B. gerichtete Kampfansage verletzt in ihren entscheidenden Punkten das Gebot der Ritterlichkeit und Sachlichkeit.. Denn Jacob so hu legt nicht dar, wodurch der G. B. jüdisch-national Gesinnte jemals denunziert hätte, er legt nicht dar, wodurch Juden — d. h. in diesem Falle der E. B. — durch Preisgabe anderer Juden sich selbst ins bessere Licht habe setzen wollen. II. „Der Staat ist die Cerueirrfchast frei wollender Menschen." (Rud. Stammler: „Wirtschaft und Recht.") Um Jacobsohns Standpunkt näher zu erläutern, folgen einige weitere Sätze aus.seinem Aufsatz,^ Sätze, ^die zu einem der Zentralprobleme vorstoßen, an denen sich die Geister scheiden müssen. „Wir Zionisten sind jüdisch-national und können uns nicht .an einem Abwehrkampf beteiligen, der die jüdische Nation leugnet. Wir verlangen Achtung und Anerkennung unserer jüdischen Eigenart und können nicht dort Mitarbeiten, wo man diese Eigenart bestreitet. Wir verlangen, daß man den Juden nach seiner deutschvaterländischen Gesinnung so wenig fragt, uns man ' von den christlichen Deutschen Bekenntnisse dieser Art fordert. Der GenLralverein aber gründet seine Forderung nach . Gleichberechtigung auf die Behauptung, daß wir nicht jüdischnational seien. Indem er seine Argumentation auf den anationalen Charakter des Judentums aufbaut. überläßt er dem Gegner den logischen Schluß, daß seine'Argumentation nicht anwendbar fei, soweit es sich um Juden von jüdischnationaler Einstellung handle. Er gibt also die nationalen Juden, d. h. die Zionisten, preis." Der E. B. hat niemals eine Wertung der einzelnen Persönlichkeiten in der Frage der Gleichberechtigung und^Eleichachtung innerhalb des Staates vorgenommen. Er hat für .seine Mitglieder engste Verbundenheit mit Vaterland und Heimat festgestellt. Er hat stets der Auffassung Ausdruck verliehen, daß diese Verbundenheit, die sich in gemeinsamem Willen für die gemeinmme Zukunft aller deutschen Stämme 'kundtut. eine Eigenschaft ist, die gepflegt und durch nichts erschüttert werden soll. Leider läßt es sich nicht leugnen, daß durch einen großen Teil des gesamten deutschen Volkes eine Strömung geht, die imstande sein könnte, uns im Glauben an unsere Verbundenheit mit deutscher Erde zu erschüttern. l.] f I h fl „.„fl* Wb 11 & © ObersSudiemUrekio? Dr. Siegfried Kmverem t Grundsätzliche völkische Vofunsseiztmgess. — Hobbiner Df. ' Ma% Esekeibischef (Düsseldorf): Eracsllrie Esche*- bescher. ' 7 / f,L, r- ' r;. H ft K Z W i ■1 E Z