Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 6 (1927)
- Issue
- 13 (1.4.1927)
- Date
- 1927-04-01
- Page
- Seite 170 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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170 Bac9-£3agaSi©äsft Ll3 f smgaaa Haus allerersten Ranges, c Es findet sich aus dieser Zeit nicht die geringste Aeutzerung darüber, ob Rahel Varnhagen damals Konzertvorträgen Beethovenscher Kompositionen beigewohnt habe. Kalischer, der dieses Problem eingehend studiert hat, kommt bei feinen Untersuchungen zu dem Resultat, datz hier kein Zufall, sondern ein bewußtes Totschweigen vorliege. Nahet wird hier von ihm „der verleugnende Petrus in der Geschichte Beethovens' genannt. „Ich kann mir', schreibt er, „diese Tatsache nicht anders deuten, indem ich mir Rahels abgöttische Verehrung Goethes vergegenwärtige. Vielleicht hatte Rahel vernommen, wie sich Beethoven, dem Drange feiner innersten -transzendental-sittlichen Natur folgend, im Jahre 1812 in Teplitz veranlaßt fühlen mutzte, dem ja sonst von ihm so hochverehrten Dichter Goethe einmal den Kopf zurecht zu setzen/ Goethe hatte von dieser Zeit an Beethoven gegenüber solchen Hatz, daß er rhm ganz aus seinem Gedächtnis strich, und Rahel, die in allen Stücken ihrem Abgott Goethe nachzuleben versuchte, wird auch setzt wohl aus diesem Grunde sich Beethoven nicht genähert haben, meint Dr. Kalischer. Ich glaube jedoch, nur durch einen Zufall dürften mündliche oder schriftliche Aeußerungen Rahels über Beethoven der Nachwelt vorenthalten worden sein, weil Nahel Varnhagen ihre Selbständigkeit im Denken und Urteilen viel zu hoch einschätzte, als daß sie wegen jenes Vorfalls zwischen den beiden Männern, trotz ihrer Bewunderung für Goethe, Beethoven den Toten zugesellt hätte. Eugen Peterson (Stuttgart). Wftei ® fS(u! T A. WM' jj Sanatorium für Shrven-und irmsrs Kranke leitende Aerzfe: Pr,ßFldszhmann. Dr,Fr,Paznrnzn. \ Unser Iuöentum. DonBezirksrabbinerDr. Beer mann (Heilbronn). Philo-Verlag, Berlin 19 26. Vor dreißig Jahren hat der Verfasser über „Das Judentum und seine Bedeutung" einen Vortrag veröffentlicht, den er als Student in der Jüdischen Humanitätsgesellschaft gehalten hat. Jetzt gibt er uns nach reicher, praktischer Arbeit tm Dienste des Judentums in gedrängter Kürze von neuem eine Gesamtauffassung von jüdischer Gedanken- und Lebensart, die, reif in der Darstellung und im inneren Gehalt, in unserer vom Hatz vergifteten Zeit überaus geeignet ist, wertvolle Aufklärung über die jüdische geistig-sittliche Lebensanschauung zu bieten. In warmer Begeisterung und vollendeter Klarheit werden die grundlegenden Gedanken des Judentums entwickelt: die Lehre von Gott als dem Urquell des Guten, der Mensch als Ziel des Enten, die messianische Zeit, Israel oder der Weg zmn Guten. In schön abgestufter Gliederung werden alle Lebensbeziehungen des jüdischen Menschen erschöpft. Und in einem Anhang erkennen wir die Quellen die jüdisäM Sittenlehre auch wieder nicht in trockener Aufzählung, sondern in geistiger Vertiefung. So kann der Philo-Verlag diese neue Schrift mit gutem Recht in die stattliche Reihe der Kundgebungen einfügen, die über das Judentum das reine Licht der Wahrheit verbreiten. Denn dem Büchlein ist im Kreise von Juden und Nichtjudcn die reich verdiente Beachtung gewiß. _ Rabbiner Br. Löwenstam m (^?p anda u). Was bedeutet „Pantera"? Don sachverständiger Seite wird uns geschrieben: In Nr. 10 der „C. V.-Zeitung" vom 11. Mär.; beschreibt der Gründer urrd Leiter des Kreuznach er Heimatmuseums Karl Geib einen interessanten Grabstein von dem römischen ^oldatenfriedhof in Bingium (Dingen). Der Name Abdes dürste wohl semitisch, aber kaum hebräisch sein und darauf schließen lassen, daß sein Träger Jude war. Interessanter aber ist auf jeden Fall der Beiname Pantera. Don antisemitischer Seite wird nämlich immer wieder behauptet, daß Pantera ein Schimpfname für Jesus sei. Schon Strack hat in feiner Schrift: „Jesus, die Häretiker und die Christen" darauf hingewiesen, daß diese Behauptung unsinnig sei. Warum Jesus Jeschua ben Pantera genannt wird, oder ob der im talmudischen Schrifttum so Genannte mit! Jesus von Nazareth identisch ist, mag hier dahingestellt bleiben. Jedenfalls geht aus der mitgeteilten Inschrist deutlich hervor, daß Pantera \ ein in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten vorkommender Name im [; Orient war. sj -sfssö Ei / n n- ,. coftetaifreter Bohsxeft&aEtee p©h bestem unter streng ritueller Oberaufsicht Sr* Ebrrs. 4m Herrn Oberrabbiner Dr* Spitzer, Hamburg Kaffee Hag, Riederlage Hamburg Hofrat ü U orthopädische Heilanstalt Nene Anstalt sehe Augsburg-Göggingen Letter: Generaldirektor Georg Hessing. Fernsprecher: 36 und 3903. Drahtnachrichten; Htsslng GÖggingeabayenu Briefanschrift: Hessing sehe Heilanstalt, Angsbarg-Göggingen, Behandlnng aller Entzündungen der Gelenke und "Wirbel, - Rückgratverkrümmungen, Folgen von Kinderlähmungen, angeborener Hüftgelenkluxationea ohne Gips und Narkose, Kontrakturen aller Art, überhaupt sämtlicher im Bereich der Orthopädie liegenden Gebrechen mittels unserer an Vollkommenheit von keiner Seite erreichten Apparatebehandlungstechnik unter tunlichster Vermeidung operativer Eingriffe* Prospekt E