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Central-Verein-Zeitung · 1927-06-17 · 24 (17.6.1927) · p. Seite 344

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
6 (1927)
Issue
24 (17.6.1927)
Date
1927-06-17
Page
Seite 344 (sequence 8)
Language
German
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344 t Sachsen, nämlich 0,26 Prozent gegen 0,25 Prozent im Jahre 1910, in Schleswig-Holstein 0,23 gegen 0,27, und in Brandenburg 0,33 gegen 0,30. In den meisten Provinzen hat die Zahl der . Juden absolut zwar eine Steigerung erfahren; ihr Anteil an der Gesamtbevölkernng ist dagegen mit Ausnahme von Berlin, Brandenburg, Niederschlesten, Schleswig-Holstein und Sachsen allgemein gesunken. In Ostpreutzcn, Poms mern, der Grenzmark, Hannover und Hohenzollern ist auch ihre absolute Zahl 1925 niedriger als 1910. Neben Berlin haben sich besonders in den Großstädten von 100 000 und mehr Einwohnern die preußischen jüdischen Gemeinden er» weitert, was aus folgender Zusammenstellung hervorgeht: Au- und Abnahme der jüdischen Bevölkerung in den Städten über 100000 Einwohner. Großstadt 1. Berlin . a ........ s 2. Köln.. 3. Breslau.. 4. Frankfurt <l 2R.. *. 5. Essen.... i .. 6. Hannover. 7. Düsseldorf .. 8. Magdeburg. 9. Dortmund .. 10. Königsberg i. Pr. 11. Stettin.. 12. Duisburg .. 13. Kiel . -.. 14. Gelsenkirchcn. 15. Barmen.. . . - 16. Halle. .. 17. Bochum. ... 18. Mona . . . .. 19. Elberfeld . .. 20. Aachen .. 21. Kassel .. 22. Krefeld. 23. Mühlheim a. R. 24. Erfurt. . 25. München-Gladbach. 26. Wiesbaden.. . . . 27. Hamborn. 28. Oberhausen . .. 29. Münster ....... Zusammen Einwohnerzahl 1910 1925 8734258 4024165 600291 700 222 514979 557 139 414 576 467 520 . 410214 470 524 381 678 422 745 358 728 432 633 279629 293959 .258 962 321 743 245994 279926 237 402 254466 229483 272 798 226560 213881 192 013 208512 187 342 187099 180843 194 575 179 945 211249 172 628 185653 - 170195 167 577 156 824 155 816 153 196 171 231 129 406 131098 123 627 127 400 123548 135 579 110784 115 302 .109002 102 737 104341 126618 94 667 105436 90254 106418 10161369 11144 024 darunter Ander» 1910 1925 144 007 172 672 12393 16 093 20212 23 240 26 228 29 385 2944 4209 5 386 5 521 3 985 5 130 1843 2 356 2830 3820 4 565 4049 2 757 2 615 1554 2 080 527 605 1261 1441 668 721 1397 1236 997 1 122 1824 2 409 1919 2 335 1565 1420 2 675 2 750 1815 1626 664 626 807 819 902 951 2744 3 088 356 818 413 513 637 * 580 249 875 294230 Don 1000 Einwohnern entfielen aus Juden: 1010 1925 38,56 42,91 20,65 22,98 39,25 41,71 63,26 62,85 7,18 8,95 14,11 13,06 11,11 11,86 6.59 8,01 10,93 11,87 18,56 14,46 11,61 10,28 6,77 7,62 2,33 2,83 6,57 6,91 3,57 3,8® 7,72 6,35 5,54 5,31 10,57 12,98 11,28 13,93 9,98 9,11 17,46 16,06 14,03 12,40 5,84 4,91 6,53 6,04 8,14 - 8,24 25,17 30,06 3,41 6,46 4,36 4,87 7,06 5,45 24,59 26,40 Wahrend.von. der Gesamtbevölkerung Deutschlands ungefähr ein Drittel in den 2 9 Großstädten wohnt, sind bei der jüdischen Bevölkerung fast drei Viertel Großstädter, die Konzentration hat . gegen .1910 noch zugenommen, wenn auch einzelne Gemeinden, wie Königsberg, Halle, Mühlheim a. Rh. und andere, kleine absolute und relative Rückgänge aufzuweisen haben. Auffällig, ist die Steigerung des Anteils in den meisten Städten des Ruhrgebietes, so in Elberfeld, Dortmund, Düsseldorf, Esten, Duisburg und besonders in Hamborn; in dieser Stadt hat sich die allerdings kleine jüdische Gemeinde um mehr als das Doppelte vergrößert, nämlich von 356 auf 858 Gemeindemitglieder. _ An einer Erscheinung können wir aber nicht vorübergehon, welche die drei Hauptreligionen, die evangelische, katholische und jüdische, mehr oder weniger, berührt, das ist die Entwicklung der Gruppe, unter die von der Statistik die „Sonstigen" zusammengefaßt sind. Diese