Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 6 (1927)
- Issue
- 22 (3.6.1927)
- Date
- 1927-06-03
- Page
- Seite 316 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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3U Juden werden sich durch finanzielle Härten oder Unredlichkeiten verhaßt gemacht haben. Man möchte für dieses Tempus den Namen Futurum incxactum Vorschlägen. Ganz hat sich leider auch unser Verfasser nicht von Ressentiment freihalten können. So zum Beispiel, wenn er (S. 45) von der Geschäftstüchtigkeit spricht, die immer diese Rasse ausgezeichnet hat. Bei Bludau (S. 28) hatten sich die Juden Alexandrias gar „dem Handel mit Leib und c-eele ergeben". Oder die Aeußerung auf S. 15: „Die Juden des Altertums ihrerseits waren anerkanntermaßen Ruhestörer (Beweise?), und zu keiner Zeit hat sich diese Rasse durch taktvolles Benehmen im Wohlstand hervorgetan." (Welche' Rasse denn?) Das letzte Wort in der Beurteilung des Antisemitismus in der Antike ist noch nicht gesprochen. Vor allem muß betont werden, daß schon der Ausdruck Antisemitismus unzutreffend ist. Von Rassenhaß kann keine Rede sein. Die Gegensätze waren religiöse und politische. Auch der Verfasser bemerkt: daß der Antisemitismus in Wirklichkeit, wenn auch schwerlich verursacht, so doch wenigstens betont war durch die Stellung zu Rom, dem die Juden nichts als treue Untertanen sein wollten, während die Alexandriner nicht verschmerzen konnten, daß ihre Stadt durch die römische Eroberung von ihrem Range herabgesunken war. Die Juden haben darnals wie 3tt allen Zeiten nur zweierlei verlangt: Religionsfreiheit und Gleichberechtigung (I s 0 P 0 l i t i e). Noch weniger kann von wirtschaftlichem und geschäftlichem Antisemitismus die Rede . sein. Insbesondere begegnet uns, wie auch Wilcken („Zum alexandrinischen Antisemitismus", 1909, S. 10) zugibt, in der gesamten antisemitischen Literatur des Altertums niemals der Vorwurf des Wuchers, was Bludau (S. 33) „merkwürdig" findet. Tie einzigen Fälle, wo Juden geschäftlich angeklagt werden (obgleich die Papyri sonst von Betrug. Diebstahl usw. voll sind), sind folgende: Ein Jude Dortheus hat einer Frau, während sie im Bad>e oder in einer Leinwandsabrik war. ViSlinsen, Vialdbofte! u. Kurhaus Das billige Haus ersten Ranges. 752 m fl. d. M. — 200 Betten. — Flugstatioe. — Sonnig im Tannenhocliwald gelegen. — Meilenweit© ebene Spazierwege. — Zimmer mit Privatbad und Telephon. — Sole* und Fichtennadelbäder.— Gedeckte Terrassen und Wandelgange. — Tennis. — F orellen I ischerei. — Garagen. — Hauskapelle. Pensionspreis von 6,50 Mark an. einen Mantel weggenommen, und sein Helfershelfer war der Synagogendiener des Ortes, der den Mantel in Verwahrung nahm. Ferner führt ein gewisser Meron in einem Briefe an seinen Bruder Hermokrates Klage über einen jüdischen Pferdehändler Daniel (?), der ein Pferd, das er hätte abliefern sollen, nicht abgeliefert habe. Endlich schreibt ein alexandrinischer Großkaustnann an seinen verschuldeten Geschäftsfreund: „Hüte dich vor den Juden!" Das ist alles. Selbst der giftige Apion weiß nichts Derartiges gegen die Juden anzuführen. Und endlich ist es ganz falsch, von einer allgemeinen Verhaßtheit der Juden im Altertum zu reden. Die Literaten, Rhetoren und Salonpveten waren nicht das Bolk. Tiefes ist, wenn es nicht durch gewissenlose Demagogen aufgehetzt wird, niemals antisemitisch gewesen. Gegen jene Behauptung spricht schon, worauf auch Blau („Payri und Talmud", 1913, <2. ö) mit Nachdruck hingewiesen hat. der massenhafte Zu drang zum Judentum in der vorchristlichen Welt, noch mehr die einfache Ueberlegung, daß es längst keinen Juden mehr aus der Welt gäbe, wenn sie beim Volke allgemein verhaßt gewesen wären. Was die Literatur anbetrisst, so haben wir schon von der Herrschaft der Asthmatiker haben oft unter Beklemmung und Luftmangel zu leiden, wodurch sie der Nachtruhe entbehren müssen. 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