Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1927-12-16 · 50 (16.12.1927) · p. Seite 704

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
6 (1927)
Issue
50 (16.12.1927)
Date
1927-12-16
Page
Seite 704 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2277379-2277729-2277778--04140-2284724
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

7CM> so war es der unbedingter Freiheit und friedlicher Zusammenarbeit von Männern verschiedener Richtung, Glücklicherweise hat ne diese Grundlage ihrer Wirksanrkeit cntd) in die besseren Zeilen hrnübergerettet, die bald eiutreteu sollten. Meine Berufung von Florenz her erfolgte auf einen neu begründeten Lehrstuhl, war also bereits ein Zeichen der Besserung, und so trat ich in eine günstige Konstellation ein. Tie Zahl der ctudrererrden war auf -40 und wehr rmgcwachscn, zumeist waren es junge Menschen mit guter Erziehung, die an der Anstalt ihre volle Ausbildung suchten — nicht mehr das fluktuierende, wenig kultivierte Element, das vorher lange Zeit ihrem Ruf rvenig zuträglich war. Arbeit gab es genug, nicht nur. da die von der Universität her verwöhnten Studenten starke Anforderungen an die Vorlesungen stellten, sondern auch, da viele von ihnen in ihren privaten Anliegen und Röten beraten sein wollten. Eine ganze Anzahl älterer Semester wartete darauf, die Prüfung abznlegen — sie hatten meist ihre schriftlichen Arbeiten ans Gebieten angeferNgt. die mir recht fremd waren, und ich musste tüchtige Studien machen. um mich nicht allzusehr zu blamieren. Immerhin glaube ich. das; wir einander ra'ch nahegekommen find und gut miteinander gearbeitet haben. Gar mancher aus -jener Generation ist früh dahingeschieden, mancher später andere Wege gegmigen, aber rveun wir uns heute Wiedersehen, so denken wir alle gern der entschwundenen Zugendjahre. Mein Lehrauftrag lautete für „Geschichte und^ Literatur der Juden und des Judentums"; der damals Schahrige Vorsitzende des Kuratorium-, Sanirätsrat Tr. S-. Reumann, hatte ihn mit Absicht sehr weit gefaßch um mir möglichst viel Spielraum für meine Tätigkeit zu gewähren. Ich war jung und verwegen genug, marul^erlei zu übernehmen, ich habe aber nie eine Borlriung über ein retigiousphilosophisches Thema gehalten, damit diele im Lehrkörper vorhandene Lücke stets bemerkbar blieb. Tatsächlich hat nach wenigen Jahren Hermann Cohen sich bereit erklärt, zuerst Ferienkurse, später regekmasiige Vorlesungen über dieses Gebiet gu halten, bis wir in die Lage kamen,' einen eigenen Dozenten für Religions- Philosophie zu berufen. Die Schaffung neuer Lehrstühle wurde eingeleitet. M a h b a u m, der damals ans der Hohe seines EmflusieZ stand, war von einem heiligen Eifer beseelt, eine Konsolidierung der Hochschule herbeizuführen. Er fand einen willigen Helfer rn Ma; Deist, dev unermüdlich darauf bedacht war, die Mittel der Anstalt zu Vernich ren. Im Herbst 1904 wurden gleich zu>ci größere Stiftungen begründet, die den beiden dringendsten Bcdürfnipen der Anstalt entgegenkamen. Herr 5t a t h a n B e r n st e i n gab die Mittel zum Ankauf eines Platzes für ein Anstaltsgebaude. und Frau Zdcr Simon stiftete zum Andenken an ihren verstorbenen Gatten, den Geheimen Kommerzienrat Louis biinon, einen Lehrstuhl. Sofort kennte in 2l. S. chahua, der später nach Mcrdrid ging, ein neuer Dozent berufen werden, ich selbst wurde von tat bi bl h che n Vorlesungen, die ich bis dahin .zu halten hatte, befreit und durste mich nur die jüdische Geschichte und Literatur konzentrieren. Der rechte Schwung aber kam erst in die Verwaltung der Heclpchnle, als Her m ßim Veit S i m o n die Leitung übernahm und nicht nur "seine reick-e Begabung und seine starke Energie, sondern vor allem seine religiöse Glut und sein warmes Herz in den Dienst dieser Ausgabe stellte, Denn er auch einer der befchäftigsten Berliner Anwälte war. so hatte er doch immer alle Fäden in der Hand und lenkte mit Umsicht die ^Geschicke der Hochschule. Er umgab sich mit einem hervorragenden Stab von Mitarbeitern — es seien nur Namen wie Geiger, Masse, Brünn und der jüngst verstorbene L i l i e n th a l genannt —, auch frühere Mitglieder des Kuratoriums, wie Ludwig Max Goldberger, Paul Meyer und Martin P h i l i p p s o n, regten sich zu neuer Aktivität. Tie bedeutendste Leistung wurde die Errichtung des eigenen Heims in der Artillerie st r a ß e, nicht weit von der Um* vcrsität, das durch die Selchnheit feiner Anlage und die Zweckmäßig* Leit seiner Einrichtungen rn Europa fraglos das hervorragendste Gebäude ist, das einem ähnlicl)en Zwecke dient. Die Einweihung des neuen Hauses am 2D Lktober 1907 war ein großes Ereignis innerhalb der Berliner Jüdischen Gemeinde, nur so mehr, als — es war in der Zeit des Bülow-Blocks— der Kultusminister Dr. Holle sein Persönliches Erscl)eiuen zugesagt hatte. Alles war aufs beste vorbereitet, da trat ein kleiner Fchler in der Regie störend -ein. Mahbanm, der im Namen des Lehrerkollegiums die Festrede halten sollte, hatte in Meran oder sonstwo im Süden cchnungrios einen Vortrag ansgecrrbeitet, der neben der Freiheit der Wisfensclpft die Unabhängigkeit der wissenschaftlichen Institute vom Staate forderte H44 4ßS>^&^ _ ____ _ _ /sTä fcsl ä auf den Husi&plaiieo der 'weltbekannten Qualii4is marke °-1107 iSaitAdoSr.0.^*^ 1 Oberkantor Siroia und Chor 0-1543 Rösch Haschono .... Kajom Tehamzenu. , h Rosenb!att< Oberkanior 0-1647 Kajom naras aulom Bzes Israel .* 0-6093 Kol NIdre .1 Al , . c. . , Cdom jesudn meofor I Oberkantor Siroia und Chor 0-6271 Joh S&mcho j Manfred Lewandowski, Oberkantor, Berlin, Friedens-Tempel 0-6482 Keduschah (Lewandowski), Oberkanfor Beer mit Synogogenchor und Harmonium' begleifung; Dirigent: Leo Kopf. Odeon-Musik platten sind erhältlich in den offiziellen Verkaufsstellen des Lindstrlm-Konzerns: Odeon‘Musik-Haus G.m.b.H., Berlin W 8, Leipziger Strasse HO Columbia-Musik-Haus, Berlin W15, Kurfürstendamm 29 Parlophon-Haus, Berlin NW7. Friedrichsfrasse 91 Odeon-Musik-Haus, Breslau, Schweidnitzer Strasse 43 a Cbhimbia-Musik-Haus, Frankfurt a. M„ Gorihestrasse 19 ferner in allen anderen OdeonundPcrlophon-Musikhö usern und besseren Fa chgeschfiften. *?! UssCsii£5c:c3 Berlin SO SO. j ..... — - ............ ............ » . ........ ä .. .............. ........... ............... .. , ....... , . ^. . . ' PMiLM MllNSes nüchc uns sreller: auSrrtelcn —! evb o u 20 4:1;

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.