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Central-Verein-Zeitung · 1927-09-30 · 39 (30.9.1927) · p. Seite 553

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
6 (1927)
Issue
39 (30.9.1927)
Date
1927-09-30
Page
Seite 553 (sequence 1)
Language
German
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Verttn, 30. September 1-27 VL Jahrgang « Nr. Z%. 10KI. 27? t;u;ciuuraiacr IO Bieunig. BLerteljaorsabonuement 1.20 RM. (Luzügl. Lefrellgeld). Dsclag u. Schriftlekrirns: Berlin SW£3, fiinlenflr. 13. Fernsvrcchsr: Amt Dönhoff 8334, 3505. Postscheckkonto: Berlin 50472. Bankeonto: Dresdner Dan?, Wechselstube G, Berlin SW GS, Cir.fccnfir. 7, und von Goldschmidt'RothschUd & Co., Berlin W8. Blle'.mge Anzeigennnnn^me: Vnnoncen.Exped-tion Rudolf Mofse, V-rlin SW 19, und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0,90 JUV. für die 7gcsp<rl!ene Zeile noch Rudolf Mostes Normalzeuenmener Nr. 4, FamilienanZeigen und Stellengesuche (nicht Stellenangebote) für Mitglieder des Centralvereins 0.45 -5?^, die 90 min breite Reklamezeile 4,20 JZ+%- , li* M. Ter 3ungbeuf[dje Orden hat von jeher Sachlichkeit und Politischen Anstand für die einzig mögliche Grundlage gedeihlicher Arbeit in öffentlichen Dingen erklärt. Sein Führer Arthur M ah raun hat betont, daß die öffentlichen Aussprachen in Deutschland auf der Grundlage der Wahrheit und Gradheit geführt werden müßten. Wenn eine Bewegung über ein täglich erscheinendes Blatt verfügt, wie -der Jungdeutsche Orden, so spiegeln sich Mittel und Erfolge dieser Arbeit darin wider. Wir stellen gern fest, daß in der Tageszeitung des Ordens, „Ter Jnngdeutsche", lange Zeit hindurch nichts zu finden war, was in der Frage der Beurteilung der jüdischen Deutschen gerechten Anstoß hätten erregen müssen. Um so größere Empörung muß ein Aussatz eines Anonymus, der sich „Jsegrimm" nennt, Hervorrufen." Jsegrimm nimmt 1 die Erklärung des Vorstandes des Raböinerverbandes in Deutschland, die in der „E. D.- Zeitung" Nr. 24 abgedruckt war, zum Anlaß einer kritischen Betrachtung. Wer leidenschaftslos die Erklärung des Vorstandes des Rabbinerverban- 'dcs lieft, wird nichts in ihr finden können, was nicht jeder anständige Mensch, Jude oder Christ, unterschreiben konnte, wenn ec sich in den Anschauungskreis eines Rabbiners hineinverseht. Wir leben in der Zeit der höchsten jüdischen Feiertage, deren rnnere Weihe und Helligkeit der ganzen Welt bekannt ist. Wir wissen, daß in der Reihe auch der christlichen Gottsucher die Würde und Festlichkeit dieser Tage stets anerkannt worden sind. Man hat es überall tühmend gewürdigt, daß unsere Festeszeit Acht zu übermütigen Feiern, zur Prafferei llnd zum Vergnügen ausgenutzt wird, sondern daß sie ihrer Bestimmung gemäß mit innerer heiliger Einkehr begangen wird. Wenn nun der Rabbinerverband auf diese Tatsache hinweist und insbesondere die werktätige jüdische Bevölkerung auffordert, dieser Heiligkeit im geschäftlichen Leben Rechnung zu tragen und auch den Angestellten die Möglichkeit zu geben, in Arbeitsru'he ihrer sittlichen Selbsteinkehr zu leben, so hat er gewiß nichts getan, was von irgendwelchem Standpunkt aus beanstandet werden könnte. Herr Jsegrimm zeigt für diesen Ausruf nicht das Verständnis eines Menschen, sondern höchstens das eines — Wolfes. Beweis: Aus dem Ausruf liest er heraus, „wie man mit aller Gewalt künstlich das Ghetto der Väter inmitten des schachernden Liberalismus erhalten will". Und er fügt dieser Deutung noch hinzu, dieser geistige Liberalismus stände in keinem Gegensatz zur jüdischen Orthodoxie, „dieweil ja die religiöse Einheit zugleich das Rückgrat des Weltmammonismus in ihrer Auswirkung ist". Nimmt man dazu noch die einleitenden Worte der Jsegrimmschen Betrachtung, so sieht man, wie sehr der Verfasser „nach Wahrheit sucht". Er Lischt den Lesern wieder einmal Herrn Northclisfe auf, den er „berüchtigten Lügenfabrikanten. der Angelsachsen, einen Frankfurter Juden" nennt. Die Leitung des Jungdeutschen Ordens, die die Ehrenhaftigkeit des politischen Leben s wünscht, wird sicherlich wissen, daß die Erzählung von dem „Juden ^Northelisfe" längst als "eine plumpe Sage bewiesen worden ist. Wir dürfen deshalb wohl auch erwarten, daß sie Anlaß nehmen wird, zu verhindernden 31*5* j | Reichspräsident v. Hindenbmg SO Jahre alt! i ff Mit Verehrung gedenken wir des SO. Geburtstages I; | unseres Reidisprasidenfen. Wir erblicken in ihm das I j Vorbild unbedingtester Pflidiitreue, die bis zum letzten, \ | ob im Glüdc oder im Ungiüd:, die Vollendung der über- \ I nommenen Aufgaben durchführt Wir sehen in ihm den j | j Geist der Ueberparieilichkeit, der erkennt; wie die | 1 I Zerrissenheit innerhalb des deutschen Volkes nur durdi j! Ausgleidi der Gegensätze überwunden werden kann. Wir J | sdmizen an ihm das Gefühl für Gerechtigkeit, der I! j einem jeden Deuisdien ohne Rücksicht auf Religion J | und Abstammung seinen Anteil am gemeinsamen | j Vaierlande sidierzusiellcn bestrebt ist. Wir kennen die I | grossen Sdrwierigkeifen, mit denen unser Reidispräsident j j zu redinen hat. Wir wissen, wie der Geist der Verhetzung j | audi an seine Türen podii, um u. a. audi unsere beredi- I I tigien Forderungen an Staat und Gesellsdmft zurück- I j zudrängen und uns in den Augen des Gcsamivolkes zu! j verleumden. Niemals, das wissen wir, wird der Reidis- I I Präsident diesen Stimmen Folge geben. Er sieht vor 1 | uns als eine Persönlidikeit, die, durdidrungen von der i | Heiligkeit ihrer Aufgaben, bis aufs letzte für das Wohl j | aller Bürger unseres Staates emircien wird. | I Gott schütze und erhalte unseren Reichspräsidenten/ j

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