Von deutsch-jüdischer Jugend
- Journal
- Von deutsch-jüdischer Jugend
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 5-6 (22.6.1928)
- Date
- 1928-06-22
- Page
- Seite 13 (sequence 1)
- Language
- German
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* ©® deutsch-jüüxsclte Jiroettswocne Ein Beitrag zur Erwachsenenbildung von Theodor Marcus IL SBemt idj bem Söunfdje ber edjrtftfeihtng nadjfomme unb mid) jur päbagogif d}en Seite, jum Stuf 6 au bot St r b c i t § g e m e i n f dj a f t e n im Sfnfd)f u& an meinen Sfrtifei über „Sie 6 r w a d> f e n e n b i I b u n ff t>om 11. Sloüember 1927 äu&ere, fo nur mit einer gemiffen Sdjeu. Senn ba§ ges famte Problem, insbefonbere nad) ber 3iitf}tung ber S£ r 6 c i t 5* metfyobe, ift fo gleitenb unb füefjenb, batf man c» nidjt gut in fefte formen 3Wingcn famt. ferner ift jebe berartige ©cmcinfdjaft in ifyren Sfufgaben unb tfjicr (Seftattung and] fcon ber ä'fjnlidjen fo .Der f d) ic b en, bafs c§ }d)wer fällt, Segeln, bie fiet§ abftraft mirfen muffen, aunuftetfen. 31t* mal ja berartige SSodjen ben &urfu*tcilncf)mer in gar.3 anbercr Söeife in ifjrcn Sfufbau einftetfen müffen ai% jebe anbere Sit* bungeform, ßnblidj üben 3af)resieit, £rt, SBetter, $roMem* Peilung entfdjeibenben (nnfhtfr au», fo bafe päbagogifdje ©runb* föke nidjt ofjne heiteres aufgeftetft werben tonnen. 2ro& all bieier feefdjranfitngen glaube icij bod), baß mau gewifie Cr r f a i) jrungSgrunbfä£e wemgftcn» 31a* Si§fuf[ion ftefien fann, um fo bie Angelegenheit netter Dorwärt* 31t bringen. 3m übrigen feien btejentgen, bie fid) ernftcr mit bem Problem auScinanberfeken wollen, auf jwei Sdjriftenrcifjcn :aufmcrffam gemacht einmal auf bie Sammlung ,,93 01 f unb ©eift", ©griffen bc§ £k>If*bUbnng§ardjü>§, herausgegeben tum Sr. SR. t>. ßrbberg, unb 311m ^weiten auf ba§ ,^1 r d} i t> für 3)oIf§b Übung" im 3?eic$smimfterhun be§ Jjnnern. SBätjrenb bie biSfjer fcorliegenben 13 3trd)U>beritf)te bomefym* lid) über ba§ ©djrifttum referieren, entfjäft ber Skridjt 3fr. 11 Gilten *ftad)wetfer über bie iöolfsljodjfdjulfjeime. erfdieint mir lefjrfjaft unb nu$bringcnb, bie 52 Sarftcüungen über bie fcorf}anbenen SoH»f)oc§fd)uIf}ctme aufmerffam 511 tefen, um au§ tiefen Sfngabcu 31t crfcfjen, toöfyin ba» SBUbuug^tcf ber einzelnen §eime füf)rt *ftad) biefen einfdjränfenben ferner* fungen, bie ba§ ~<£v:a pet. ba§ alte* gtiejienbe ber Bewegung, femt3eid}r.en follen, nun 3U ein paar pvafti]ä)en Oianb-- bemerfungen. 1. 