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Central-Verein-Zeitung · 1928-04-20 · 16 (20.4.1928) · p. Seite 218

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
16 (20.4.1928)
Date
1928-04-20
Page
Seite 218 (sequence 6)
Language
German
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21$ Skis Me und des GlttsMMWS. Eine Erwiderung von Otto ^lakc — schknstworl von Georg Hermann. Zum Aufsatz «Ltto Flake rmd der Ankiscmitismus^ in Nr. 13 Dom 30. Mär?7. in dem wir eins StisfufHo« Ober £1{o Flakes Aufsatz ..Nancnsia,Nn" in der vKimMcfjair von Georg £ ermann und Rudolf -U' a U s e r brachtcn, sendet uns Otto Flake nachüchcnde ^ttviderung, zu der wir Georg Hermann gebeten haben, in einem Schlußwort nochmals Stellung zu nehmen. Tic Schrisilcitmm. Gtto §lake erwiöect: Sie bringen auf Dcite 171 des laufende» Jahrgangs einen Ar rin.'. ^OLto Flake' und der Antisemitismus". bestehend aus einer Vorbemerkung der Redaktion und einer Auseinandersetzung Georg Hermanns mit dem Aussatz ..Naffesragen st den ich irr der „Neuen Rundschau" veröffentlicht hatte. Geben Tie nur bitte Nauru zu einer Grwrderung. Zunächst auf Ihre Vorbemerkung, in der cs bien: . . gefährlich halten, denn, grob ausaedrückt, sagt Flake, der Anti sernitismus ist berechtigt, man muh ihn nur aus anständige, menschliche Weise betreiben"? Sodann auf die Ausführungen Hermanns, die ui ich nach seinem eigenen Ausdruck „anprangern" sollen. Ich verstehe beide Ausfälle nicht. Ich stelle immer wieder scsi, wie schwer es gemacht wird, das Thema. Antisemitismus zu behandeln. Ich gebe zu. es ist so verfahren. daß man am besten die Finger davon Uetze. Jedoch andererseits: wenn man sich, wie ich, mit den geistigen Bewegungen besaßt, kann man nicht umhin, auch den Antisemitismus zu beachten. Und hier nun habe ich zu sagen: Ich hätte ihn gewiß nicht erfunden; aber ich stoße auf ihn als eine Tatsache. Das hat zur Folge, daß ich erstens rein analytisch seinen Gründen, wie sie in der Diskussion geliefert werden, nachzugehcn habe, zweitens untersuche, was vernünftigerweise vorn höheren geistigen Niveau dazu zu sagen ist. Nicht vorn absoluten geistigen Niveau, denn auf ihm gelten alle menschlichen Leidenschaften nicht mehr, herrscht tatsächlich umsaffende Gerechtigkeit. Anders ist die Haltung, wenn man sich nicht auf dieses Niveau, stellt, das viel zu hoch ist. um im täglichen Leben in Betracht zu kommen, sondern praktisch auf das nur höhere — von dem aus nunc überhaupt noch gehört wird, und das allerdings voransetzst daß men realistisch mit Gegeben heiren rechnet. Stelle ich mich auf dieses Niveau, so nützt es gar nichts, den Antisemitismus als glatte Stupidität abzntun. Ew. Staatsmann kann auch den Bolschewismus, solange er ernst erst nicht als Bagatelle behandeln. Die Lage der Juden in den verschiedenen Ländern ist ja weiter nichts als crn ewiges diplomatisches Verhandeln: cs geht um ein Arrangement. Weiter sind wir heute noch nicht und aus lange Zeit hinaus auch noch nicht. Es gilt, die ganz groben aktuellen Ausbrüche zu vermeiden und im übrigen ein die Geschichte zu vertrauen. ans die Weiterenllvicklnng der Menschheit, die Uebcrwmdung der irrationalen Instinkte durch die Bcwußtmachnng. Ganz folgerichtig, denke ich. habe ich in jenem Aufsatz über Rancfragcn daraus hingewiesen, wann einmal es keinen Antisemitismus mehr geben wird. Vorläufig gibt cs ihn, und er hat in sich — ich unterscheide das vom a n sich — seine historischen und situationsmäßigen Gründe. Sie mögen anderer Meinung sein, da Sie den ganzen Akzent ans die Abwehr legen müyen. Wo aber ist der Anlaß, meine- Bemühungen um Klärung herabznsetzen oder gar „anzuprangern"? Eine ernsthafte Beschäftigung mit Problemen prangert man doch nicht an. man respektiert sie. .Immer wieder wird viel zu rasch streit man nämlich die eigene Meinung schon fir und fertig in der Tasche hat) aus bloße Stichwörter hin gelesen; ^z. B. Hermann: ich harte gesagt, bis zum 19. Jahrhundert hatten in Mitteleuropa die Juden nicht aktiv .mt der Formung der Kulturen ihrer Gastuationcn teilgenommen. Diese. Kulturen waren ja chriftlich-rheotrattsch und seudal-aristokratisch. Sie entstanden, ohne daß die. Juden als echte tfzzszzs'sjt Jödbad ¥172. i MMK'rM'M? P&’MmM, iS Modern. Erstklassige französische Küche. Eehaolich. I Mitglieder mitaearbcitet hätten, weswegen diese Kulturen ihnen auch nicht konservativ, biutmäßig am Herzen liegen wie heute noch allen denen, die