Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 13 (30.3.1928)
- Date
- 1928-03-30
- Page
- Seite 172 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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m ■i^os durch Que.ierr/crsand BcdS^'‘U!M in inneren und äußeren Spannungen und in ihrer einzigen wirtliche:! Gemeinschaft: dem Schicksal, und aus ihm heraus Humanitär gesonnen. Fehlt so auf jeden Fall eine bestimmte jüdische Idee, so ist e^ auch sinnlos, den Antisemitismus als Kamps zwischen Ideen zu verstehen. Nein, er ist einfach das Schicksal einer Minderheit, die um so umkämpster. wunderlicher, überraschender ist, da sie keine Einheit darstellt, keinen bewußten Willen verkörpert, sondern nur die Spannung ihrer Gegensätze und die Gewalt ihres Schicksals. Sie, lieber Flake, sprechen von den vielen Provinzen im jüdischen Geist, und doch greisen Sie nur eine einzelne heraus und machen sie zur jüdischen Provinz der Welt: die jüdische Rationalität im Gegensatz zur vital-komplexen Goethes, das Gewordene gegen das Fließende. Denken Sie an Daruch Spinoza, nicht nur als einen (in Leben und Werk) größten Juden, sondern auch, in der tiefen Gegensätzlichkeit von Bewußtheit und Glauben, Erkenntnis und All-Liebe, triumphierender Logik und franziskanischer Temut, als ein Symbol der ganzen großen jüdischen Polarität. Sie nennen jüdische Eigensch-aften, die es sicher gibt: als radikale Gesahren jedes Menschen dieser Zeit. Aber Sie neunen nicht die entgegengesetzten Eigenschaften und vergessen die ganze Farbenskala des menschlichen Charakters zwischen beiden Polen. Es gibt leinen jüdischen Geist, es gibt nicht den Juden, sondern die Juden: geeinigt durch ihre Gegensätze, verbunden durch das Schicksal der Minderheit in allen Ländern, getrennt durch die Daterläuder und das Gesetz jedes einzelnen Jchs." Profehor F§ma§ Soss' 70» Geburtstag. Am 26. Mürz feierte einer der größten oem'.hm AmM jüdisther Abstammung, Professor Jsmar Boas, seinen 70. Geburtstag. Boas entstammt einer Kaufmc-.unssamilie aus einem kleinen Städtchen der Provinz Posen. Nach der Maturitätsprüfung. rezog er im Wintersemester 1877 die Universität in Berlin, um Medizin zu studieren. Da er sich durch Stundengcben. k\:v:n LcbcnsnnterhaU verdienen mußte, war er verhindert, den Drrlestuegen. eewunü.ug bei zuwohnen. Dazu kam, -daß bei der starten Besucherzahl er den nötigen Kontakt mit seinen Lehrern, zu denen Hrlmholtz und du D o i s - R e y m oub gehörten, nicht finden konnte. Tie dadurch etwas kümmerliche wissenschaftliche Ausbildung suchte er durch Anschluß an Vorlesungen bei jungen Dozenten zu verbessern. Zu diesen jungen Dozenten gehörte Ewald, der ein Kolleg über Physiologie der Verdauung abhielr und der den jungen eifrigen Mediziner bald zur Mitarbeit an seinen Tierexperimenten aufsorderte. Hierdurch wurde das Interesse des jungen Studenten für dies Svndergcbiet schon früh wach. Nach bestandenem Physikum bezog er die Universitäten Halle und L e i p z i g. Seinen Unterhalt bestritt er hier durch Korrekturlesen medizinischer Werke. Hierbei erweckten die gelehrten Manuskripte in ihm den Wunsch, auch einmal Verfasser solcher Werke zu werden. Nach bestandenem Staatsexamen begann er im Herbst 1882 seine Praxis als praktischer Arzt in einer arbeiterreichcn Gegend Berlins. Ein Wendepunkt in seinem Leben trat erst ein, als Ewa! d, zum leitenden Arzt der F r a u e n s S i c cf) e n a n ft a f t ernannt, ihn aussorderte, in die Anstalt rinzutreten. Hier gelang es ihm bald im Verein mit Ewald eine Fuukrwnsprüsung des ' Plagen?. das nach Boas benannte ..Probesrühstück" auszuarbeiten, eine Prüfung, die seinen Namen in die ganze Welt hinaustrug. Mit Stolz konnte Boas vor zwei Jahren in einer Arbeit, die dem Thema ,,V i e r z i g Jahre P r o b e s r ü h st ü et' gewidmet wm, hervocheben, daß diese Probe durch die Länge der Jahre ihre Existenzberechtigung bewiesen hat. Turch das Puwesrüdstück war man erst in die Lage verseht, die Krankheiten des Magens, wie Magcnkakarrh, Magenkrebs, Magengeschwür, Magenansgangsverengerung. zu erkennen. Boas gelang es bald in Gemeinschaft mit feinem Schüler G pp l c r die Milchsäurestäbchen KtiPfeol!:} xtzWM-NÄnltz? MMfe-ouB-'4 \ DAME N-una MÄDCHEN-' vUCUKLE! DUNG jonb f^£xSaga- EdeI-BiOten^©ralg ohne Znckerfütterung, fraranf-. rein dos Älleriglflsie, Bienen erzeugen können. Spcz.: Kleehorug, hocharomaf.. lO-Ptd.-Postdcse 1G>L, 5 Pld, 5,50 il.l'r. Nachm, ohne Nebenkosten. Garantie: Zurücknahme uut.Nachn. Carl Lc:bQlvs,k2rQN<enbof,0hsmsi-!Ln61§Z d. Br. Mitglied der Vereini^urg Deutscher Imker und' Kom^indler e. V n iBfi n F\niBn r m i HT.1 bl F.S ibUuuUUd yiruv^LJOPk P ff» /"•* ß'i! a Br fr 4^ er »ysr*» f**, ' v;../k| IHe '.4 siMM pnr; iäviiüv^bil L-J im ■uu m? ijhvt.vn '3 ti lu Lt ie H Rhythmus Im Wohnraum'* senden wir gern kostenfrei. Drucksachen und die kleine Schrift Besichtigung erbeten! tlolkenniBrkt 6 / Berlin / Tsusntzlsnstrssse 10.