Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 17 (27.4.1928)
- Date
- 1928-04-27
- Page
- Seite 233 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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23Z ÜnMu’o erljölini wir auch Einblick das Aktcnmatcrial der u d a i c a, in Stadtarchiv und o t a b t b t b I i o t b c f, in die «( {t c n der Gemeinde, die uns Wissenswertes über Derwalumo, Finanzen, Kultus- und Schulwesen ruitteiten. und in interessante Alten ou3 der Franzoscnzeir, die u. a. über die Berufungen zu dein 1806 von Napoleon nach Paris befohlenen Sanhedrin, über der: Neubau des Iudenbades 1811 usw. berichten, . Um das Fazit zu ziehen: niew dchrnt, der gute FtluftraNonen beigegeben sind^ ist ein höchst erfreuliches Zeichen gediegener wissenschaftlicher Arbeit auf dem Gebiete der indischen Geistes- 'und Kunstgeschichte und wird hoffentlich zur Nachfolge anregcn. " ' Tr. Gmruy 2Jicluncr lStenin). Die Geschichte des deutschen Judenttuns im Mittelalter wird hinsichtlich seiner rechtlichen und sozialen Stellung durch einen merkwürdigen Schicksals w e ch s e l gekennzeichnet. Bon der Höhe des Mittelalters können wir bis in die vorresormatorische Zeit die verschiedenen Etappen des Abstiegs in den einzelnen deutschen Territorien verfolgen: insbesondere für das mitteldeutsche Gebiet hat Rabbiner Lr. Sicgbcrt NcrrfcLd (Elbing) diese Periode des Tiefstandes in seinem Werke „Die Juden im thüringischsächsischen Gebiet während des Mittelalters" erforscht, von dem der erste Baud 1917 bei M. Poppelauer (Berlin) erschienen ist. Nenseld konnte den zweiten Band seiner Studien unter dem Titel ,.B om , s ch w arzen 2ob‘ bi s z u m A u s g a n g des Mittelalters" (Halle 1927, Truck von Gebauer-Dchwelschke A.-G.) vorlegen. Als die unter dem Rainen des „s ch w argen Tode s" berüchtigte Pest den Wahnwitz der Judenpogrome nach sich zog, da wurde auch das thüringisch-sächsische Gebiet ein Herd der Verfolgung, die entweder vom Landesherrn oder voll der Bevölkerung ansging; fast sämtliche Genieinden wurden vernichtet, und ihr geraubtes, Gut bildete eine willkonnncue Bellte. Da man aber die von ihnen erzielten Einkünfte schmerzlich vermisste, duldete man allmählich ihre Wiederansiedlnng, wobei sie freilich durch harte Steuern und entehrende Kleidervorschristen ebenso eingeengt wurden wie anderseits durch ihre zwangsmäßige Bernfsbeschränknng auf Geldhandel und Pfandleihe. In der Folgezeit wußte man sie gleichfalls, und zwar lediglich a l s gute Steuerzahler, zu schützen. Ttrrch diese planmäßige Ausdeutung wurde die Lage der Juden genau so unhaltbar, wie ihr Verhältnis zu der christlichen Umwelt sich als unerträglich erwies. Die Folge dieses Zustandes war die Vertreibung der Inden n u s. H a l l e, E r j n r t, Halberstadt und M a g d e b u r g; wahrscheinlich fanden die Vertriebenen im Osten des Reiches eine neue Heimat, aber eigentlich erst in der vormendelssohnschen Zeit vernarbten die damals geschlagenen Wunden. Nenseld hat seine mit reichen Ouellenbetcgen versehenen Studien nur mit beiläufigem Räsonnement begleitet. Mit Recht; denn solche territorialgeschichtlichen Untersuchungen sind unerläßlich, bevor ein auf die allgemeine Geschichte bezogenes Gesamtbild dieser fragwürdigen