sich gegen die kommenden Dinge verschließen. Meiner Ueberzeugung nach schrämt dieser Mange! "au spezifisch nationalen Erlebnissen die Stellung der Juden — cs mag meine Ansicht sein, aber es ist gewiß keine h:mme und feine böswillige Ansicht. Hermann gibt mir zur Antwort, daß cs Juden gibst die"seil zweitausend Jahren mit den betreffenden europäischen Völkern znstnnineutctTN. Diese Antwort ignoriert den tiefere» Simm meiner Argumente. Schlußwort von Georg Hermann: Herr Ctlo Flate hat mich mißverstanden. Ich habe nüljt diesen Allste! in der „Nundschair" ..angeprangcrtst sondern jenen, den or ehedem im „Juden" schrieb, in t>e:u Sätze sich fanden, wie: ..toi; mau den Juden überhaupt am Leben ließ, ist nur psychologisch zu erklären, der Haß brauchte ein Objekt", oder ..Ein gutes'Buch eines Nichtjuden ist national bedeutsamer als das eines Juden", oder „Mau muß nicht um jeden Preis deutsch sein wollen, wenn mau cs schließlich doch nicht istst oder „Der Jude teilt nicht die Vorstellungen von niederen Lebensbedingungen" und so fort. Ich habe eigens fcftocftciit, daß dieser Artikel der ..Nnndschau" zmn mindesten mit mehr schriststcllerischer.i Takt abgefaßt ist. Das aber hindert nicht, seinem Sinn auch dort widersprechen zu mimcn. uw Flake sich historisch gibt. Ihren Anteil an deutscher Kultur und damit ihre Verwurzelung in ihr haben die Juden stets gehabt ihrer bescheidenen Iah! entsprechend, ja wohl uuruerisch darüber hinaus schon von den Minnesängern und vorher an. Wenn sic nicht durch obrigkeitliche Masmahmeu gezwungen wurden, sich durch Kleidung oder eigene Wohudistrikte zu unterscheiden, sind sie — wie in den kleinen Städten und auf den: Laude fast völlig in ihrer Umgebung aufgegangen, von der sie sich nur durch ihre religiösen Gebräuche unterschieden. Aber selbst wenn d-em nicht so wäre: wir leben ja heute in einer Zeit, die mit historischen lleberliescrungeu absichtlich und planmäßig gebrochen hast die Neues schaffen teilst und .zwar weder aus einem Feudalismus, noch aus dem Ehristlich-theokratischen heraus, sondern die sich einfach aus den Kuttnrlcistungen weiterentwilleln will, die in dcn letzten zwei, drei Generationen sich durchsetzten, gerade jenen alten Mächler: zum irok <cio sind es, die unser Deutschtum — Herr Flake wird mir verzeihen, wenn ich ^unser" säge — und unsere gegenwärtige deutsche Kultur ausmachen. Sie, diese Zeit, beginnt mit Goethe und reicht . . \ nun sagen wir paritätisch: bis Flake und Werfel. Sie har so schon ihre Tradition. Boi manchen von vier bis fünf Generationen, bei manchen ist sie von vorgestern und bei anderen bat sie noch gar nicht angefangen, und wird erst übermorgen sein. Das sind die kommenden Leute der kommenden Stände. Und an dieser durchaus nattonalen sin!tur des Heute, wenn sie auch weniger eng und abgeschlogen ist — denn wir steuern ja doch aus ein Parieuropa zu — als die einstige, haben Juden einen über ihre schwache Zahl von 9 bis tt) Prozent weit hmansgehenden Anteil als schöpferische Menschen im Sinne der deutschen Kultur, und vor allen! als Deuter, Vermittler und Vorkämpfer sür die deutsche Kultur. Auch bei Goethe von Anfang an. Sein Weltruhm wurde in jüdischen Salons geschaffen. Dieser"Anteil erstreckt fid) über weite Gebiete der Wissenschaft und ist in den meisten Künsten mit Namen von einwandfreiem Klang zu belegen: ebenso wie er sich durch bedeutsame und fortschrittliche Organisationen des Handels manifestiert. An den Blutopjern sür Deutschland aber haben die Inden genau so teilgenommen; manche Familien sogar seit vier Generationen, und wer alte Berliner jüdische Familien kennt, wird sie im N\ p-H ri fl "NH fl cj Irü chstll U\J. LEIPZIGER STRASSE 123 a, ECKE WILHELMSTRASSE VERKAUF NUR!M ERSTEN STOCK, DAHER BILLIGER! n r\ n '! fo\ ' Ü LrSj J U ^w1 § TUSSAH, naturfarDo vvaro, 78 enn breit. gote Kieicerry PTQ .Meter ho.- chstGÄ CR&PE DE CHINE, re; 03 cm b!"C;t. Be;d£ 4,90 BASTSEIDE, bedruckt. SO cm bre t. O OR das Meter.. .. **\ ......... ........ % i - FOULARD,sommer icreDruci-T.uster, pr QA 95 cm breit.Meter OjOV-J CR&PE DE CHINE, k eine Druckp? U.Y. \\\ HÜNNIUSmuster. 93 cm breit. Meter SEIDE SEID EN-VOILE, Kunsbeoe, fce- A CA r druckt. ...V,eterjmjOw \ l W^CrIpe’GEORGETTE, gute Kleiderpr OA | ie ,• j~'^v\ *y-: -1^:4 3fo - 3 cm bre t . _**1 LJ ij : -rrs IS£25^5a555Sa3SBESja£iasaika^g»Sa^ag£ag58agj J CREPE SATIN, neue Modefarben. 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