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Central-Verein-Zeitung · 1928-06-22 · 25 (22.6.1928) · p. Seite 357

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
25 (22.6.1928)
Date
1928-06-22
Page
Seite 357 (sequence 5)
Language
German
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357 an dieser Sache wie an ihm —, fortan in Philosenritismus in Deutschland zu machen. Er hat mit diesem Buch nur seine Visitenkarte bei der H n m a n i t ä t abgegeben- und seinen früheren und heutigen Studentengenossen erklärt: „Was seid ihr für Heuochsen und wahrhafte Barbaren, wenn ihr die Juden unter den Deutschen verachtet oder gar, wie es geschehen ist, euren Vereinsmitgliedern die »Ehe mit jüdischen oder farbigen Weibern' untersagt," eine traurige Tatsache, um die Bloem und mein alter Freund Senatspräsident Wieruszewski in Köln ihrer Verbindung das ihnen verliehene Band seinerzeit wieder dankend zugestellt haben. Um dieser vornehmen Gesinnung willen, die leider bei uns noch immer nichtselbstverständlich ist, sei Walter Bloems, der aus einem krassen Fuchs ein alter erfahrener Herr geworden ist, an seinem Ehrentag gern gedacht! Möge er weiter dem Spruche Goethes folgen, den er als Motto vor seinem Roman „Brüderlichkeit" gestellt hat: „Alle menschlichen Gebrechen sühnet reine Menschlichkeit." M tMMlM.AökkllWs W fßlEÄil!. „Ich habe recht — der Antisemitismus unserer Tage i st ein mittelalterlid^es Fossil. Wir müssen mit dem I u d e n p r o b l e m endlich einmal fertig werden — und das können wir nur durch klares und folgerichtiges Handeln, nicht durch Lärm und Hetze und Verewigung unhaltbarer Zustände: . . . ,Lch bin ein Jude, und ich bin ein Deutscher. Das ist kein Gegensatz. Es braucht wenigstens keiner zu sein — darf in Zukunft keiner mehr sein ..." . . . „wir wollen endlich eine Heimat haben, ein Dolk — wollen von jenen Leuten, deren SpracL)e unsere Muttersprache ist, endlich als Stammesgenossen und Brüder anerkannt werden. Dafür habe ich gekämpft iin feldgrauen Nock, dafür meine ilKcnfnreri geschlagen, dafür Hab' ich zähneknirschend hundert und tausend ^cindcsblicke und Feindesworte in mich hineingewürgt — dafür gehe ich morgen früh den schwersten Gang meines Lebens. Tenn ich soll morgen aus einen Menschen zielen, der mein Bruder ist — und wenn er mich zehnmal haßt und verachtet. Ich werde ihn umbringen müssen, sonst bringt er mich um. Aber ich Haffe ihn nicht. Ich liebe ihn — euch alle. “ „Noch habt ihr Korpsstudenten, ihr Akademiker, die ihr euch für die Führcrschicht der Nation haltet — noch habt ihr nichr begriffen, das; ihr uns cntgegentomrncn, uns helfen müht. Das; cs eure Aufgabe ist, den weltgeschichtlichen Prozesz der .Amalgami.rungst den schlicstlich doch unvermeidlichen, unaufhaltsamen, nach Kräften $i; fördern, zu entgiften, schmerzlos und reibungslos zu gestalten, statt ihn auf jede Weise zu verschleppen, zu erschweren, zu verschärfen. Noch dünkt ihr euch, etwas Grostes zu leisten, indem ihr .völkisch' denkt statt national, statt men schilt lieh. Ihr beruft euch aus .euer gesundes E mpfinden', das uns als.änsterlich und innerlich wesensfremd und widerwärtig ablchnt. Ja zum Teufel, wer hat uns denn ZN dem gemacht, wes wir sind'?: Warell wir nicht einmal das Volk der Erzväter, der Üönige, der Propheten — Mosis, Josuas, Simsons, der Makkabäer? lind heute?! Das habt ihr ans uns gemacht durch zwei Jahrtausende einer Menschenhatz. wie sie scheußlicher, blutgieriger, seclemnörderischer diese vesLstinkende Erde nie gekannt hat-bis zu jenem Tage, da der boche erfunden wurde: Und daran wollt ihr euch beteiligen, ihr, Deutschlands geistige Blüte, Deutschlands künstiges Hirn und Herz? Dann gut' Nacht deutsches Wesen, deutsche Kultur! Aus dem Haf;, den ihr in unsere Herzen sät, wird Vernichtung auswachscn wie ans des alten Griechen Drachensaat!! Und warum das alles? Weil ihr noch immer in eurer mitteraltcrlichcn ZNeinbürgerlichkeit und Borniertheit steckt und die verwandelte Welt um euch nicht begreift, nicht begreifen wollt — weil ihr noch immer nur auf c<n Stempel seht und nicht auf den Menschen: Weil euer ganzes Nationalgefnht negativ ist, stch darin anslcbt, andern das Necht und die Möglichkeit nationalen Empfindens abzustrcitcn! j Darum fühlen der ,volksfremde' Jude und der .vaterlandslosc Geselle', der Proletarier, sich zueinander hingczogen, weil ihr, die j abgcftempcltcn Patentdeutschcn, den einen wie den andern zurück- - stoßt, statt uns zu euch hinanzuziehen, hinanzuerzichen . . Ein Hochgenuss für jeden Feinschmecker. Das Verlangen der Kinder. Die ideale Nahrung für alle, die an Verdauungsstörungen und schwachem Magen leiden. Hoher^elialt an reinem, vitaminhaltigem Milckfett. Wir nennen auf gefl. Anfrage Bezugsquellen oder senden direkt. Probekistchen mit 6 Stück gegen Einsendung von M.2,10 franko als Päckchen. 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