Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 6 (1927)
- Issue
- 31-32 (5.8.1927)
- Date
- 1927-08-05
- Page
- Seite 468 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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46$ Sprache bekennen: der Holsteiner Theodor Storni, der Schlesier Gustav Freytag; manche elsässische Dichter, Tiroler, Deutschböhmische, Kärnten, auch Schweizer, und immer sprechen sie das Empfinden eines breiten Volkskreises aus. In ähnlicher 'Weise nenne ich uns deutsche Juden Erenzdeutsche. Ich ge- * brauchte diesen Ausdruck im Gespräch zu Wilhelm Schäfer, und er zitierte ihn in seiner Schrift über die deutschen Juden. Ja, wir sind Erenzdeutsche, aber die Grenze, an der wir siedeln, ist im Geiste belegen und unsichtbar, aber darum ist sie dennoch wirklich und vorhanden. Nochmals: nicht ich wählle, wähle und werde wählen, aber vielleicht wirkte in mir, in tiefsten Tiefen des Unterbewußtseins, der Drang, das, was die Väter — erst zwei Generationen — erworben hatten, zu besitzen und zu befestigen. „Vielleicht", denn niemals läßt sich über diese Letzten Gründe des Wesens und des Hervorbringens etwas Bestimmtes aussagen. Ich habe auch zahlreiche Dichtungen und Aufsätze. geschrieben, die nicht von Deutschtum und deutscher Geschichte handeln, alttestamentarische Stoffe beschäftigen mich mehr und mehr, und ich halte es für möglich, daß das jüdische Element meines Wesens sich in ihnen kundgeben mag, aber Aufgabe der Bekenner von Raffe und Blut ist es, statt zu schimpfen und zu verleumden, nachzuweisen, was an meinen Gestaltungen deutscher Geschichte undeutsch ist. Viele andere Aufgaben stehen mir bevor; aber es ist mein Stolz, daß ich heute aus eigenem Szenen, Erzählungen, Gedichten ein Lesebuchs zusammenstellen könnte, das einen weiten Zeitraum deutscher Volks- und Geistesgeschichte umfaßt. Quellen der- Abbildungen: Bildnisse der Rahel, aus A. Kohut, ft. a. O., Dd. II, S. 429; von Hermann Levi, dass., Dd. I, C. 141; von OttoBrahm, dass., Bd. I, S. 242; v. L u d rv. D a r n a y, dass., Bd. I, S. 191. Alfred Messels Landesrnuseum in Darmstadl, nach einer Aufnahme der Graph. Verlägsansialt G. m. b. H., Dresden-DlaseTvitz. Felix Mendelsfohn-Bartholdy, Faksimile aus A. Kohut, a. a. O., Bd. I, S. 16/17. Felix Mendelsfohn-Bartholdy als 12jähriger, aus „Goethe und Felix Mendelssohn^Zartholdy von St. Mendelssohn-Bartholdy, S. Hirzel, Leipzig 1L71, Titelbild. Felix Mendelssohn kn Düjselöors. Bon Herbert Eulenberg. v 5r*«. tw« ö JCjJpTs: •riSf in Felix Mendelsfochu-Bartholdh fühlte sich in der letzten Zeit seines zweijährigen ständigen Aufenthaltes am Rhein nicht mehr recht wohl. Alan tat zwar in Düsseldorf, wo man ihn zum städtischen Musikdirektor erwählt hatte, für ihn, was man konnte. Besonders zu Anfang seiner dortigen Tätigkeit, wo man ihn als Tonschopfer wie als gewandten Kapellmeister über alle Maßen ehrte. Doch dieser Feuereifer legte sich, wie alle Begeisterung am Rhein, ziemlich schnell. Und das Musikmachen in einer kleinen deutschen Stadt, wie es Düsseldorf damals war, entschädigte wahrhaftig keinen großen Künstler, wie Mendelssohn einer war, für die Muhr und Zeit, die er auf die Sänger, und — oh! — die Sängerinnen, wie aus den übrigen „Klangkörper" aufwandte, von dem nur, wie er an Ferdinand Hiller nach Paris schrieb, die Vaßposaune, der Pauker und der Konterbaß etwas taugten. Er war darum äußerst vergnügt, als er diese Taktfchwingerstellung, die er eigentlich nur aus Rücksicht auf seinen alten Herrn übernommen hatte, der durchaus etwas „Festes" für den Sohn gewünscht hatte, mit dem bedeutenden Posten als Leiter der Gewandhauskonzerte in Leipzig vertauschen konnte: jener künstlerischen Veranstaltungen, die Mendelssohn erst zu den besten und hervorragendsten musikalischen Darbietungen in Deutschland gemacht hat. Am letzten Morgen vor seinem Abschied vom Rhein Wutü. Hochschule für Musik inSSu&Sgfsrt - Direktor Professor WHhefül ^LMpkk Beginn des neuen Schuljahrs t. Oktober 60 Lehrer/Ueber 300StudIerende Hochschulordnung durch dar Sekretariat 1 LJ L J V ftt n aft9 dcfübU Broschüre kostenlos. Lass DoT Berlin» Salensee lt Msrsw*Mt verbreite sie als Beilage zur.C.B.-LektilnA die in großer Auflage km ganzen Deutsches Reiche bei wichtigsten Interessenten zu Haust ist und durchweg von A-Z mit besonder« Änsmerlfamkett beachtet wird. Zur Herftelluvz von Prospellen und Drucksachen jeder kü hält sich die Duchdruckcrrr Rudolf Mofs« emp fohlen. Anfragen nach den Derlagekosten beantwonet berritlviüigst baS nächstaelegenr Bureau der Annoncen'Expedition RndoU Moffi □ oder die AnzeigcnverwaUuug der C.V.-Zeitunz in Berlin 8W 19, Jerusalemer Straße 46-49 ^ür die Domurermvrrate emvieble i<b-!» Lalaml.L Pfund m l.sj la Rauch sie lsch...L. Pfund la Rauchbrust.^ Piunv «m. 1,83 * Ä Kochwurst.ä. Pmnd SQftI,3{ la Stratouer Würstchen.K Pfund M.1»^ Ochsrnfett.L Pfund M.0,6- Lvn 9 Pfund an Porto und Verpackung st^- S all h Ballack. RKttzen (W«IN->-