2)er ^pian felbft. Slir fd^mebt t>or, bafs nur eine Rurfu§iood}e fceranftalten, in ber etma 10 bi§ 15 jüngere afttDe Sleujdjen au§ unferer Seioegung ftd) mit ber gleidjeu Ai^af}l *au§ ben Greifen ber Solfsbilbner unter einem näfyer 311 umreiben ben £l)ema 3ufammeufe^en foüten. Sie fiurfudbaucr ift auf pcben Sage 31t befdjränfen, ba eria^rungegcmäfj eine berartig fur^e fjre^eit bie befte ©en>äf)r für ein crfic-S Gin* bringen in bie Sftatcrte gctoaf]rreiftct. Senn bei einem folgen .Skrfud} fommt c§ mefyr auf Anregungen, auf gegeufeitigev 85efrud)tcn, benn auf crfdiupfenbe ^ormulteruugcii an. Gilb* ^iel ber S^odje mufs fein,' ade Scilueljuier fo Wdßurüttelit, ba& fie teimjelfenartig bie ermorbeuen (Frfaljruugeu in if)rem j&ctmat§ortc meitcr ausbreiten formen. 2. Sie fieitung. Sa bie Scifncfjnicrjafjf au? jtüet Sägern gufammengefekt ift, fo fommt nur eine Soppet* leitung in ^rage1). Sie beiben Leiter muffen fidj runter JBcrcüS gut fenueu, banüt bie ©efdjtofjcurjeit be3 Siuten- 'aufbaut geivä^rleiftet ift. Steä bebeutet nid)t ba& beibe ßeiter auf berfelben ginic marfd)tereu muffen. SMefmefjr ift ju forbern, bafe tro(? ber ©efc^loffcufieit ber SSeftanfdjaumuj jeber \>otx U)nen bereit ift, bie aKcItanfdjammg be^ anberen |u prüfen unb felbft aU ©egcmoe(tanfd)auung gelten 311 laRcn. (F^ fommt nidjt bar auf an, baß rfjetorifd) f te ^oppeUcitun^ bc^ujcdu nioglidift auf ^roet Tscvfducbcucn taJ cnoaicr, ttjcldjc» Qcmriufam ift, gu «rccid>en. Unb babuxd) ift chte ©ca^Sfic »ocijanuif«, (Sinfeitiöfctt au üceme^on. (ü-j ot5t bv'fßtmtlid) feilte rfoUerte atagc- £? rr\f" ,~<So ilt bJc »*rc0e ötclluna bc3 Subcntuma im §euif<i?tum — öic »trtud) (5i)»tijc»e — ebeufotta imc oon bec iüönd)«n ti n b bev beutfdjc-u Seite cuo 31t rofcii. gefiegt, fonbern ba^ überzeugt mirb. Saljer ift auf bie gegenfetttge 9[u§ft>radje größter SBcrt ju legen! 33Ran braud)t ntd)t 311 befürd}ten, ba& ^unüberbrüdbare* (Segenfäfec fid} aufütn merben. ^{iit ^cnfdjen, bie berartige Surfe feiten, ftnb legten Gnbc§ religiöfe Naturen, bie ber SKetapf)l)fif nidjt fernftef)en. 3f)re Sebenkinic Fjat ba^er ba^felbe ßnbjiri; fo ift ein ^tu§ciuanberfa[(en >oox\ t)ornf)erein auBgefdjtoffen. 3. Sie S ei tu ef)mer. 9ie werben [\d) ^mcdmäBigertueifc aus jioci (Sru^pen SD^cnfdjcn jitfammenfe^en. ßinmal au3 yfreunben ber Seiter, 311m fetten au3 felbftänbigen aftiücn 3Jk-nfd)en. 63 fommt nidjt barauf an, 31t einer bers artigen 5öoci)e „S eie g ie r t c" 311 enifenben, fonbern biet roefentLidjer ift e§, roenn fcibftänbige -öienidjen erfdietuen, bie bereit finb, erft 31t beuten unb bann 31t reben, bie ferner inner* lid) fo bewegt ftnb, bajj fie aud) mit einer anberen Meinung bie £d]idung5modje berfaffen fönnen, als f.e Ijinfamen. 