Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 6 (1927)
- Issue
- 33 (19.8.1927)
- Date
- 1927-08-19
- Page
- Seite 478 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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m haben, nichts weiter als eine Jndcnmache war, durfte seinen Beweis darin finden, daß der erste Ansturm der verführten Masten sich gegen die Universität gerichtet hat, allerdings mit einem Erfolg, den die Judenmeute nicht erwartet haben dürfte. Die aufgestellten Maschinengewehre liehen erkennen, daß die Studenten mit sich nicht spaßen lassen." Maschinengewehre wurden während de r ganzen Revolte nicht benutzt; auch die völkischen Studenten hatten keine ausgestellt, und es war^überhaupt^von diesen sonst so radauluftigen Heiden an diesem Tag keine Spur zu finden. Tie Arbeiterordner und die Wache schützten vielmehr die Universität; ihre Bestürmung findet ihre Erklärung darin, daß sie seit Langem, wie auch in diesen Blättern des öfteren dargelegt wurde, der Herd bet oft crreichischen Reaktion ist und daß die dort mit Einwilligung des Rektors abgehaltcnen Schießübungen die Arbeiterschaft schon seit langem empörten. Ter „D e u i s che M i ch l" kennt aber einen anderen Grund für den Angriff ans die Univerfttät: „Warum sich der Zorn der Juden gerade in erster Linie gegen die Universität richtete, findet seinen Grund darin, weil es noch nicht lange her ist, daß der Eintritt bzw. die Aufnahme von Judenabtömmlingen abgelehnt worden ist." Hier ist der Wunsch der Vater des Gedankens; die N u m e r u s - c 1 a u s u s 33 e ft r e 6 n n g e n der hakenkreuzlerischen Studenten blieben bisher trotz aller ihrer Krawalle und Drohungen ohne jeden Erfolg. Auch die „jüdischen Freimaurer" müssen natürlich zur „Erklärung" der Wiener Geschehniste herhalten, lieber ihre „unterirdische Mitarbeit" lesen wir folgende Aussehen erregende Enthüllung im „B ö l k i s ch e n B e o b a ch t e r". („A u f m a r s chplan der j ü d i f ch - b o l s ch e w i st i s ch e n Log e"): „Kurz vor dem Ansbruch des marxistischen Aufstandes hielt sich der Ordenspräsident des bekannten jüdischen Freimaurerordens Bnar Brith, Tr. Cohen, kurze Zeit in Wien auf . . . In den vier- Wiener Logen fanden eine Reihe von g e h e i m ii i svollen Besprechungen mit Tr. Cohen statt . . . Man hat es also mit einem großartigen, planmäßig vorbereiteten Aufmarschplan der jüdisch-bolschewistischen Logen zu tun. Ter Marxistenputsch in Wien bildete im großen Rahmen dieser Pläne offenbar nur eine Art Generalprobe." Weitere haarsträubende Einzelheiten wissen die völkischen Blätter über die verschiedenen Episoden der Schreckenstage zu berichten; sie alle aufzuzählen, verbietet der Raummangel. Aber einzelne Beispiele mögen aufgeführt werden: Ueber den Brand des Justizpalastes meldet der „Völkische Beobachter": „Die Hebräer in Wien haben rechtzeitig Benzinfäsier in die Kellerräume des Wiener Justizpalastes bringen lassen, um cs (!) mit Akten und Richtern in die Luft zu sprengen und so dem „verletzten Rcchtsgcsühl" Genugtuung zu geben." Von Benzin ist auch im amtlichen PolizeiberichtkeineRede, von Richtern wurden nur zwei trotz der Verteidigung durch die republikanischen Schutzbündler unerheblich im Tumult verletzt. Ter „Völkische Beobachter" gibt keinen Grund an, aber Herrn Goebbels- Zeitung „Ter Angriff" kennt ihn: „Cs befanden sich dort die Akten zu den großen jüdischen Schieberprozessen und zu den Skandalasfären rundem die jüdischmarxistischen Schmutzblätter. Auch die Akten zum Fall Hilsner sind verbrannt, des einzigen Prozesses der Neuzeit, in dem ein jüdischer Ritualmord klipp und klar nachgewiesen ist." „Die „Aktion" dcs unter der Leitung des Juden Tr. Julius Deutsch stehenden „Republikanischen Schutzbundes" war also wiederum nichts anderes als alle Revolutionen und Aktionen des Marxismus: eine von Juden kommandierte Hilfsaktion, die über 1000 (!) Arbeiter mit ihrem Blute bezahlen durften — zur höheren Ehre A l l j u d a a n s." Ueber den Sturm auf die christlichs oziale „R e i ch s p o st" schreibt die „N e u e Augsburger Zeitung" (Nr. 165 vom 21. Juli): „An der Spitze dieses Brandkonuuandos stürmte ein elegant gekleideter jüdischer Intellektueller, der Befehle erteilte." Wieder weiß ein völkisches Blatt mehr als der amtliche Polizeibericht. In Wahrheit hatte die „Reichspost" während des ganzen Prozesies stark gehetzt und das freisprechende Urteil als ein „klares" begrüßt, was riesige Empörung bei den Arbeitern auslöste. Ueber die Betätigung der Juden während der Revolte schreibt der Augsburger „Deut s ch e M i ch l": „Während die Bevölkerung von Wien, soweit sic nicht jüdisch ist, vor den Grcueltaten zurückschrcckte und sich in den Häusern