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Central-Verein-Zeitung · 1928-06-01 · 22 (1.6.1928) · p. Seite 315

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
22 (1.6.1928)
Date
1928-06-01
Page
Seite 315 (sequence 7)
Language
German
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315 ' f Bwwß Ä|? M^KUM Sollen rvrr uns öurch öen fintifemirismus beemsiujsLN laj-LN Berlin, im April 1928. An die Schristleittmg der „E- V.-Zeilung". Tr. Kurt Alexander bat hier kürzlich m der „E.V.-Zeiümg" die Frage angeschnitten, die für alle Luven von brennenden! Lntercssc ist: Tollen wir rms drrrch den Antisemitismus beemslnssen lasten? Tie Antwort hierauf ist i a und n e i n. Za, urdcm wir uns selbst gegenüber kritisch sind und die Mängel, die unseren christlichen Mitbürgern zwar in gleichem Maste anhasten, die bei uns aber in der Lesienlliwkeit stärker gerügt werden, abstellen: Lautes, prahlerisches und rücksichtsloses Auftreten.' Aber nein und tausendmal nein, wenn es sich trm A u s - b i l d unq und Ausübung der in u n s woh ne nd en ge ist i g em Fähigkeiten Hand c l t. Sollen wir uns durch die minderwertige Geisteswelt der?lntifcmitei: beeinflussen und die Gaben, bie uns eigen sind, verkümmern lassen oder zurückstetlcn, weil dies den Anschauungen des Antisemitismus entspricyu? Damit würden wir ja dicü geistlosen 'Ansichten, diele ( sogenannte „Weltanschauung", in gewissem Sinne annkenen. Wir aber lehnen sie ab, mit Achselzucken, mit Lachen oder mit Empörung, je nachdem es unserem Temperamente entspricht. Wir fürchten uns nickt, den Antisemiten unsere Ansicht über ihre „Meinungen" jederzeit, wo wir können, klarzumachen. Wir dürfen uns durch sie nicht im mindesten beeinst'nsscn lasten, weil wir unseren Weg. der zur A x b e i t und L e i st ung führt, gehen müssen, wie er unterer Natur entspricht und wie der gröstere und gesunde Teil unserer ckristlickcen Mitbürger ihn auch richtig versteht. K. H. (Berlin). Um unseren wahlfsnSs. Hannover, 23. Mai 1928. An die cf) i i f t i e i t u ng der „E. D. - Zoi t rr n g". Unter der Ueberschrift „Wahlen und jüdische Politik" erschien in der -jüdischen Rundschau" vom 16. Mai ein Aussatz. der sich mit der Tätigkeit des Centralvereins aus Anlast der damals bevorstehenden Wahlen beschäftigte. Es wird dem C. Vzum Vorwurf gemacht, daß er sich die Rolle einer „wahlwerbenden" Partei arrogicre (so lautet das Tätigkeits- Wort in dem oben erwähnten Artikel). Es wird ihm ferner der Vorwurf gemacht, dast er „Nutznießer des Antisemitismus" sei. Er betreibe in. seiner „E. V.-Zeitung" in einer geradezu geschmacklosen Art für einen Wahlfonds Propaganda. Wörtlich heißt es: „Es scheint, als ob bei dieser ganzen Wabkpropaganda der Wahlfonds die Hauptsache wäre." Wenn man die Preisfrage stellen würde, von welcher (reite aus der tzehössigfre Angriff gegen die in Deutschland lebenden Zudcn in dem nun hinter uns liegenden Wahlkampfe mrsgegangen sei. -so müßte man der „Jüdischen Rundschau" den ersten Preis zneckennen. In dieser Leitung, dir jahrein, jahraus alle möglichen Büchsen, teils zrun Füllen, teils .zum .Leeren, empfiehlt. in dieser Leitung, in der Mm tsammlungen für den Xoren Ilajessock. für den Keren I<nje- Lwlh, jahrein, jahraus berichtet wird, befindet sich dieser Angriff auf die Wahlsammlung des E. V. Wenn die in Deutschland lebenden Juden Geldmittel flüssig macken, um in den Kreisen der Bevölkerung, die über die Judenfrage ganz einseitig Don Antisemiten unterrichtet werden, eine Gegenpropaganda zu ' treiben, - io sind wir Nutznießer des Antisemitismus. Wenn aber die Zionisten durch ihre Sammlungen, deren Erträgnine außerhalb Deutschlands für rin höchst problematisches Unternehmen verwendet werden sollen, fortgesetzt von den Jbcutfcfjcn Juden große Geldmittel fordern und erhallen, so ist das eine jüdische Tat. Die Zionisten willen natürlich ganz genau, daß der E. D. nicht nur während der Wahlen, sondern zu feder anderen Zeit fortgefetzt für die Znteresserl der in Deutschland lebenden Luden kämpft, um ihnen die Lebensbedingungen zu schaffen, die ihnen nach Recht und Kulturniveau zusreben. Wenn sie eine erhöhte Tätigkeit unsererseits zur W a h l - zeit als Tamtam bezeichnen, so kann nur ein Schluß daraus gezogen werden: Die Zionisten wollen -eine Verelendungs- Politik dahingehend treiben, das; den in Deutschland lebenden Juden - nach und nach das Leben in ihrem Baterlande unerträglich wird. Das allmähliche Herausbeschwören dieses Zustandes würde natürlich den Gedanken an Rettungsmöglichkeiten außerhalb Deutschlands fördern. Das wäre der Zustand, der den Zionisten für ihre Zwecke der erwünschte ist- Eigene Verkauf.