2Öcr redjt behalten und, nur um be§ eigenen Stanbpunft» Kulten, mufj mittjiu au§gefdjtoffen fein. S'elbftoevftänbüdje 23orau?= fehung ift ba&'bk 3nbiotbuaIität ^>c§ ein3elnen nidjt fo ftarf betont nürb, baB er fidj gemeinfdjapbinbenben Sbcen, rein aue 3Dtfmifrigrfmben, entycfjt. 3Jlan muß fid) Hat fein, bafe c§ fid) fjier um fjüf)reraiivfcfc fjanbelt. ^u^ biefem Oniuibe befreie man fid) fcom bemofratifdjen Sdjlagmorf. Senn aud) bie befte Semofratie fann nur beftetjen bei magrer ariftofratifc^er Stiivfefe, bie bann auf bemofratifdjer ©runb= Inge 31t erfolgen t)at. S(u§ all biefen ©rünben loirb man baS Sebenialter ber Seilneljiner auf bie Satire Don 20 6i» 40 3iocdmäj3igem)eife befd)ranfeu,). 4. S e r % a g e 3 a b I a u f. §ier Siegeln auf aufteilen, ift befonbcr§ fd)mer, ba a(le§ Don ber ^nbitubuatitdt ber Seiter unb t>on ber ^mffänglicfifeit ber .fiurfueteifuef}mer abfangt. Tlan terfenne nidjt, bafj bie menfc^Lidic 9üi§ft>rad^e in ffeinen Gruppen ebenfo widjrig ift frnie ba*5 gro^e Sunbgefprad) h#v. ber Vortrag. Sine geiftige ffielaftung ^on mefjr al§ Dier Stunbcn )>ro Sag für ben galten fireis erfd^eint un3medmaf3ig. Ser Kreis fettft wirb fid) bei ridjttger 3ufammeufetuntg ben ifjin gcneljinen SageSrI)i]tf)mu§ fd)on alfein geben. Gr wirb Hüffen, Wann er „bie f d) 0 p f e r i f dj c ^3 a u f e" benötigt. 5. Ser S a g u n g § 0 r t. SRan tväfjtt eine Gegenb, fern t»om „monbanen Seben" ber ©ro&ftabt ober eine« 33abeoetc§. Ser SebeiivftiC braucht nidjt ber 3*lQ£Kbbewegung angepapt 311 fein. SCucfj oline £d)iüer=-firagen unb nadte finte (äffen fid) erfatjrungSgenuits berartige 2ßod)en burd)|ül)ren. %ud) fjier nefjme man auf 3wedmä^igfeit§grünbe, Wie auf SBünfdje ber Seiiuetjtner weiteftc Südftdjt, wie überhaupt jeber fd)ul"meiftertidje 3^»3 3U Dermeiben ift. £b id) getabe bitrd) biefe fu^eu ^(nbeutuugen wirftid) ^raftifd)e§, unb bor alten Singen SfcucS ben Seferu biefer ffilätter übermttteft fjabe, mochte idj bezweifeln, fes fommt, fo Witt mir fd)eiucn, weniger auf programmatifdje (Srffaruu* -) (?ü-3 9Uiec 2ö bia SO ift fjicrfüt oIs Ici|luitq*föfji^^e5 am gwtgnftftcn. $te Ätfeccntcn feien aus bim 4. $abräunt, bann ift bie S.kücfc jmifdM1« „iung" unb „alt" nidjt &\i gtog. 2^ic fptacglidjcn SJerpänbifluug^möölid&fcUcR am Ietdjtfftcn. 2/fn Anrm Tm h/yfi * Ernst Wolf f (Breslau): Eint- S%UÖ Ur&lll Ilii&Ull* gungder jüdischen Jugend? — Kurt Steinhardt und Werner Hosensto ck: Zur Melierenfrage. — Erich Hirschberg (Oppeln): Judentum und Jugendbewegung. — Fritz Friedtaender: Sprungers Jugend- Psychologie. — Itosi Gracizer (Kryschanotvitz); Erziehung zur Freude t . * .