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Central-Verein-Zeitung · 1928-04-20 · 16 (20.4.1928) · p. Seite 213

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
16 (20.4.1928)
Date
1928-04-20
Page
Seite 213 (sequence 1)
Language
German
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SerUn, 20. flptH 1923 VII. ^a.)r?ans » Ur. 1ö ElnzslNUmrnec 10 pfznni'j Äll^emeine Zeirunejj des r3udenrums Dönhoff 3594, 3595. .:. Postscheckkonto: Berlin Z04 72. .:. Bankkonto: Dresdner Bank.-Dechse?. und ron OLtd!'cnn:idt--§.on:i^i:d L Go., Sct'.in W 8. r. — „ / ly, und deren Filialen. Ä-:ri§-:-.preis2: 0M Ml für die S^.e no-ch ^ubo.r^ones •cnacbo tc) vlt Mitc.Usdcr d. LentrolverLinr 0A0 ML. die 9Ö cm brc-its ^.Marne-rnr 4,sJ ^rcricUahrsabonneurent *”v e i.!'0 RM. lzuzügl. Beft-llgeld). . S?ct:aa u. Cchriftleitung: 3ciIüiSW63, Lindensir. 13 ... Fernsprecher stube 6, Berlin SW 68. Lrndr Alleinige Anzekgenannahrne: Annoncen.Erordition Rudolf Moffe, Der NorniLizeUenmefler Rr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche!?v>' 'X w I U 1 i!;!; j.; u / j \y. I s! \ \\ I V / Worr ©3. KWöSd 05332. L Soeben haben zwei delltsche Flieger und der irische Begleiter trotz Schne-e, Nebel, Regen und Sturm, das 2öe(tmerr überquert unb sind wohlbehalten an der nordisch-kanadischen Eisküste gelandet. In Deutschland freut sich jeder, der Heldenmut und Kühnheit hochhält, und der nicht bei jkk>em Unternehmen die Jchsuchtfragen „Was nützt es mir, was bringt es ein?" -auf der Zunge hat, dieser gewaltigen Leistung. Frohlockend schreibt manche Zeitung die großen Worte von dem „Enger- und Engerwerden der Erde", dem „Näherkommen der Völker", „der Friedenstaube in den Lüsten"; und dieser Staatsmann und jene Fachvereinigung rufen sie in die Welt hinein. .' ' * T-er ruhige Beobachter hört solche Verheißungen und Wünsche, der Kummer aber schleicht in sein besorgtes Herz, wenn er auf die Zerklüftungen und Feindschaften der Parteien, Klassen und Stände und nicht zuletzt der Religionen im deutschen Vaterlands blickt. Der gewaltige Wahlkampf, der nunmehr auhebt, wird eine allzu ähnliche Photographie deutscher Zerriffenheit, deutschen Hasses, deutscher Mißgunst geben. Manche Deutsche, und nicht nur solche aus dem jüdischen Lager, verkennen die Ruhe vor dem Sturm, vermeinen, daß die Stille bisher auf Wahlvorbereitungen nach Art eines Frühlingsidylls, in dem der Schäfer auf grünen Matten ruhig seine Herde weidet und seine Flöte bläst und die linde Sonne auf freundliche, fröhliche, sricdfertigeMenscheu strahlt, schließen haßt. Sie t ä u s ch e n s i ch g r ü n d l i ch; sie werden allzubald enttaufcfjt aus diesem Trau m erwache n. Trügt nicht alles, so werden wir einen zwar kurzen, aber äußerst heftigen Wahlkampf a m e r i k a n i s ch e n A u s maßes e r - leiben. Uno nicht nur Wahlversammlungen und Flugblätter und Zeitungen werden darin anzntrefsen sein, sondern Filme. Grammophonplatten, Revuen, großzügige Autovorstößo ins flache Land hinein. H. Die Deut sch n a t i o n a l c B o 1 kspartei hat den Kampf gegen alles Jüdische bisher auf Eis gelegt. Kürzlich hat jedoch die Tagung des völkischen Reichsausschusses der Partei, an der eine -)tcif)c anderer Verbände, wie der Alldeutsche Verband, der Deutsche Hochschulring, die Bereinigten vaterländischen Verbände Deutschlands und auch der Stahlhelm teilnahmeu, die Tür des Eisschrankes schon geöffnet. W i l h e l m K lein a u hielt es (nach der „Deutschen Zeitllng" vom 17. April, Morgenausgabe) nicht für würdelos, zu behaupten, „das Judentum strebe die völlige GntDenlschrmg unseres sittlichen und kulturellen Lebens au", und die „Telegraphenckluion" verbreitet die Mitteilung, daß der reichlich bekannte Landrat a. D. von Herzbe rg-Lottin auf der Tagung beharlptete, das internatiemale jüdische Weltkapital wolle die deutsche Wirtschaft erdrosseln. ,,errtlocdor bekänren wir eine natierrale völkische Wirtschaft, unabhängig von dem internationalen jüdischen Wcltkapital, oder unsere Wirtschaft würde zu einem Werkzeug, DaS nur noch dazu Da wäre, dem internationalen Kapital zu dienen". Empörend aber ist es, wenn der frühere deutschnationale Reichstagsabgeordnete Bauerngutsbositzer Logemann die Salornon, (5ohn und Manasse als die „modernen Naubritter" bezeichnete und sich^ gar zu der Drohung verflieg: „Däe Bewegung des Landvolkes richte sich nicht etwa gegen die Großgrundbesitzer, sondern gegen Diese BSrsentreisc. In Langenöls und anderswo hätten die Führer des Landbundes immer nur beruhigend auf die empörten Bauern eingewirkt." Dieser eindeutige Ausspruch wird zu einer Zeit ins deutsche Volk geschleudert, in welcher der jüdische Mittelstand niedergebrochen ist, in der die Zahl wirklich begüterter deutscher Juden, an den Fingern abgezahlt voerden kann, während die gewiß nicht jüdischen großen Schifsahrisunternehmungen. die Industrie des Rhein- und Ruhrgebietes und andere Betriebe, in denen Juden kaum eine Rolle spielen, recht ertragreiche Jahre haben. Herr Logemann sollte sich einmal die Mühe machen, die Verarmung des Juden an Hand der Gemeindefteuerlisten etwa in Pommern, in Niederschlesien, im Irandenburgischen festzustetlen, und er würde, wenn er noch einen Funken von Gerechtigkeitsgefühl besäße, das Jur>entum nicht so verunglimpfen. wie er es im deutschnationalen Kreise jüngst tat. Immerhin ist es begrüßenswert, daß nunmehr die Teutschnationale Voil^partei 'ihr Visier gelüftet und damit. ihre unbestreitbare Absicht bckunDet hat, sich kräftig Deo ArrLisernitismus Ln Der Wahlzeit zu bedienen; denn nicht umsonst ist die völkische Tagung der Deutschnationalen dem eigentlichen Wahlkampf sozusagen richtunggebend vorangesetzt worden. Wir wollen nie vergessen, daß die Deutschnationale Volkspartei mit ihren 110 Mandaten im alten Reichstage und mit ihrer Stimmen zahl von 61k Millionen die stärkste bürgerliche Partei gewesen ist. Danach werden wir den Umfang und die Wucht des Kampfes gegen uns, noch dazu bei den reichen Mitteln der Partei, einzufchätzen haben. m. Auch die R a t i o n a i sozialist e n rühren sich kräftig. Ueber r>00 Mann lauschten neulich im Berliner Kriegeroereino- 1 w ■sf if fit . t i i 's j n H (V„/) h yi/ b $ u J/ ©

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