Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 6 (1927)
- Issue
- 9 (4.3.1927)
- Date
- 1927-03-04
- Page
- Seite 116 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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->V7 116 Die „Christliche Welt" über öen „Morgen". An t,n „Christlichen Welt" Nr. 1 finden wir,die nachstchcnd- Würdigimg der rin Philo-Derlag von Mostl'or Dr.,Julius G o 1 d st e i n (TarmstadL) herausgegebcnen Zwetmomrtsfchrlft D^rgen^. Di« Schrrftlettung. Di^- Berechtigung einer Zeitschrift entscheidet sich dadurch, baf* in der Mannigfaltigkeit ihres Inhaltes eine würdige Einheit rhre^ Gehaltes erkennbar wird. Die meisten Mitarbeiter am „Morgen find Juden. Die es nicht sind, behandeln gern Gegenstände, die ous das Judentum eine Beziehung haben; die Juden greifen öfter über das Jüdische hinaus. Wo kommen das konzentrisch und das «zentrisch Bewegte zueinander? Die Juden sollen unwillkürlich zeugen für den Wert ihrer Wesensart, gerade wenn sie sich äußern zu dem, was andere Menschen ebenso angeht, und wer von draußen her Jüdisches erörtert, der wird einer Probe seines Menschentums unterstellt. Ist jenes Zeugnis erbracht, wird diese Probe bestanden? Ich bejahe zunächst durch eine Verneinung des Gegenteils. Vergeblich sucht man hier ein eiferndes oder ein tändelndes Wort, und wir merken bald, daß das eine Frivolität gegen die Sitte des Hauses wäre. Diese Enthaltsamkeit erfolgt aus natürlicher Haltung. Ein schöner Ernst durchzieht das Ganze, Ernst ohne Enge. Die drängende.Gegenwart nötigt uns, Fragen neu aufzuwerfen, für die das Zeitalter der Humanität fertige Lösungen gefunden zu haben vermeinte. Die Grundfrage war richtig gestellt, und die Antwort bündig, aber man ahnte noch nichts von der wechselnden Form der Erscheinung. Das Einfachste ist nie das Leichteste; erst der Widerstand vertieft die Einsicht. Ist es denn eitel, zu hoffen, daß Aufrichtigkeit uns weiterbringe als Mißtrauen, daß bedachtsamer Wahrhcitssinn mehr vermöge als pathetisches Gebaren, daß schließlich die Hellen Kräfte des Bewußtseins uns Helsen und nicht die dunklen Wallungen des Blutes! Die hebräische Bibel liegt aufgeschlagen, und es gehört zu den Verdiensten der Zeitschrift, daß sie allgemach Entfremdete dahin zurückzublicken und dabei erlesener rabbinischer Weisheit zu achten unaufdringlich veranlaßt, ganz nah dem Wege, den.die deutsche Aufklärung beschritten, und auf dem Herder uns geführt hat. Der eingeborene messianische Hang erquickt sich am Modernen. Er ergreift im „Heute" das Zukünftige. Diese energische Hingabe an die Forderung des Tages hat ihren Beruf; fix wirkt günstig auch auf uns andere, solange das Band zu der gefcljidjt* lief)cu Ueberlieferung im Judentume siebst unzerschnitten bleibt. Der. art beschwert und ^schwingt halt der „Morgen" ein sicheres^Gleich. gewicht. Was an den Menschen ist, das verrät sich in ihrer Sprache. Durch viele Hefte hindurch habe ich des Dortmunder Nabdiners Benno Jacob „Einführungen in das 1. Buch Mose" gelesen. So gutes Deutsch entspringt nur gesammelter Stimmung. Das betrisst schon den Inhalt eines einzelnen Beitrages, es kennzeichnet aber zugleich das Ganze nach seinem Gehalt, und nur von dem sollte diesmal die Nede sein. Robert A. F r i tz s ch e. Die ^uöen kn öer Medizin. VonHeinri ch Rosin. Berlin, Philo-Verlag 1926. Der vorliegende Dortrag Rosins, der dankenswerterweise im Phrlo-Verlag erschienen ist, gibt in gedrängter Kürze eine vollständige und vorzügliche Uebersicht des Wirkens der Juden in der Medizin. Nostn selbst, einer der hervorragendsten Mediziner jüdischer Abstammung, schildert Zuerst die großen Leistungen, welche die Juden für die Hygiene durch die Vorschriften ihrer Gesetzesbücher vollbracht haben. Ein Gang durch die Geschichte der Kulturen de- Mittelalters bis in die neueste Zeit zeigt, daß überall und zu jeder Epoche jüdische Aerzte an der Spitze der Medizin standen, und daß bedeutende Einzelentdeckungen von ihnen ansgingen. Niemand wird höchste englische Qualität zu InlandZsrest. SM MM MM EtM unübrrtrenUrb. 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