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Central-Verein-Zeitung · 1928-06-08 · 23 (8.6.1928) · p. Seite 331

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
23 (8.6.1928)
Date
1928-06-08
Page
Seite 331 (sequence 7)
Language
German
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331 iß die Wdiil eines erftkhffigen und einwandfreien ememx 'fetzt erfrifch dem täglichen Wdfchwdffer zugefetzt erfrifch!. reinigt, klärt und befähigt die Hdutdus eigener Krdft gefund und fd\on zu fein. Heinrich Mack Nachf., Ulm s. O. bezeichn cte, aber von der er.zugab, daß hier V e r st ä n d i g u n g L-. rnöglichkeiten zwischen Zionisten und Nichtzionjstcu beständen. Er erkannte aber ani daß der Ecntralverein seiner ganzen Struktur nach auf dieses Bekenntnis zum Deutschtum nicht verzichten könne. Während also dieser Redner die Ursache der Auseinandersetzung und Differenz zur nichtzionistischen Welt klar bezeichnete, ocrsuchten eine Anzahl Diskussionsredner, die Möglichkeit einer Gewinnung der nichtzioni «tischen .greise aus dem Wege der Brücke zum Gegner bei Aufrechterhaltnng zionistischer Prinzipien zu schlagen. Es waren dies insbesondere Tr. Schachtel und Tr. L n x. Sie meinten, ein Teil der E. B.er sei schon zu Halbzionisteu geworden, und man müsse sie durch vorsichtige Behandlung zu Bollzionisten machen. Rechtsanwalt L u x meinte: „Ter langsam gewonnene Zionist ist oft der beste.'' Diese Ansicht wurde aber, wie die an anderer Stelle wiedergegcbene Resolution neben zahlreichen Gegenreden aus dem Dclegierientag beweist, völlig n b g e l e h n t. Wenn eckb Diskussionsredner gestand, „schaudernd" habe er die Rede Dr. Schachtels mit angehort, so hatte er bamit offensichtlich die Meinung der überwälttgcnden Mehrheit desTelegiertentages wiedergegcben. Dr. N a h u m G o l d m a n n . sprach nicht nur die Auffassung seiner Fraktion aus. lvenn er meinte, daß man „nicht in den Zionismus langsam h i n e i n g l e 11 c n könne". Wwnn einzelne Redner von der Notwendigkeit der Beteiligung an der Abwehrarbcit des deutschen Judentums sprachen, so hatte wohl Tr. Frau.; M eher am klarsten den Sinn eines solchen Kompromisses wicdcrgegeben, wenn er argumentierte. aus diesem Wege werde der Zionismus im deutschen Judentum s6)uellcr Fuß fassen, als lvenn er das Schicksal der Landesjudcnheit als unerheblich ansehe. Tie Gemeinsamkeit der Abwehr erschien bei den meisten Rednern mehr als Taktik denn als Idee. ein treten könne, da die natürliche arabische Vermehrung diew Zelmjahrcsquote zumindest erreichen, wenn nicht gar überwesfen werde. Aber nicht nur er und Tr. Nah um Goldmann, die ai-^Gegner der gegcnwärng betriebenen Politik der Erekutive etn^ gew'.nes Rech: zu scharfer Kritik haben, sondern selbst Angehörige der^ linken Gruppe, 'kamen, wie das Beispiel Alfred Bergers zeigt, zu so scharfem Urteil, wie es aus dem Sah klang: „W i r haben uns daran g e w ö h n t. d a. ß d e r M i ß e r s o l g das herrschende Moment i st/ Gewiß hatte Dr. Robert Welt'sch recht, wenn er die Opposition fragte, welche praktischpolitischen Mittel sie zur Erfüllung ihrer mit so viel Elan vorgetragenen Forderung habe, wie Herr Nahum Goldmann cHcr ein anderer seiner Gruppe England gegenüber „Realpolitik" treiben wolle. .... Und nun: die geistige Krise. Sie ist kein vom Schlagwort; fast alle Redner machten sie zur selbüverständlichen Grundlage ihrer Ausführungen. Ihr Biesen ist am klarsten. gekennzeichnet durch die Worte Felix Rosenblüths: „W i r k l i ch k e i t und Idee differenzieren sich/ Sie konnnt^zum Ausdruck, wenn der Dertreter der Londoner Leitung davon fpricht, daß die Wirklichkeit vor der Forderung nationaler Einheit versage, oder daß die Gegensätze z w i s ch e n A s ch k e r. a s i m u n d S e p h a r b i m sich aüftmi* oder Kurt Dlumenfeld die Kompromiße zugibt, die ein Großteil der Bewegung aus der Erkenntnis schließt, daß er niemals nach Palästina konunen werde. Kurt Blumenfeld definierte als jüdisches Narionalbcwußtsein: .,D i e Erkenntnis, daß alles, was hier geschieht, nur Galuthexistenz ist, die nur in ihrer Beziehung zu Pa! ast i n a Wert hat." Und Tr. K a n o w i tz in seinem rhetorisch und sachlich vorzüglichen Referat „Grundsätzliche Bemerkungen zum Ausbau und Ausbau der Z. V. f. D." legt das Wesentliche noch präziser in dem für uns gewiß unfaßlichen Bekenntnis dar: „Es gibt hier nichts, zu dem wir sagen k ön u t c n : Verweile doch, du bi st so schön/ Ja, B l u mc n selb fordert angesichts der ungünstigen Zustände in Palästina eine verstärkte Betonung dieser Tendenz, weil sie allein bei ungünstiger Konjunktur ein nationales Leben ermögliche. Demgegenüber erscheint die Erörterung untergeordnet, ob