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Central-Verein-Zeitung · 1928-04-27 · 17 (27.4.1928) · p. Seite 225

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
17 (27.4.1928)
Date
1928-04-27
Page
Seite 225 (sequence 1)
Language
German
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ßtrün, ^7rfIptH 1928 VII. Jahrgang » Nr. 17 Cinzetnumarec lSpfeaniz Kuvtciiabrzabvnncmcnt ^ö ^***6^* 4 1 «>n oiM tzuzügl. Bestellgelds. ßetlafl u eiclftlcltung: 23 eil in SW 68, Linde nsrr. 13 .:. Fernsprecher: Amt Dönhoff 3534, S59Ö. .: Ko stschrckkonLo: Berlin 56472..:. Banttonto: Dresdner B-nk, Wechsel v 8 * 1 ö ftube G Berlin SW 62. Lindenslr. i, und von Goldichinidt-Rorhrchtlü & Co.. Berlin N 8. Alleiniae AnzeiaenanralMe: Annoncen-ELpedition Rudolf Moffe, Berlin SW 19. und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0.90 MLJüz die gespaltene Zeile nach Rudolf Mone-^ Uuc Nlge v. z g > r- ___—„„ cu»ri«nr.f'rnrf-i£> /tirrfi* Gten#r:anocho :p i f i> r Mitnli^Ner b. S.eb trauere ms 0.4o JiJL. die 90 mra breite )ieklarnezer:e 4,cö JIJi. An unsere Leser und Freunde! Die Wahlen erfordern von uns den Einsatz aller Kräfte. Zwei Fünftel aller Reichstagsmandate lagen bisher in den Händen programmässlg judenfeindlicher Gruppen. Wenn auch die Stärkung der verfassungstreuen Parteien zu erhoffen ist, so verdient doch die machtvolle Anhängerschaft des völkischen Gedankens unsere ernste Aufmerksamkeit. Die mächtige Deutschnationale Volkspartei verschmäht es noch immer nicht, sich des Antisemitismus als bequemen Wahlmittels zu bedienen. Die Nationalsozialisten und die Anhänger des völkisch-nationalen Blocks, die 1924 fast 1 Million Wähler um sich scharen konnten, ringen rücksichtslos mit den Mitteln der Gewalt und der Verleumdung um die Stimmen des deutschen Volkes. Diese Parteien versuchen vor allem mit ihrer Demagogie jene Millionen junger Menschen für sich zu gewinnen, die zum erstenmal zur Wahlurne gehen. Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hat die Aufgabe, gerade in der Wahlzeit, dieser Zeit auf gestachelter Leidenschaften, ausgleichend und aufklärend zu wirken. Er allein verfügt über die Erfahrungen und das Rüstzeug; er allein kann seine ganze Kraft dem gerade in der Wahlzeit doppelt notwendigen Kampf gegen Lüge und politische Verhetzung widmen. * Der Centralverein, führt diesen Kampf zur Abwehr augenblicklicher Angriffe. Er führt ihn aber auch in der Voraussicht, dass die Saat ungezügelter Wahlagitation später verhängnisvoll aufgeht. Wohl finden die Stimmen, die zu Putsch und gewaltsamer Lösung der Judenfrage rufen, nicht mehr so williges Gehör wie in den traurigen Jahren der Inflation. Wohl haben die völkischen Parteien bewiesen, dass ihre Wirksamkeit in den Parlamenten nicht gefährlich zu bewerten ist. Die Gefahr der Bewegung liegt heute auf ganz anderem Gebiete, Durch die ständige Agitation der Völkischen in Wort und Schrift, auf der Strasse und vom Katheder haben sich grosse Teile unseres Volks bewusst oder unbewusst zu judengegnerischen Vorurteilen beeinflussen lassen. Diese Stimmung wirkt sich in dem Versuch aus, die Juden planmässig von der deutschen Volksgemeinschaft auszuschlicssen, sie wirtschaftlich und gesellschaftlich zu boykottieren, die nichtjüdische Jugend in gewaltsamem Gegensatz zu unseren Kindern zu erziehen und ihr die wirren Gedankengänge des Rassenhasses einzuimpfen. Ganz zu schweigen von jenen unmenschlichen Formen, in denen verhetzte Elemente durch Schändung unserer Friedhöfe und Gotteshäuser ihre judenfeindliche Gesinnung betätigen. Wer mit uns diese umfangreichen Aufgaben, die dem Centralverein obliegen, klar erkennt, wird am 20. Mai in unbeirrbarer politischer Einsicht sein Wahlrecht ausüben. Er wird die Parteien unterstützen, die seine politische Weltanschauung vertreten und die eindeutig jede Entrechtung der deutschen Juden ablehnen. Er wird mit uns kämpfen und uns Herz und Hand darbieten. Er wird seiner Partei finanziell zur Seite stehen, er wird aber auch dem Centralverein freudig die notwendigen Mittel für den schweren Kampf bewilligen. Er hilft dabei sich selbst und wirkt mit an dem Aufbau einer glücklichen Zukunft des deutschen Vaterlandes! Central -V erein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Dr. Julius Brodnitz, Vorsitzender.

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