Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 18 (4.5.1928)
- Date
- 1928-05-04
- Page
- Seite 251 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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251 Die Reise Benjamins öes Dritten. Moskauer Jüdisches Akademisches Theater. ^k' tmU’n Menschen, die das Theater des Westens bis fast ans dcn^ letzten Püch besetzten, als das Moskauer Jüdische Akademische Theater sein zweites Spiel zur Erstausführung brachte — i c Reise Benjamins des Dritten" —, mögen mit sehr verschiedenen Entartungen gekommen sein. Ader was sie auch erwartet haben nlöacn sie werden sisi^er überra'cht, nicht cnttmifriit worden fcirr. Enttäuscht waren vielleicht manche. die es stört-?, daß sie das Idiom, ocssen (niftcn, ihnen ztoar bekannt, war, das ihnen aber bisher ziemlich belanglos erschienmi war, und N>5 hier als Bühne usprachc in Erscheinung trat nicht ausreichend verstehen tonnten. Das Wunderbarste aber war gerade, daß man cs kaum empfand, wenn num nicht jede Einzelheit des besprach.neu verstand,' so eindri::g!ich, so wahr, so stark wurde hier gespielt. „ .. . . Tie herrlichen, schwermütigen Melodwn taten das ihre, uni jeden Rnr in der Verständigung zwischen Schauspielern und Pubtikrnn zu schlichen, und sie taten noch mehr, sie begleiteten jeden aus dem Theater nach Hause und mögen in manchem noch lange nachtlingen. . .... Tie dritte große Ueberraschung war das Zujammemviel aller Kräfte, dieses lückenlose Ineinandergreisen von Wort, Musik und Gebärde beim Gruppenspiel, dieser nie anssetzende Rhtzlhmus. der mit seinem wechjAuden Tempo und mit schweren, bangen Pausen den Zufchaircr in seinen Dann zog. . . , _ ... . . ^ic Verzauberung ist so stark, day der Law erst sehr spat merkt, dag das. was er sab, kein „Stückim landläusigen Sinne war, sondern eine ganz primitive Vegebenheit. Zwei arme Juden treibt die Sehnsucht nach Erez Iisroel, ihren Heimatsvrt Zu verlassen. Sie irren umher mW kommen schließlich nach allerlei unliebsamen Erlebnissen unbeabsichtigt wieder in ihrer Heimat an- Diese mühselige Wanderung, die nur emmal, und auch nur im Traum, eine glücklichere Wendung anzunehmcn scheint. mutet, weil sie eür Kreislauf ist, so tragisch an. Es ist. als ob diese armen Juden durch magischen Ztvang sestgelzalten werden in dem Lande, bas sie zu dein gemacht hat. was sie sind: arm, elcnd. schwach; stark nur im Träumen,!m Grübeln, in der Sehnsucht: kindlich befangen der Wirklichkeit gegenüber, unfähig zu freiem, erlösendem Schassen — und darum auch unfähig, das Ziel ihrer Sehnsucht, au dem sie sich auf müden, rlngeiiblcn Iüßen hinzu tasten suchen, je zu erreichen, — und darum dem Heimatland? unrettbar verhaftet. Das nichtjüdische Publikum, das bei der Erstausiührung kaum zu fr irden war, soll bei den späteren Ausführungen einen ziemlich erheblichen Teil der Besucher gestellt haben, und es ist deshalb nicht unruteresiant zu erwägen, welche Eindrücke Nichtjuden von dreien Vorstellungen mit nach Oauie nehmen. Es ist denkbar, daß viele Aichtjuden, die nicht ans rein künstlerischen Gründen ihre Freude an bicTciu Theater haben, nichis damit anzusangcn wissen, weil die tieferen pshchnchcn Bindungen, die den Juden fesseln, fehlen. Zumal die witzigen Bemerkungen werden von Nichljudcn nicht in ihrem vollen Gehalt gewürdigt werden können. Manche werden vielleicht eine etwas übertriebene VorstAlung vorn Tstjuden miinehmen. Mehr ist nicht zu befürchten, — und da es an ängstlichen Gemütern nicht fehlt, so sei noch bemerkt, daß selbst dem bösartigsten Antisimiwn Benjamin der Dritte nicht als Verkörperung jüdischen WeUmachtftrebcus erscheinen dürste. _ M. W. 3 um 60. Geöuristag Gcheirnrat Professor Tr. Hermann Strauß. Wir würdigten bereits in der letzten Nummer ausführlich den 60. Geburtstag unseres verehrten Hauptvorstandsuntgliedes, des Geheimrats Professor Dr. Hermann Strauß in Berlin. Ter Ehrentag diests hervorragenden Arztes und anerkannten Forschers gab der medizinischen Welt Berlins sowie einer Reihe jüdischer Institulioncn. denen der Jubilar nahesteht, willkommenen Anlaß, ihm persönlich herzliche Glückwünsche auszusprechen. Namens des Ecntralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens überbrachte der Vorsitzende, Justizrat Dr. Julius Lrvdnitz, ] Jbürdf für QuaHiäf Marlie n Geiruise Oi>si - und Gurkjenltonsex*veri Konfiaüi^en.MaVmeladeri, Gelees und Ruchfsäffe . ...veüfia. ComeiVenfajbxifs. <3it>ö-Gerau Alix.-Ges. BERNHARD BAUCH PELZMODEN MÜNCHEN SCHÄFFLERSTR. 3 TELEPHON 91540 BR1ENNERSTR. 8 TELEPHON 91541 In Ied3enn ßiter bringenHciluDg vonFettansatz,SUihlverstöpfungt Magen* und Darmkatarrh, Hämorrhoiden: Marienbader Kreuzbronnen ©der natürildies Brus «lensai Broschüren und Bezu£squellennachvi'ei3 durch die Mineral wa sserversendunpr, Marienbad. MO PU® reinste Onalnät, garant. feinen Bicucti- BlütoasDchleudcr-h.goldklargmt. MontrAIe eines vereidigt. Lebensmirtelchemikers. 10.Pfd.Do sc Dk. 10.- frko., halbe Dose M. ö.äO frko. Nachnahmeloft, trage ich. Garantiert Anrücknahme. Probepäckchen, Ipz Pfd. nett o^, M. I^Z franko bei Voremsendg. Lehrer Ü R. Fischer. L?onigvcrsand, Lberueulend 101 (Lez. Bremen). jilnplöi'fl für öie nächste Nummerl^öer C.v.-Zeitung vom 11. Mai I müssen biszum! 7. Mar ausi gegeben fein. * <&«• \ v r'l _.i f j -1 css o i^Ese t, */jü fQ I i oWiv j D)/a\ I o) r I r'"^i *—\}1 I r , (n >,? V V,-. 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