man in Zukunft die nationale Bewegung als Kollektiv- oder Jndividualidee vertreten wolle. Schließlich darf nicht unerwähnt bleiben, daß die orthodoxreligiöse Richtung eine völlige R i e d e r l a g e c r l i t t. Am deutlichsten wurde ihre Schlappe, als sie burd) ihren eigenen Sprecher, Herrn Dr. Adler, verkünden lasten mußte, daß der von ihr geforderte Sitz in der Leitung abgelehnt worden war. Daß sie gegen die Wiederwahl des Präsidenten stimmte, war eine selbstverständliche Folge ihrer Nichtl^rücksichtigung. Was nun die Erörterung anlangt, bie fiafmit dem rein zahl e n - mäßigen Stillstand der Organisation beschädigte und nach Mitteln zu ihrer Behebung suchte, so har hier naturgemäß die Ause i na ndersetzung mit d e m E. V. eine nicht unbedeutende Rolle gespielt. Keiner der Redner berührte die inneren Gründe des Gegensatzes zwischen Zionisten und Nichtzionisten. Man stellte sich zumeist lediglich die Frage: „Wie gewinnen wir Anhänger?'" Nur ein einziger Diskussionsredner, Rechtsanwalt Mar Jacobsohn. kam in seiner kurzen Rede am Ende der Dormittagssitznng des zwecken Tages zur Erörterung des Problems: wie kommt cs zu der Kluft zwischen den Zionisten und der jüdischen Umwelt. Er schied in der C. D.-Arbeit zwischen Aufklärungsarbeit, die er als unwürdige Beteuerung jüdischen Deutschtums völlig ablehnte, und A b w e h r a r b e i t, die er vorn E. B. zwar als schlecht geführt \ \. UommerZieurüL Gerson Simon 70 Jahre alt. Kommerzienrat Gerson Simon, der Vorsitzende des Vorstandes der Bcrlincr Jüdischen Gemeinde, vollendete am M. sein 70. veb.nsjahr. Ter Crntralverein, dem der Jubilar seil Jahrzehnten angehört, sandte il>ia folgendes Glückwunschtelegrcuuin: - . .In hoher Verehrung, wärmster '' w \ Tankbartcit beglückwünschen wir ' \ inneren altbewährten und treuen freund (Setfort Simon zum siebzigsten Geburtstag. Wir würdigen an dem Jubilar seine außer-?rdLntliä)e Ovstrfreudigkeit, seinen klaren Verstand, seine edle Gesinnung, seine nie versagende unwandelbare . Aeberzeugungstrene. und wie wir wissen, daß das Schicksal unserer Gemeinde bei chm in bewährten Händen liegt, so sind wir stolz, an unserem großen Werk einen Mann von der Bedeutung von Gerson Simon 2ls Mitarbeiter zu sehen. - Unsere innigsten Wünsche ans locitcre Jahrzchnw in Gesundheit, Tatkraft- und Erfolg begleiten ihn am heutigen^ Tage." Kom mcrzienrat Gerson i m o n ist der Seniorch-ei der Firma I a erb n. Richter und bekleidet eine große Reihe von Ehrenstellen in-der deutsiGm Tertildranche: cr gehört den Vorständen vieler kaufmännischer und fachwirtschaftlichcr Vereinigungen au und ist ii. a. Bkitglicd der In du ft r renn d H a n de l s k a in mer Berli n. Auch die Regierung hat ihn seit Jahren mit der Durchführung wichtiger kaufmännischer Aufträge betraut. Schon während des Krieges war Kommerzienrat S imon im Aufträge des Auswärtigen Amtes und des preußischen Kriegsministcriums im besetzten Gebiet und neutralen Ausland tätig. Die Regierungen der Nachkriegszeit bebieulert sich seiner wertvollen Wirtschastskeunünsie bei den .G-rndelsvertragsverhandluirgen. ^einc wirtsämflliche Haupttätigkeit iür das Reich leistet er augenblicklich als Mitglied der ErPvrt-.Kredit-Vcrsill>crungsstclle des Reiches.^ Ter Jubilar entstammt einem gut jüdischen Hause in Köln a. Rhein, ^ein Later war Vorsitzender dieser Gemeinde. Seine Grundeinstellung zum Judentum ist religiös-konservativ, er lvendet aber auch allen modernen Problemen des Judentums sein, Interesse zu und ist Vorsitzender der Religiösen Mittelpartei. Viele Jahre hindurch war er Mitglied der Revräscntantenversammtuug der Jüdischen Gemeinde Bertiu. Im vorigen Jahre wurde cr in den Vorstand und gleich darauf zum ersten Vorsitzenden der Gemeind e gewählt. Rabbiner Dr. Frcudcnthal (Nürnberg) begeht am 32. Juni seinen 60. Geburtstag. Er gehört seit vielen Jahren dem Ausschuß unserer Nürnberger Ortsgruppe an, der er stets mit Rat und Tat zur Seite steht. Rabbiner Tr. Jreudenthal ist weit über seinen engeren Wirkungskreis binaus als eine der stärksten F ü h r e r p er s ö n l i ch feit e u der deutschen Judcnheit bekannt. 2!eben einer glänzenden rhetorischen Gabe zeichnet ihn eine Hobe wisscnschasUiche Fähigkeit aus, die iu einer Reihe von Schriften ihren Niederschlag gesunden hat. Wir wünschen dem Scchzigjährigcn auch weiterhin den Erfolg, welchen seine reiche Arbeit für da2 deutsche Jnden- . tum im hohen Maße verdient, und gratulieren ihm aufs herzlichste. ad ¥512 LI «Sä L >.& 8 "*4;^it ö ei L’W li i, u Ü unter Aufsicht Sr. Khrw. I)r. Ehrentren, iMiinehen Bietet das Beste f an Unterkunft und Yerpflegung. t , .

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