Gruppe umfaßt in der Hauptsache die zahlreichen Konfessionslosen und alle Personen ohne Angabe ihres Bekenntnistes. Während 1910 auf dem gegenwärtigen Staatsgebiet nur 143 777 Personen (0,41 v. H.) der Bevölkerung keiner Religionsgemeinschaft angehörten, waren es 1925 rund 837 600 (2,20). Diese gewaltige Steigerung ist auf die zahlreichen Kirchenaustritte zurückzuführen, die in der ersten Zeit nach dem Kriege (insbesondere 1919/20) erfolgten. Tie Mittelpunkte der Kirchenaustrittsbewegung tvaren die Großstädte. Nächst Berlin ist die Gruppe „Sonstige" besonders stark in Magdeburg, Kiel, Altona, Hannover, Halle und in den Städten des rheinisch-westfälischen Industriegebietes. Sicherlich läßt sich der Rückgang der evangelischen Bevölkerung auf das Anwachsen dieser Gruppe zurückführen; inwieweit die preußische Judenheit trotz ihres angeblichen Wachstums, das aber in der Hauptsache auf Binnenwanderungen zwischen abgetretenem und altem Gebiet Preußens zurückzuführen ist, von dieser Bewegung berührt worden ist, ist schwer nachzuiveisen, bedarf aber doch ernster Beobachtung. £«?♦ Julius Rothholz. * Die Zahl von rund 172000 jüdischen Seelen für Groß-Derlin wird von unterrichteten Kreisen der Berliner Jüdischen Gemeinde stark angezweifelt. Es wird darauf hingewiesen, daß die Steuerzahler der Gemeinde etwa 110 000 betragen, und daß sich aus dieser Zahl eine weit höhere Summe jüdischer Einwohner Berlins ergeben mäste. Wo allerdings die Fehlerquellen der amtlichen Angaben liegen, ist bisher nicht deutlich mitgeteilt worden. MMflRttiS M NW „MW. Bor kurzem hielt die Union Deutschs st erreichisch er Juden, die gleiche Ziele wie unser E.V. verfolgende^Wiener Vereinigung, ihre Delegiertenversammlung ab. Der Sekretär, Herr Oskar Hirschfeld, erstattete dabei einen ausführlichen und sehr lesenswerten Rechenschaftsbericht, der im Organ der „Union", der „W a h r h e i L" (Nr. 22, L. 8), abgedrnckt ist. Wir gehen aus diesem Bericht, der als ein Ucberblick über die Lage des österreichischen Judentums überhaupt angesprochen werden kann, folgende Stelle wieder: Das österreichische Wahlergebnis soll uns dennoch lehren,-daß wir weiter auf der Hut sein und alle Abwehrkräste bereit halten müssen, denn der Antisemitismus, mag er auch äußerlich weniger in Erscheinung treten, vergiftet nach wie vor unser pvli- * tischcs und geistiges Leben; man beachte nur die skandalösen Vorgänge an den österreichischen Hochschulen, die Boykoitbcwegung in einigen österreichischen Sommerfrischen, die neuerliche Einführung des Arierparagraphen in einzelnen Vereinigungen und schließlich die bis zur offenen Aufforderung zu Mord und Totschlag gediehene Hetze des „Dolkskamps", einer österreichisch-völkischen Zeitung. Weiter heißt es: Nach wie vor stehen wir in denkbar bestem Einvernehmen zu unserem deutschen Schwestervcrein, dem großen Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, besten unübertroffene Energie uns in vieler Beziehung zum Vorbild dient. Wir arbeiten in zahlreichen Fällen mit ihm Hand in Hand: ein Ucbcrblick über' die umfangreiche Korrespondenz mit diesem Verein zeigt, daß unsere Tätigkeit oft in schönster Weise durch die des Centralvereins ergänzt und gefördert wird, wie wir uns anderseits stets bemühen, seine Bestrebungen durch unsere Hilfeleistung weitestgehend - zu unterstützen. So ergibt sich zu Nutzen beider Teile eine freundschaftliche Zusammenarbeit, für die wir den Führern des deutschen Vereins nur Dank schulden. Wir unterschreiben die warmen Worte der „Union" über unsere Zusammenarbeit herzlich und wünschen dem Wiener Verein, den Präsident Dr. Jakob Ornstern zielbewußt führt, viele Erfolge in dem schweren Kampfe. JKeüvicb WacJtNacfif^Uiiaa. 0« «SS*** «Maassts.

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