Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 21 (23.5.1928)
- Date
- 1928-05-23
- Page
- Seite 302 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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302 möglich, den Verlust der politischen Selbständigkeit zu überdauern, sich selbst wie seine Religion bis auf den heutigen Tag zu erhalten. Darin sei dein deutschen Volke ein nachahmenswertes Beispiel gegeben. Wenngleich die Erkenntnis, die sich in diesen Gcdankengangen ausspricht, auch keineswegs neu ist — auch mit diesem Anspruch gar nicht austrat — vielmehr für jeden, der imstande ist, die Zusammenhänge der Kultur mit wissenschaftlichen Augen zu betrachten, evident ist, so verdienen die Worte dieses bedeutenden alttestamcntltchen Hochschullehrers vor einem Kreise, der die Dinge nicht so klar und unvoreingenommen zu sehen Pflegt, volle Beachtung. Darüber hinaus aber liefern sie erneut den Beweis dafür, daß die Wurzeln des Antisemitismus nicht Zuletzt auch m der starken Religionslosigkeit weiter, insbesondere protestantischer Kreise zu suchen sind. Nur wer selbst Nelrgion besitzt, wird auch die jedes anderen zu achten wissen! Gedenkfeier für Hermann Cohen. Im Anschluß an die diesjährige Jahresversammlung -es Vereins zu rGründungundErhaltungerner Akademie f ü r die Wissenschaft des Judentums im übersüttlen Saal des Logenhauses, Kleiststraße, fand eine Gedenkfeier zu Hermann Cohens zehntem Todestage statt. Nach einem von Arno Nadel vorgetragenen musikalischen Präludium sang Kairtor Lcwandowsk'y eine dem Gedächtnis Hermann Cohens gewidmete Komposition von Arno Nadel. In kurzen Einsührungsworten schilderte alsdann Tr. Gustav Bradt die Cohensche Idee einer Akademie des Judentums und die ersten Schritte zu ihrer Verwirklichung. Die eigentliche Gedenkrede „Nach zehn Jahre n" hielt der Schüler Cohens, Professor Tr. G ö r l a n d (Hamburg). Er zeigte die Cntwicklungslinicn, die vom persönlichen Wirken Cohens zürn "gegenwärtigen Stand der Sckmls des kritischen Idealismus führen, und wies dem Verein und der künftigen Akademie die Ausgaben bex Zukunft. Nach einer weiteren Gesangsdarbietung „Ei rnole ■rachanum* und einem Nachspiel aus dem Harmonium schloß die würdige Feier. Im Unser Syndikus Dr. Alfred Wiener und seine Gattin betrauern, wie wir zu unserer schmerzlichen Betrübnis erfahren mußten, den Heimgang ihres Söhnchens. Cin prächtiges, liebes, zu den schönsten Hossrrungen berechtigendes Menschenkind wurde seinen getreuen und liebevollen Eltern entrissen. In innigster Anteilnahme stehen wir und mit uns Zehntausend«? unserer Freunde an der Seite der tiefgebeugten Eltern, denen ein gütiges Schicksal Erhebung und Trost bringen möge. Nleine Chronik. Unser langjähriges Mitglied Moritz Heilbronn aus Därmen feierte am II. Mai seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar, der lange Zeit -cm Vorstand unserer Ortsgruppe angehörte, war stets ein eifriger Förderer unserer Bestrebungen. Dir wünschen ihm einen gesegneten Lebensabend! — Der Vorstand und Gründer unserer Ortsgruppe Kusel, Max Weil, feiert mit seiner Gattin Johanna geb. Reis am 3. Juni das Fest der silbernen Hochzeit. — Zn. V r a u n» schweig wurde kürzlich ein Ehrenfriedhof für die Vermißten eingeweiht. Dei dieser Feier wirkte neben dem evangelischen Pastor Jürgens auch