und an anderen Plätzen verborgen hielt, saßen die Juden mit ihren fetten Weibern im kugelsicheren „Grabe n" in den dortigen Kasseehausgärten und schlürften in der größten Gemütsruhe ihren Kaffee. Die Inden kennen nämlich die Wiener Verhältnisse, wie sie heute sind, sehr genau, sie wißen, daß sich die Grcueltateu immer in denselben Straßen abspielen, der Wiener „Graben" aber bei solchen Mord- und Skandalszenen noch niemals gefährdet war." Man muß bedenken, daß der „Graben" kaum fünf Minuten von den Tumnltorten entfernt ist, und daß selbstverständlich alle Kaffeehäuser der inneren Stadt gesperrt waren, um das Groteske dieser Schilderung zu beurteilen, die an folgende Stilblüte des ärgsten Wiener Hetzblattes, der „D e n t s ch ö st e r r e i ch i s ch e n T a g e s z e i t u n g", erinnert. Diese, kurz Dötz genannt, schrieb: „Einer unserer Mitarbeiter hat Sonnabend nachmittag einen geilen Juden gestellt, der wie besessen hinter einem blühend aussehenden Arbeiterkind her war." Daß die zwangläufig direkt an den Unheilstagen Beteiligten in erster Linie Gegenstand des völkischen Hasies sind, ist natürlich. Vor allem die „jübischen" Sozialdemokraten sind das Ziel erbitterter Angriffe. Hier einige Proben: „Völkischer Beobachter": „Tie Untersuchung wird sonnenklar beweisen, daß die Revolution vom 15. Juli planmäßig vorbereitet war. und daß der rote Generalstab diesen 15. Juli seit Monaten vorbereitet hat. Wien ist in Händen der FinanZjndcn und der sadistischen jüdischen Nevolutionsbestie." „Deutsche Zeitung": „Es ist der jüdische Geist, der den österreichischen Marxismus kommandiert, in seiner niederträchtigsten Ausprägung. Dieser jüdische Führergeist hat für ein paar Stunden hemmungslos in den Straßen Wiens triumphiert und damit ein Schauspiel seines innersten Wesens gegeben." Bei den österreichischen Sozialdemokraten sind einige Juden imd mehrere konfessionslose Judenstämmlinge in führender Stellung; ihre Beteiligung entspricht aber nur dem prozentuellen Verhältnis der Juden in der Gesamtbevölkerung Oesterreichs. Bei den Unruhen selbst hat die sozialdemokratische Partei aber gerade keine Stärke bewiesen, sondern im Gegenteil die Herrschaft über die Massen verloren und an die ihnen gegnerisch gesinnten K o m m tt n i ft e n abgegeben; diese sind aber beinahe ganz „ju den re in". Selbst der Wiener Polizeipräsident Schober erklärte, daß „die führerlosen Massen eine Beute kommunistischer Agitatoren" geworden sind, und einer der bedeutendsten Führer der österreichischen Sozialdemokraten, Tr. Bauer, gab im Parlament unumwunden zu, „daß die Partei von den Ereignissen überrascht wurde, und daß sie sie nicht meistern konnte". Das bestätigt auch der „H a m m e r" („Tie Wiener Revolution", Nr. 603 vom 1. August), der schreibt: „Tie sozialdemokratischen Führer, die die Geister riefen, konnten sie nicht loswerden." Aber er fügt dann hinzu: „Abschreckend, wie die Entwicklung des bolschewistischen Staates in Rußland, ist die sozialrevolutionäre Bewegung, die in Wien unter ostjüdischer Führung entfacht wurde und nun in Flammen anfging." Und wenn das „Deutsche Tageblatt" („Die Mettcr' Oesterreichs", Nr. 172 vom 26. Juli) schreibt: „Friedrich Adler. Chaim Otto Bauer, Julius Deutsch, diese drei Juden — sie waren auch die Führer in der ..Generalprobe". Sic tragen die Verantwortung. Sie wird das Schicksal ins Gericht fordern", so ist darauf zu verweisen, daß Bauer, der nur Otto und nie Chaim Otto heißt, und Deutsch vor dem Justizpalast bei ihren Einwirkungen auf die fanatisierte Menge von dieser beinahe verprügelt wurden, und daß Friedrich Adler erst nach der „Generalprobe" aus Zürich hierherkam. . . Aber auch die Polizei, der ja schließlich die Niedcrringnng der „Judenrevolte" zu verdanken ist, findet keine Gnade bei den Hakenkreuzlern: auch sie ist — verjudet. So verkündet der „Völkische Beobachter" (Nr. 167 vom 23. Juli): „Ter jüdische Polizeichef von Wien des Einvernehmens mit den Hochverrätern beschuldigt! Es ist erwiesen, daß die wirkungsvollsten, rechtzeitigen Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ruhe, die jedes Blutvergießen hätten vermeiden können, einfach sabotiert worden sind. Tie Leitung, die sich dessen schuldig machte, ruht ausschließlich in den Händen des Juden Hofrats Tr. Pollak. Tics ist kein Zufall." Das Münchener Organ Hitlers verdankt seine Kenntnis von der „Schandtat" des übrigens getauften Hofrats Dr. Pollak der oben erwähnten „Dötz", gegen die der Wiener Pressestaatsanwalt wegen dieser Meldung das Strafverfahren eingeleitet hat, während er einen Brandartikel der gleichen Zeitung, betitelt „Judas Werk", ungeahndet ließ'. Tie „Deutsche Zeitung" wird dem Verdienst der Polizei gerechter, wenn sie