Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 6 (1927)
- Issue
- 37 (16.9.1927)
- Date
- 1927-09-16
- Page
- Seite 521 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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/ 7 \ / V V n / i 7 ■ IV / / I A v' Serlin, 7S. September 1927 a < > W! A v / v k ) \ 7 ll >■»"-«> 77o j <> «0 ^«r» Ne. 37 VI. Jahrgang h)*'^r^.r\ «fWa V-V^ ^ÄÄrV / / f: * ~ ---> Af?,. tfin^V'^V'is'^V’) "; / M Ar ^>OC/<lr! ,i-»',«y‘~)^H^JvvJ'W»r ( / / vs^vv.j' 5'» f> e e<> ->> <- C'*> .. <A f> ^..^S \ _A/ A ftV'TTW a7! -v>.su' .; >ak•*> x- V Eittzeluummer 10 Vrenntg Drrlvg u. Schrlftler -Os Drerteljahrsabonnemcnt 1.20 NM. (Luzügl. DsstellL-ld). 3OL72. .:. Bankkonto: Dresdner Dank, Wechsel« ALernßn AnzergenannQhM' NormaVeilenrneffer ESSl^SS Me 7gespaltinr 8-!!-nach S^ubolf Siofles bie 90 mm breite Slü^amcastU 4,8d&<M. <Cl3J vV /CTVV *w ,*N A?S*<r\ <*J\ f*/‘v^^71’r-.?Ä^‘'TA *.<V» 5 >Z/ V V A' *>7 V V i 7 V v V wjV w v> vV v v ‘£j A v V V7f VI AT^v x VV7 >UU>L$V 4 V V V V V '“•V* A* <■>* >v *-> > A7-A»f:-A /vVVv^O- * 15 Wir haben bereits Ln der letzten Nummer der „£. D.- Zeitung' in dem Aufsatz über „Das Buch vom Katzal" darauf hin-gcwiesen, daß die Völkischen -als Ersatz für die erledigten „Protokolle der Weisen von Zion" neue „Enthüllungen' suchen. Die stärkste Verbreitung findet augcnblirktich Erich Ludendorsfs „Vernichtung der Freimaurerei durch Enthüllung Ihrer Geheimnisse'. Ludendorff versucht darin nachzuweisen, daß die Freimaurerei das Hauptwerk zeug darstrlle, um die „internationale Weltherrschaft der Juden' aufzurichten. Tie Juden bedienen sich nach Ludendorffs Airsicht d^azu der Hilfe der Nichtjuden, die sie, ohne daß sie es merken, zu „tünsrlichen Jr^)en' rnachen. Unsere Freunde werden verstehen, wenn wir uns aus diesem Grunde mit dieser Schrift Ludendorsfs ausführlich auseinanderfetzen. wird im nachfolgenden Aussatze von einem jüdischen angesehenen Freinraurer im wesentlichen von freirna-urerischcm Standpunkte beharrdelt. Diese Ausführrrngen dürften ^allgemeines Jrrbrreffe beanspruchen. ' Wir behalten uns vor, auf die Schrift auch unter anderen Gesichtspunkten noch einzugehen. D i e S ch r i f t l e i t n n g. Tu^ lieber Gott, wer an der Seite Settegasts gegen die altpreußischen Großlogen gestritten hat, weil sie die Juden als unfähig behandelten, in den Freimanrerbund ausgenommen zu werden: wer die nettesten Kämpfe zwischen den „christlichen" und den „htlmanistischen" Balchtltten erlebt und beobachtet hat: wer die reiche Literatur für und wider die „Dreipunktebrüder" wenigstens gelegentlich kennengelernt hat von den „Alten Pflichten" und „Ernst und Falk" und Feßler und Fichte bis zu Keller und Wolfstieg und Leo Taril und Pater Grttber, der lächelt bei der „Vernichtung der Freimaurerei durch Enthüllung ihrer Geheimnisse von Erich Ludendorff". Ter alte Rabbi hat recht: Es ist alles schon dagetoefcn. zumal die Enthüllttng und die Vernichtung/und nicht fetten erfolgte sie sogar in besserem Deutsch, als dem General zilr Verfügung steht, wenn er versichert: „Daß die Weltfreinm'urcrci zum Weltkriege getrieben hat, und heute die Klärung der Sch'aldlnge verhindert, daß sie iin Weltkriege und^ nach ihm Vorarbeiter der jüdisäzen Weltherrschaft tmd der Verjtidung der Völker ans Kosten deren Freiheit war, darüber kann nirgends mehr ein Ztveijel bestehen." „Auf Kosten deren Freiheit" — wer konnte daran zweifeln? Die