Landesrabbiner Dr. Wilhelm mit, der in seiner Ansprache ausführte, ' daß das Ehrenmal, das gerade am Muttertage eingeweiht wurde, der brutschen ' Mutter, dem Laterlande und der ganzen Menschheit geweiht sei. MA ttaus allerersten Ranges E (bei Fiume) pifiiclle Küche. — Direkt am Meer. Eigener Betsnnl. — Gottesdienst im Iffaiisc. \Ilc Zimmer mit Loggia öder Balkon. messendes Kalt- und Wannwasser- Warmwasserheizung. Telephon interurban. Seeu. Süsswasserkäder. Meer, wasserdusche. Appartements. Privat bade^inimer. Küche auch für Diabetiker. 200 Betten. Pensionspreis inkl. Zimmer 8 JTark aufwärts. „Unser Weg in die Wirklichkeit" ist der Leitgedanke, unter dem der 7. ordentliche Telegierientag des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands steht, der in Dresden _am 27. urrb 28. d. M. stattiindet. An einzelnen Themen sind u._ a. festgesetzt: die Verwirklichung der Persönlichkeit in der sachlichen Arbeit, ferner „Unser Weg": a) die Arbeit in den Bünden, b) die Arbeit der Jugend in der Gemeinde, endlich cin Referat über jüdische Jugend im Weltjugendverband. Wir wünschen der Tagung einen für die jüdische Jugend ebenso wie für das gesamte Judentum gedeihlichen Verlaus. Bekanntmachung. Im Namen des Volkes! Das Schöffengericht in Worms hat in der Sitzung vom 13. Dezember 1027 für Recht erkannt: Der Angeklagte Redakteur Klaus Seliner, geboren am 20. Februar 1899 in. Groß.Mövern, wohnhaft in Worms, ledig, unbestraft, ist schuldig der Beleidigung int Sinne der §§ 185, 200 R.-Sir.-G.-B. und wird deshalb zu einer Geldstrafe von M. 100,—: Einhundert Reichsmark, evtl. 10 Tage Gefängnis und in die Kosten des Verfahrens einschließlich der notwendigen Auslagen der Nebenkläger verurteilt. Den beleidigten Nebenklägern wird die Befugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil des Urteils binnen vier Wochen nach Rechtskraft desselben in der „tfßhft" in Worms und in dem Organ des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens auf Kosten des Angeklagten zu verösfentlichcn. gez.: Dr. Kämmerer. In der Strafsache gegen den Redakteur Klaus Seltner in Worms wegen Beleidigung hat die große Strafkammer des Hess. Landgerichts in Mainz am 8. März 1928 für Recht erkannt: Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft und der Nebenkläger wird das Urteil des Bezirksschoffengerichts Worms vom 13. Dezember 1927 dahin abgeändert, daß den Beleidigten die Lefugnis zu ge sprachen wird, den entscheidenden Teil des Urteils binnen vier Wochen feit Behändigung einer mit der Bescheinigung der Rechtskraft versehenen Ausfertigung des Urteils außer den im Urteil erster Instanz angeführten Blättern euch noch in dem in Darmstadt erscheinenden „Hessenhammer" auf Rosten des Angeklagten zu veröffentlichen. Der Angeklagte hat die Kosten der Berufungen der Staatsanwaltschaft und der Nebenkläger zu tragen. ii - Bayer. Stadt Lri^y tä'J <2 L d li G~ .j chlä Rhön Trinkkuren, Mineral- und Moorbäder drei sehwefe!» und eisenhaltige '-~3 i , Ufo* V23y U Chronische Rheumatismen ( Ischias Gicht i Magen / Darm / Gaife/Zucker Waldreiche Umgebung, Terrainkuren, Mineralschwimmbad, Luft- und Sonnenbad. — Prospekt durch dsn Kurverein. WkÄNDMU D.WM» | Hotel Elmrlkmutr kos - 1 Aeucrbaulck Saus r.Ranges. 2)!riri.vomUa!?rwof. 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