Epoche entworfen wird. F. F. Ein Mosaik interesiauier Einzelheiten bietet Tr. H. S. Zimmcls in seinen „B e i t r ä g e n zur Geschichte d e r I u d e n in Deutschland im 13. Jahrhundert, insbesondere auf Grund der Gutachten des R. M e i r Rothen bat g"( Veröffentlichungen der Oberrabbiner Tr. H. P. Ehajes-Preisstistuug an der Israelitisch-Theologischen Lehranstalt in Wien. I. Band. I. Kauffmann Verlag, Frankfurt a. M.). D-er Verfasser stellt die Persönlichkeit des Rabbi Meir von Rothenburg in den Mittelpunkt und schöpft das in seinen Gutachten vorliegende Ouellemnaterial in wigenschaftlich wertvoller Weise aus. So werden für die mittelalterliche Kulturgeschichte des deutschen Judentums Detailkenntnisse gewonnen, die sich sowohl aus ihre staatsrechtlichen und gewerblichen als auch auf ihre kulturellen und moralischen Verhältnisse beziehen. Namentlich in bezug aus die inneren Angelegenheiten gewinnt man Einblick in die rechtliche Ordnung der jüdischen Gemeinden. Die Untersuchung £ i w TiSiser-ßoraX'S&fe OTXZX-öficunpocrn, die ineibewährten um hochwertigen QualMis-Erzeugnisse der Firma Heinrich Mqck NqcJi[.. Ulm a. CX TöIel i f f l \ V. o -1 Kyrpsii!l©rirlelli?iaiiri , ch unter Ansicht Sr. Ehrw. Dr. Ehrenm-u. Munchc-n._ Bietet das Beste - ari Unterkunft und Verpflegung. \_. . ___ macht, abgesehen von ihrem trockenen Ton, einen registraturmäßigen Eindruck, der freilich durch den Charakter einer Disicrtation bedingt Fritz Friedlaerrdcr. Im Selbstverläge des Verfassers ist eine Broschüre des Predigers der jüdischen Gemeinde zu Gut: st a d t, Fclir Halpcrrr, erschienen, die ein interessantes Bitd von der Entstehung und Entwicklung der Ä y n a g o g^e n g e m e i n d e in G u t t st a d t gibt. Darüber hinaus bietet das ^chriftchen, besonders in seinem ersten Teil, einen interessanten historischen Ueberblick über die Verhältnisse der Juden in Ermland sowohl unter polnischer wie unter preußischer Herrschaft; als im Jahre 1772 mit der Teilung Polens das Ermland wieder an Preußen fiel, setzte eine starke Intoleranz ein; man entzog den Juden ihre Schutzbriese. Im Jahre 1802 erhielten eine Reihe von Juden von der Königs berger Regierung die Genehmigung, die Gültstädter Jahrmärkte zu besuchen: sie mußten nach deren Beendigung die Stadt sofort verlaßen. Friedrich Wilhelm III. erließ im Jahre lv07 einen Beseht, in dem die Regierung und der Magistrat von Gnttftadt angewiesen wurden, unter keinen Umständen zu gestatten, daß sich in der dortigen Stadt Juden niederließen. Diese Verfügung war lange Zeit hindurch in Geltung. D i e e r st e n jndi s ch e n Familien siedelten sich 1814 in G u t t st a d t an. Diese hatten bereits das Staatsbürgerrecht erworben, und zwei Jahre später bestand schon eine jüdische Gemeinde von zehn Familien mit etwa 4.7 Köpfen. Bemerkenswert ist, daß von jeher ein ausgezeichnetes Verhältnis zwischen der jüdischen Gemeinde und ihrer christlichen Umwelt bestand, das nur ein einziges Mal, zur Stöcker-Zeit, vorübergehend getrübt wurde. Gegenwärtig besteht die Gemeinde aus 28 Familien und 93 Seelen. Es herrschten in ihr stets ein starkes religiöses Leben und ehrliche Hingabe an das Vaterland. K. S. (Königsberg). 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