Weltsreimairrerei als „Vorarbeiter", nicht Aorarbeite r i n — wer sollte daran Anstoß nehuren, es sei denn ein g e b o r e n e x o b c v „ f ü n ft l i ch c v I ude "? So sind diese verschlagenen Inden; sie eilen diesseits imb jenseits bc§ großen Teichs zu den Waffen, , gehen allseinander los, bringen sich gegenseitig um. Zehntausende hüben. Zehntausende drüben, spielen geschickt Vaterlandsverteidiger. lassen sich mit Ctbcii und Epaulettes behängen und dienen doch nur alle]amt derselben Idee, der Errichtung der Iudenherrschaft. Das haberr sie vor Serajeroo getan, das tun sie nach Versailles und werden 'sie unter sreimaurerischer Verkleidung bis zum trostw^sen Ende tun, wenn die deutsche Menschheit nicht auf ihren SBttrncr und Retter hört/ der zwar Anno dazumal nicht den ..Siegfrieden" errungen hat, jeßt aber ganz gewiß — er verstchert's — den „totlicheu Schlag" gegen die Freimaurerei führt, gegen den Geheimorden, dessen Geheimnis „übeurll der Jude" ist, gegen eine Gesellschaft, die, aud) wo sie Die Juden von ihrer Pforte zurückweist, doch nur ein Werkzeug in jüdischer Hand ist und „künstliche Juden" züchtet. Herr Lndendorss sagt es/und er ist, sagt er ebenfalls, „zu gewipenhaft, um auch nur eine einzige Behauptung anfzustelleu, die nicht durch sichere Quellenschriften belegt ist". Zum Beispiel, daß die Judeu Delktschlands „anfdetrva eine Dtillion" zu schätzen seien. Welcher sicheren Quellenschrift entstammt diese Ziffer? Womit belegt sie Herr Ludendorff? In Wirklichkeit betrug die Zahl der Jrlden im heutigen Gebiet Des Deutschen Reiches 535 122 im Jahre 1910 und 564 379 im Jahre 1925. Oder Settegast wird „der Vertraute Kaiser Friedrichs" genannt. Womit wird diese Behauptung belegt? Die nächsten Vertrauten Settegasts wiflen von einer solchen Vertrauensvolle nichts. Qder Herr Ludendorff schreibt, der unabhängige Orden Bne-Briß sei 1906 vom Deutschen Großlogentag als gerechte und vollkommene Loge anerkannt worden: dieselbe Anerkennung sei dem „jüdischen" Orden der Odd Fellows widerfahren. Eine „sichere Quelle" für diese Angaben darf man getrost in der vierten Dimension suchen. Oder Lessing, der Dichter des Nathan, wird als der „plötzlich verstorbene Freiniaurer" bezeichnet, nachdem ein paar Seiten zuvor über Mainwnides erzählt worden ist, er habe gelehrt, rvcr nicht die Nvachidischen Gebote annimmt, werde ermordet. (Wer lacht da?) Gar so plötzlich ist nun Lessing nicht gestorben. Er ist mich nicht etwa von Freiuianrern. weil er an der königlichen Kunst Kritik übte, ermordet worden; er wurde am 3. Februar 1781 vom Stickfluß befallen, spie Blut und erlag am 15. Februar einem Schlaganfall. „Die Sektion ergab Brustwassersucht mit ungewöhnlich starken Verknöcherungen" ist bei Erich Schmidt zu lesen. Oder Herr Ludendorff offenbart wörtlich: „Kaiser Wilhelm H. war wie der Zar nicht Freimaurer, beide verloren deshalb ihren Thron." In der Tat? Deshalb? Das ist „durch sichere Quellenschriften belegt"! Am Ende ist, was den Zaren angeht, die „sichere Quellenschrift" jener Aufruf, den Herr Ludendorff als Gencralstabschef des Oberkommandos Ost erließ mit der Aufschrift: „Zrc die Irden in Paulen", worin es hieß: döm SrrVKSSrI! | Dr. Hans Wellenberg: Oer Jude im Film. - Wer sind bie j Friedhofchchauder? - Kaufmann! Akademiker! Handwerker! — i Dr. Alfred Wiener: Wird die Sachlichkeit siegen? — e )iealschu!direktor I. Seifensieder (Nürnberg): „Sammelt die Lj jüdischen Altertümer!"