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Central-Verein-Zeitung · 1928-01-20 · 3 (20.1.1928) · p. Seite 31

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
3 (20.1.1928)
Date
1928-01-20
Page
Seite 31 (sequence 7)
Language
German
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31 Die Iuöen in halberstaüt und Umgebung bis zur Emanzipation. Eine Buchbesprechung von Dr. Josef Hirsch (Berlin). Das vorliegende Buch*) gibt in übersichtlicher Reihenfolge die Entwicklung der wirtschaftlichen Lage der Halberstädter Juden von der ersten historischen Erkenntnis bis zur Emanzipation. Tas Buch untersck)cidet sich von den bisherigen Arbeiten auf gleichem Gebiet dadurch dost es in erster Linie die wirtschaftliche Bedeutung und Entwickln n g zum Ausdruck bringt. Die Grundlage bildet die erste Geschichte der jüdischen Gemeinde von Rabbiner Tr. Auerbach (Halbcründt 1SG0). Gerade in heutiger Zeit, wo der Zug der Juden in die Groststädte und damit die Berödung kleinerer jüdischen Gemeinden den Berlust wertvollen historischen Materials mit sich bringen könnte, verdienen Arbeiten wich die vorliegende besondere Beachtung. Während die bisherige Geschichte der jüdischen Gemeinde Halberstadts sich mit dem Bersuche hinorijcher Erkenntnis begnügte, versucht Köhler in ganz klarer Weise Ursache und Wirkung des Geschehens ans wirtschaftliche Grundlagen zurückzuführen. Als ein besonderes Verdienst des Buches ist anzusehen, dast Köhler die mehr oder weniger geneigte Haltung der Negierenden gegenüber den Juden nicht'als Einslust juden freundlicher oder judenseindlicher Gesinnung erkennen läßt oder girr ans Gedanken von Menschenliebe oder vorurteilsfreier Gesinnung zurückführt, sondern klar und deutlich zum Bewusstsein führt, dast sie die Juden gewissermaßen als Handelsobjelt betrachteten. Bei der räumlichen Beengtheit der Juden, die der Ausschluß von Handwerk und Ackerbau mit sich brachte, war es ganz natürlich, dast sie gezwungen wurden, ihren Handel über das Gebiet ihres Wohnsitzes hinaus zu erweitern und diesen Wohnsitz selbst nicht als etwas Gegebenes, sondern je nach der wirtschaftlichen Lage als etwas B e r ä n d e r l i ch e s anzusehcn. Besondere Beachtung verdient das Kapitel Hände! in dem Buche Köhlers. Vom Handwerk wurde den Juden nur so viel gelassen, als die Bedürfnisse in der jüdischen Bevölkerung es erforderten, zum Beispiel in beschränktem Maste die Fleischerei und einige Kunsthandwerke, die die Zünfte und Gilden nicht als ihr Gebiet betrachteten. •) Dr. Max Köhler: „Die Juden in Halberstadt und Umgebung bis zur: Emanzipation", Band 3 der „Studien zur Geschichte der Wirtschaft und Eeistes» tultur". Verlag Karl Eurtius, Berlin 1927. pi Idealer WlntcraofcntIift.lt mit Rlvlcrn-Küma k Hotel Pension B re in er _ kl1 prry,y ,T (bei Fiume) Direkt am Meer. 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Dieser hohe, ihnen erlaubte Zinssust ist in dem großen Richo begründet, das sie bei ihren Geschäften auch sich, uahmench.wachte es doch Negierenden nichts aus, Schulden von stirstlich-en^ Perwntichkeiten einfach zn streichen, wenn es den Jnteresien der Negierenden entsprach. 'Tie Juden waren eben nicht Bürger, sondern nur Gegenstand der wirtschaftlichen Ausbeutung. Tie ganz besondere Stellung der Inden im Metallhandel weist Köhler dokumentarisch zu belegen, nne es überhaupt ein Vorzug dcs Buches ist, dast nichts als Tatsache hingenommen wird, was n t durch Belege als. solche erhärtet werden kann. Ter MetallhmwA der Inden wird durch den ^itberhandcl beherrscht, weil die staatlichen Münzen nicht genügend milder zur Ausprägung erhielten. Es kamen Edikte über Edikte, die den Juden zur chslicht machten, alles angekaufte Silber den Münzen zu liefern, und zwar zu einem Preise, der hinter dem ortsüblichen Preise der Goldschmiede zurückblieb. Im Laufe der Zeit gingen die Regierungen^ besonders die brandenburaisck)e und später die preustistche Negieruna, 'sogar dazu über, die Silberlieserung den Juden Halberstadts als cW Art Kopfsteuer aufzuerlegen. T i e N i ch t i g k e i t d e r A b g a b e n m u st t e n f i e vor dem Rabbiner durch Eid bestätigen. Beinahe humoristisch wirkt es, wenn die Juden Halberstadts sich diesem Eid dadurch zu entziehen suchten, dast sie berichteten, ihr Rabbiner sei erkrankt. Freie Jüdische Volkshochschule. Beginn der Wintervorlesangen: Montag, den 23. Januar 1928. Dozenten: Eabb. Dr. Bergmann, Dr Siegfried Bernfefd, Robb. Dr. Bleichrode, ßtudienrat Hammerstein, Vo<.-n> Im . Heinemann (Breslau), Edith Cohn, Eabb Dr. Emil Cohn, Dr. Emst Cohn-Y/iener, Dr Fritz Friedländer, Dr. Jacob Jacobson, Alice Jacob - Loewenson, Rahel Kaufmann, Dr. Jacoo Klatzkin, Recntsanwali D . Alfred Klee, Dr. Siegfried Lehmann, Dr. Adolf Leschnitzer, Jacob Lestschinsky, Rabb. Dr. Em-I Levy, Prof. Dr Heinrich Loews, Dp. Georg Luoinski, Dr. Joachim Prinz, Dr. Simon Rawidowicz, Leo Riasanzew, Dr. Leo Rosenzweig, Dr. Kar! Schwarz, Dr. Ernst Heinrich Seligsohn. Dr. nie ». Felix Theilhaber, Dr. Mifti. Gustav Tuqendreich, Rnhb. Ir. Warschauer, Rabb. Dr Wiener, Dr. raed. Gertrud Zadik~8aumgardt, Dr. Kurt Zielenziger. Vorlesung-svcrzelchnl^so unenr-elrhYh in allen jndisehen Ruchiiamliuri”cn, a«. den Tn*‘arerkas-en Hermann Tictz, lianflians des Westens und f ei Goldmann, Berlin, Vorcksi rasNe 8". Bergmann 472. BERNHARD BAUCH PELZMODEN MÜNCHEN SCHAFFLERSTR. 3 TELEPHON 91S10 BRIENNERSTR. 8 TELEPHON 9J5U TBSXSCBBSZSS^ in allen tforreincmbcn.ien nui den Insel eulcnl.nrcrcrLwchenschrlft ans bic?lniri.i' ,n Der t£. W.'^eilmin immer ausdrücklich Bezug. Ti cd lirat auch u> Ibrci» Inter« ssc ®OOOCOOCXXXXXXKXXXXXX5öOOOOOOOCOO<XXXX30 K&kao-SchokoL&de* Pralinan j 1 WÜL n//t j

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