*teilen Ließen grosseren Stedten ihru («hlmtds, Erhältlich in c llcn Spezialgeschäften. o q yy J y * / Der wilde zionistische Angriff aus die Tätigkeit des (5. D. wird hoffentlich all denen, die geglaubt haben, unbeschadet ihrer wirtschaftlichen und politischen Zugehörigkeit zu Deutschland mit den Zionisten an dem Ausbau für Palästina genreinsam arbeiten zu können, die nötige Klarheit über diese zionistischen Mitarbeiter bringen. Wir wollen dafür sorgen, daß dieser zionistische Angriff, vier Tage vor der Wahl gegen die deutschen Luden gerichiet, nicht in Vergessenheit gerät. Mögen die Zionisten ihr Auslandswerk betreiben und vollenden. Wir wollen sie nicht daran hindern. W i r wollen aber auch nicht vergessen, daß die führende zionistische Zeitung Deutschlands uns um unseres unentwegten Kampfes willen a!S Nutznießer des Antisemitismus bezeichnet. Zlndoks Herzberg, Mitglied des Hauptvorstandes. Die Sorgen öer „Jüdischen RunZschau". Französische Ucbcrsctzung der Cohn-Weil-Brsschüre? Seit Monaten beschäftigt sich die „Jüdische Rundschau" damit, unsere redaktionellen Gepflogenheiten zu kritisieren. Einmal müssen wir uns sagen lassen, daß wir noch leinen Aufsatz über Hermann Cohen veröffentlicht hätten, ein andermal teilt sie einem ihrrw Leser mit der versteckten Adresse an uns mit, daß es von unserem Lland- Punkt aus eine besondere Ehre sei, daß ein Nichtjnde den Aussatz über Martin Bube r geschrieben habe u. dgl. inehr. Wir haben in den letzten Monaten zu allen diesen Anrempeleien geschwiegen, weil wir der Ansicht sind, daß insbesondere während der Wahlen die Juden in Deutschland ihre innerjüdischen Meinungsverschiedenheiten gegenüber dem sic alle angehenden Kamps gegen die gemeinsamen Judenfeinde znrückstellen sollten. Wir hätten diese Taktik auch gern weiter verfolgt, wenn die ,Lüdische Rundschau" nicht in den letzten Nummern einen Ton angeschlagen hätte, den wir cm? die Tauer nicht schweigend^anhören können. Eine grundsätzliche Abrechnung wird an anderer stelle ersolgen. Für diescsmcck sei nur sestgestellt, daß die Bemühungen der „Indischen Rundschau", unsere Gedanken zu erraten, in letzter Zeit zu einer eigenartigen und für uns sehr amüsanten Entdeckung geführt haben. 'Tie „Indische Rundschau" berichtete in ihrer Nummer vom 28. d. M. unter der Ueberschrift ,tzllandervelde und der E. D." von einer kuriosen Information, nämlich daß dem belgischen Außenminister Bandervelde anläßlich seiner Palästiuareise vor der Absahrt aus Europa eine „vollständige französische Uebersetznng der vom Eentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens herausgegebene Broschüre der Herren Tr. Bruno Weil und Ltaatsrat Cohn in sauberer Maschinenschrift zugeschickt worden sei." An diese Tatsache knüpft die jüdische Rundschau" die Bemerkung: „Ter C. B. begnügt sich also nicht damit, seine antipalästinensischcn tendenziösen Berichte in Deutschland zu verbreiten, seine Machwerke scheinen sogar schon zu Erportzwecken bearbeitet zu werden. Es ist uns leider nicht bekannt, ob die fürsorgliche Uebersendung des Materials an Herrn Bandervelde vom E. B. selbst ansging und ob der E. B. zu diesem Zweck die französische Uebersetznng Herstellen ließ.Bielleicht hat aber auch ein Privatmann, ein Freund des C. B. oder gar ein von seinen Berichten düpierter Dritter sich diese unbegreifliche Mühe gemacht." Diese Entdeckung ist, wie wir schon sagten, für uns höchst amüsant; denn die Uebersetznng ist von uns weder hergestellt, noch finanziert, noch versandt worden. Es war uns auch noch nicht möglich, festzustellen, wer ihr Urheber gewesen ist. So lehrreich also diese Mitteilung der „Jüdischen Rundschau" für uns ist, so müssen wir doch — unbeschadet der Frage, ob wir mit dieser Art der Propaganda im vorliegendere Falle einverstanden sind oder nicht — grundsätzlich das eine feststellen: Genau so, wie sich die Zivilisten das Recht nehmen, die Aufklärungsarbeit für ihre Ziele mit allen von ihnen für gut befundenen Mitteln dnrchzuführen, genau so muß es auch dein C. V. überlassen sein, die von ih;n für richtig befundenen Wege der Aufklärung zu gehen, selbst wenn diese dem Gegner manchmal nicht -gefallen. Duldsamkeit gegenüber den Methoden des Gegners wäre das einzige Mittel, um auch die Aussprache über mnersüdische Meinungsverschiedenheiten für alle Teile fruchtbarer zu gestalten. Ueberaus zahlreiche Mitglieder und Freunde sind unserem Rufe, für den IVnhlfonds zu spenden, nachgekommen. So ist cs uns nicht möglich, allen einzeln den Dank des Vereins für ihre Opferfreudigkeit zum Ausdruck zu bringen. Darum soll es öffentlich auf diesem li ege geschehen. Mit ganz besonderer Freude haben wir die Beträge enigegengenonimen. bei denen wir annehmen kennten, dass sic cm wirkliches Opfer für die Sache von seiten der Spender bedeuteten. Nochmals: allen herzlichen Dankl (Zentral verein deutscher Staatsbürger jüdischen dl&ubetis E. V„ Dr. Ludwig Holländer, Direktor.

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